14. Dezember – Der Wichtel im Schaufenster (3)


Kapitel 1
Kapitel 2

Kapitel 3

Es war ein kleiner Knabe, der die Nase gegen das Fenster drückte. Der Wichtel hatte nicht gemerkt, wie der Junge gekommen war. Da konnte Nusse es sich nicht verkneifen, dem Jungen zuzunicken und zu lachen und sofort lachte der Junge mit und nickte zurück. So ging das eine Weile, bis ein großer Mensch kam und den Jungen fortzog.

»Das war lustig«, fand Nisse und jetzt wurde er etwas wagemutiger. Solange ihn große Menschen ansahen, blieb er weiterhin ganz still sitzen, doch sobald er mit den Kindern alleine war, schnitt er Grimassen, nickte und zwinkerte ihnen zu. Bald stand eine große Kinderschar vor dem Schaufenster und lachte über die bewegliche Wichtelpuppe. Sie glaubten, dass es eine mechanische Puppe war, die man mit einem Schlüssel aufziehen konnte. Mehrere Kinder gingen in den Laden und fragten, was die Wichtelpuppe im Schaufenster kosten sollte, denn sie wollten sie mit dem Geld aus ihrer Spardose kaufen. Und alle wünschten sie sich die Wichtelpuppe zu Weihnachten.

Der kleine Knabe, dem der Wichtel zuerst zugenickt hatte, kam bald zurück und stand dann den ganzen Tag vor dem Fenster, obwohl es draußen stürmte und schneite und alle Menschen nur schnell nach Hause ins Warme wollten. Nusse mochte den Knaben so sehr, dass er ihn mit den lustigsten Mätzchen unterhielt, wenn die beiden alleine waren. Er schlug Purzelbäume zwischen den Spielsachen, zog die Autos und Züge auf und tanzte mit Bären und Krokodilen. Der Knabe lachte in einer Tour und war so vergnügt, dass er gar nicht merkte, wie er fror. Und Nusse merkte nicht, dass er Hunger hatte, so viel Freude machte es ihm.

Doch plötzlich ging das elektrische Licht im Schaufenster aus und der Laden wurde geschlossen. Da ging der kleine Knabe all die vielen Treppen hinauf, bis zum Dachboden des großen Hauses, in dem er mit seiner Mutter, einer Näherin, wohnte.

Endlich hatte Nusse frei und er machte sich sofort auf einen Rundgang durch das Haus, wie es alle Wichtel zu tun pflegen, wohin sie auch kommen.

Schnell hatte er die Vorratskammer gefunden, die zur Wohnung hinter dem Spielwarenladen gehörte. Dort fand er Brot und Butter und Wurst auf einem Regal und aß mit gutem Gewissen, denn er hatte sich die Mahlzeit nach der langen Arbeit als Schaufensterpuppe redlich verdient, fand er.

Es dauerte nicht lange, bis Nusse jede Ecke in dem großen Haus kannte. Bis aufs Dach kletterte er und dort stand er und blickte über die tausenden Häuserdächer und fragte sich, wie um alles in der Welt er es anstellen sollte, wieder nach Hause zu kommen…

Kapitel 4

___

Übersetzung von Brevlåda nach Elsa Beskows Erzählung Tomten i leksaksfönstret, die unseres Wissens bisher nicht auf Deutsch veröffentlicht wurde.

Advertisements

4 Kommentare zu „14. Dezember – Der Wichtel im Schaufenster (3)“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s