Ich bin Master…


Zu erklären, was ich wie, mit welchen Zusatzprüfungen, Schwerpunkten und Ergänzungsqualifikationen studiert habe, fällt mir ja schon in Deutschland nicht immer leicht – zumindest wenn ich es jemandem erklären soll, der nicht etwas Ähnliches studiert hat.

Im August letzten Jahres habe ich versucht, meine Studienzeit in ein Formular des schwedischen Högskoleverkets („Hochschulwerk“) zu pressen, das für die Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse zuständig ist. Vier Monate später, so um die Jahreswende, erhielt ich dann ein ziemlich edel aussehendes Stück Papier mit Prägedruck und allem Drum und Dran, das auch fast alle meine Abschlüsse auf schwedisch auflistete und erklärte, welche schwedischen Studienabschlüsse dazu äquivalent sind. Leider fehlte ein Teilstudium völlig und so habe ich das Högskoleverk gebeten, das Anerkennungsschreiben nochmal zu überarbeiten.

Nach weiteren drei Monaten erhielt ich jetzt ein neues „Utlåtande“, das viel ausführlicher als die erste Version meine Studiengänge auflistet und zudem meinen Studienabschluss (Staatsexamen) nicht mehr als schwedisches Magisterexamen (vierjährig) sondern als schwedisches Masterexamen (fünfjährig) anerkennt. Kurioserweise fehlt dafür jetzt in der Überschrift mein zweites Hauptfach, obwohl es im „Kleingedruckten“ korrekt genannt und beschrieben ist. Ich weiß noch nicht, ob ich jetzt nochmal reklamiere oder es so hinnehme wie es ist; es würde wohl auf jeden Fall wieder weitere 3-4 Monate dauern, wenn es nochmal überarbeitet wird und dann sind wir ja schon vielleicht schon in Schweden…

Sinn dieses Anerkennungsverfahrens ist es, schwedischen Arbeitgebern bei einer Bewerbung etwas in die Hand geben zu können, das von glaubwürdiger Seite bestätigt, dass man ein abgeschlossenes Studium hat und welchem schwedischen Abschluss dieses entspricht. Da ja jetzt der ganz komfortable Einstieg in den schwedischen Arbeitsmarkt über den DAAD voraussichtlich nicht klappt, habe ich mich umso mehr gefreut, dass mein Abschluss jetzt gegenüber der ersten Version „upgegradet“ wurde.

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3 Kommentare zu “Ich bin Master…”

  1. hansbaer und irni,
    vielen Dank für eure Anmerkungen. Ich vermute, es ist weniger eine Frage des Fachgebietes als der potentiellen Arbeitgeber, ob man dieses Stück Papier braucht oder nicht. Da für mich im Bildungssektor wahrscheinlich v.a. kommunale/staatliche Einrichtungen in Frage kommen, dachte ich mir, es könnte nicht schaden, es bei Bedarf direkt vorlegen zu können – oder liege ich da völlig falsch? Ich fände es sehr sympathisch, wenn ich es nicht bräuchte…
    Mal abwarten, im Moment ist es (leider) noch zu früh sich überhaupt zu bewerben, solange wir nicht wissen, wo Jonas studiert.

  2. Ich hab´auch so ein Ding mit Prägedruck. In meinen 20 Jahren in Schweden hat nie jemand danach gefragt und inzwischen weiss ich gar nicht mehr wo ich es verwahre. Ich halte jedenfalls die Daumen, dass alles klappt mit oder ohne Zeugnis.

  3. Da melde ich mich doch gleich zu Wort :-)

    Natürlich kann ich es für euer Fachgebiet nicht voll beurteilen. Aber wenn ich ehrlich bin, dachte ich mir gerade, als ich das las, dass die ganze Prozedur wahrscheinlich unnötiger Aufwand ist.
    Die Schweden sind nicht sonderlich zeugnisverliebt und Berufsqualifikationen sind nicht so strikt wie in Deutschland. Man bewirbt sich meist nur mit Lebenslauf und Anschreiben und geht dann einmal davon aus, dass das alles seine Ordnung hat. Von daher kann es gut sein, dass das Papier gar nicht notwendig ist.

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