Ein Jahr Brevlåda


Wie der Titel schon sagt: heute vor einem Jahr ist Brevlåda online gegangen. Wenn ich denke, wo wir vor einem Jahr noch standen… manmanman, wir wussten noch nichtmal, wann und wohin wir nach Schweden ziehen würden. Und jetzt sind wir schon bald sieben Monate hier. Unser Sechsmonatsrückblick ist ja leider wegen dieser Autogeschichte irgendwie unvollendet geblieben, aber…

Kurzes Update: Der Wagen wurde von der Versicherung als Totalschaden eingestuft, weil die Reparaturkosten den Wert des Autos überstiegen hätten und es musste daher verschrottet werden. So hässlich diese ganze Autogeschichte auch war, wir haben ganz tolle Unterstützung von unseren Eltern und da der schwedische Kleinwagen-Gebrauchtmarkt eher mau aussieht (gefühlt gab es nur Volvos und andere Kombis oder Geländewagen), wurde für uns in Deutschland gesucht und gefunden. Aber das ist eine andere Geschichte, die einen eigenen Artikel verdient.

… gerade passiert auch so viel, dass es mir müßig erscheint, irgendwelche Rückblicke zu schreiben, weil zur Zeit wieder soviele Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden wollen. Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf. Und die letzten drei Wochen war hier ganz schön Durchzug, um im Bilde zu bleiben. Ganz oft hatte ich das Bedürfnis, wie bei einer DVD mal kurz auf „Pause“ zu drücken, um die neuesten Ereignisse irgendwie für mich sortieren zu können, bevor wieder neue Informationen auf mich einstürmten und schnelle Entscheidungen von mir verlangten. Ausgerechnet von mir. Entscheidungen. Schnell. Haha…

Der Traumjob als Waldpädagogikprojektleiterin, für den ich bereits eine Absage erhalten hatte, meldete sich nochmal, weil der Wunschkandidat abgesprungen war. Allerdings war die Stelle auch von 100% auf 50% geschrumpft und damit auch nur noch halb so interessant. Ungefähr zeitgleich hatte sich aber auch eine eine andere spannende Stelle aufgetan, 70 km von hier. Vollzeit, unbefristet. Nicht Lehrer. Aber auch das verdient bei Gelegenheit einen eigenen Artikel.

Mein 30%-Job in der Schule wächst sich langsam zu einer veritablen 95%-Stelle aus, zumindest was den Arbeitsaufwand angeht, nicht die Bezahlung. Wäre auch einen ganzen Artikel wert. Ebenso wie die Tatsache, dass meine Schule am letzten Freitag, meinem freien Tag, geschlossen war, weil in einem Restaurant im gleichen Gebäudekomplex in der Nacht etwas explodiert ist. Die Polizei ermittelt noch, aber im Moment gehen die Vermutungen in Richtung Bombenanschlag. Gruselig das.

Und ich will mich hier heute über ein Jahr „just another wordpress blog“ auslassen…? Ja, will ich. 110 Artikel, das macht statistisch etwa zwei Artikel die Woche. 12 000 Klicks in diesem Jahr, macht etwa 32 am Tag; wobei wir in den Monaten vor dem Umzug unter 20 Besucher pro Tag hatten und die Zahlen seit August ständig wachsen. Ist das Schielen auf die Statistik dem Streben nach 15 minutes of fame geschuldet? Nein. Vielmehr dem Wunsch oder der Hoffnung, so mit den Freunden in Deutschland in Kontakt zu bleiben, ganz so wie wir es vor einem Jahr formuliert haben:

Brevlåda („Breew-lohda“) ist schwedisch und bedeutet Briefkasten. Als Schnittstelle zwischen uns und der Welt soll er Berichte über unser Leben vor, während und nach dem Umzug sammeln und später den Kontakt nach Deutschland aufrechterhalten.

Gelingt uns das? Schwer zu sagen, denn leider nutzen (noch) nicht so viele unserer Leser die Kommentarfunktion, die es zu jedem Artikel gibt. Aber wenn dann immer mal wieder ganz unerwartete Mails oder Kommentare von Menschen kommen, von denen wir lange nichts mehr – oder auch noch nie etwas – gehört haben, dann freuen wir uns jedesmal riesig. Und meistens – Asche auf unser Haupt, weil nicht immer – antworten wir auch.

Im diesem Sinne stelle ich hier jetzt mal ein paar Briefkästen hin, die ich in den letzten Monaten gesammelt habe und vielleicht mag sich ja der eine oder andere stumme Mitleser mal zu erkennen geben und ein virtuelles Zettelchen einwerfen…

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7 Kommentare zu „Ein Jahr Brevlåda“

  1. Hey ihr beiden!
    Dann folge ich als ständiger stummer Leser mal der Aufforderung ;-)
    Schön, dass es euch „da oben“ so gut geht.
    Ich finde es immer wieder toll, Dinge aus eurem schwedischen Alltag zu erfahren. So ohne Schwedisch-Kurs ist es hier halt nicht so einfach, weiter was zu lernen ;-) Ich versuche es trotzdem mit einigen wenigen Büchern und schwedischen Online-Zeitungen weiter und ihr seid eben auch eine super Quelle =)
    Liebe Grüße aus Karlsruhe
    Maike

    1. Hej Maike,
      war da nicht mal ein Schwedisch-5-Kurs am Sprachenzentrum im Gespräch? Wir waren damals noch zusätzlich im Konversationskurs der VHS, was ziemlich lustig war. Ne sehr nette Truppe, mit Muttersprachlerin als Lehrerin.
      Wenn du mal Bedürfnis nach Schweden live hast, bist du herzlich willkommen!

      1. Hey Annika!
        Danke für die Einladung! Wenn mich mein Weg mal nach Schweden führt (und dazu wird es definitiv Zeit! ;-)), werd das miteinbeziehen.
        Vom Schwedisch-5-Kurs ist das SPZ leider weit entfernt. Die haben wieder nur die Kurse 1, 2 und 3 im Angebot. Aber der Konversationskurs in der VHS ist n guter Tipp! Muss ich mal gucken, wanns da wieder einen gibt.

  2. Hallo ihr Zwei!
    Danke, dass ihr mich immer so schön vom Hausarbeiten schreiben abhaltet. Man darf ja die Pausen nicht vergessen ;-)
    Liebe nordhessische Grüße,
    Tabea :-)

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