8. Dezember 2012 – Glögg


Jetzt haben wir schon Musik, eine Geschichte, was in der Glotzekiste, Kurioses vom Polarkreis und was zu Essen. Was fehlt für die Weihnachtsstimmung? Das passende Getränk! Wir hätten anzubieten: Bier, Aquavit, Milch, saft (= Fruchtsirup)… aber das trinkt man ja eigentlich immer. Etwas weihnachtlicher wird’s mit julöl, besonders stark gebrautem Weihnachtsbier. Oder julmust, schwedisches Malzbier. Noch besser ist Mumma, ein Cocktail aus sockerdricka (Limonade mit Ingwer), dem Lieblingsgetränk von Michel aus Lönneberga, julöl und Portwein. Ich will eigentlich gar nicht wissen, wie das schmeckt…

Aber bei der Kälte ist es wohl doch am besten, etwas Warmes zu sich zu nehmen. Brevlåda empfiehlt: Glögg. Schon Gustav Vasa kannte das klassische Rezept aus Rotwein, Honig, Zimt, Ingwer, Kardamom und Nelken. Heute gibt es die verschiedensten Glöggvarianten zu kaufen, im Supermarkt natürlich nur bis zur erlaubten Maximaldrehzahl von 2,25 % Vol., den harten Stoff (Starkvinsglögg) verteilt dann der Staat im Systembolaget. Die Geschmacksrichtungen reichen von Apfel-Zimt über Preiselbeer-Pfefferkuchen und Mandel-Feige bis zu Mocca-Schokolade.

Neben diesen geschmacklich manchmal fragwürdigen Neukreationen unterscheidet sich Glögg vor allem in zwei Punkten von deutschem Glühwein: Man trinkt ihn zum einen aus kleinen Tässchen, in die man zum anderen zuvor noch einige Rosinen und Mandeln gelegt hat. Damit man diese dann auch essen kann hat der ideale Glöggbecher noch einen kleinen Löffelhalter integriert.

Glöggmys
Glöggmys – ein Dankeschön von Göteborgs Vokalensemble für die Organisation der Chorreise

Glögg kann man entweder genauso herstellen wie Glühwein, also indem man den Rotwein zusammen mit den Gewürzen erwärmt und diese dann vor dem Trinken herausfischt. Oder aber man benutzt die althergebrachte Methode aus einem Rezeptbuch aus den 1840ern. Dann wärmt der Glögg dank Branntwein nämlich noch besser:

Zutaten:

1 Flasche Rotwein
1 dl eau de vie (Obschdler)
20 Gewürznelken
5 Zimtstangen, in kleinere Stücke zerbrochen
1 Teelöffel zerstoßener Kardamom
1 Stück Ingwer
Schale einer Pomeranze (alternativ Orange)
2 dl Zucker
1 1/2 Teelöffel Vanillezucker
Geschälte Mandeln und Rosinen

  1. Alle Gewürze in ein Glas geben und mit dem Schnaps übergießen.
  2. Mindestens 24 Stunden warten.
  3. Die Gewürze absieben, dabei den aromatisierten Schnaps auffangen.
  4. Den Wein zusammen mit dem Schnaps vorsichtig erwärmen.
  5. Ein paar Mandeln und Rosinen in einen Becher geben, warmen Glögg darübergießen.
  6. Skål!
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4 Kommentare zu “8. Dezember 2012 – Glögg”

  1. „Der deutsche Glühwein ist viel besser als der Glögg…“ behauptet (inzwischen dreimal erlebt) Silje Nergaard bei ihrem vorweihnachtlichen Hamburger Konzert und sammelt dabei natürlich Sympathiepunkte (braucht sie eigentlich nicht, denn sie ist ja auch so eine tolle Frau und begnadete Jazzerin)
    Ich konnte das immer gar nicht glauben und jetzt verstehe ich das natürlich: In Oslo gibts bestimmt noch weniger Drehzahl auf dem Weihnachtsmarkt als in Schwedens Supermärkten ;-)

    Euer Rezept klingt jedenfalls lecker und die 24 Stunden muss man ja nur einmal warten – wenn man vorm Trinken den nächsten ansetzt :)

    Liebe Grüße aus Buxtehude (wo der Weihnachtsmarktglühwein lokal ersetzt wird durch Apfelpunsch – das Alte Land ist um die Ecke)

    Carsten

  2. Das klingt ja alles gut und schön, aber wer mag 24 Stunden warten? Außerdem bin ich Gemischen gegenüber eher skeptisch eingestellt, seit ich bei der Evelyn-Waugh-Lektüre auf „Blackers“ gestoßen bin: Stout und Champagner; der Selbstversuch war nicht sehr erfolgreich…. :-(

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