18. Dezember 2012 – Der Wichtel im Schaufenster (4)


Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3

Kapitel 4

Ins Schaufenster wollte er nicht zurück, doch er ging hinunter und versteckte sich hinter einem großen Teddybären auf einem der Regale im Spielzeugladen und dort lag er auch noch am nächsten Morgen und lauschte, was der Mann und die Frau im Geschäft redeten. Er dachte, dass sie vielleicht ein paar leere Schachteln zurück zu den beiden Damen schicken würden, in denen er nach Hause reisen könnte.

Er hörte, wie der Mann und die Frau die Wichtelpuppe im Fenster vermissten und überall nach ihr suchten. Schließlich setzten sie eine andere Wichtelpuppe ins Fenster. Nach und nach kamen die ersten Menschen ins Geschäft und fast alle wollten einen solchen Wichtel kaufen, wie er am Vortag im Schaufenster gestanden hatte; so einen, der nicken und blinzeln konnte, denn ihre Kinder wünschten sich genau so einen zu Weihnachten. Doch obwohl der Mann und die Frau, denen der Laden gehörte, erklärten, dass es sich hierbei um einen Irrtum handeln musste, denn sie hatten keine beweglichen Puppen, so hatten sie doch nach einer Weile alle Wichtelpuppen verkauft. Sofort schickten sie ein Telegramm an Fräulein Therèse und baten dringend um mehrere Dutzend weiterer Wichtelpuppen, und das so schnell wie möglich. Auch ein paar Kinder kamen in den Laden und baten darum, dass der Wichtel, der da im Fenster stand, doch wieder aufgezogen werden möge, damit er wie gestern nicken und zwinkern und lachen konnte. Doch das war unmöglich, denn jenen Wichtel konnte man nicht aufziehen.

Unser Wichtel lag in seinem Regal und lauschte und lachte in sich hinein, denn ihm kam das Ganze so wunderbar komisch vor. Schließlich kroch er ins Stroh einer Geschenkkiste und schlief ein.

Die Tage vergingen, ohne dass sich eine Möglichkeit für Nusses Heimreise ergeben hätte und irgendwann war dann der Morgen des Heiligen Abends gekommen. Nusses Heimweh zu Vater, Mutter, Nisse und der gemütlichen Wichtelstube unter dem Küchenfußboden war größer denn je.

Er kannte sich in dem großen Stadthaus inzwischen zwar ganz gut aus, aber als Wichtel vom Land würde er sich in einem Stadthaus niemals wohlfühlen können! Am besten gefiel es ihm oben unter dem Dach, vor dem Zimmer von Svante und dessen Mutter. Svante, das war der kleine Junge, der am ersten Tag so lange vor dem Schaufenster gestanden hatte, doch jetzt hatte der Wichtel Svante schon lange nicht mehr gesehen.

Nusse saß an seinem angestammten Platz im Spielzeugregal hinter dem Teddybären, als Svantes Mutter ins Geschäft kam und fragte, was die Wichtelpuppe, die tanzen und Purzelbäume schlagen konnte, kosten solle. Da wurde der Mann im Geschäft beinahe ärgerlich. »Wir haben keine beweglichen Wichtel und haben auch niemals einen gehabt«, grummelte er.

Doch die Mutter bat und bettelte, dass er doch bitte, bitte noch einmal nach der Wichtelpuppe suchen sollte, die sich ihr kleiner Junge so sehr wünschte. Er hatte sich erkältet und lag nun krank im Bett, weil er den ganzen Tag im kalten Winterwetter vor dem Schaufenster gestanden hatte, während sie bei der Arbeit gewesen war. Nun fantasiere er im Fieber die ganze Zeit von dieser Wichtelpuppe, die er sich zu Weihnachten wünschte. Wenn er diese Puppe bekäme, sagte die Mutter, würde er vielleicht vor Freude wieder gesund werden; dann weinte sie, denn sie hatte Angst, ihren kleinen Jungen zu verlieren. »Wir haben leider keine einzige Wichtelpuppe mehr, die sind alle ausverkauft«, sagte die Frau im Geschäft…

Kapitel 5

___

Übersetzung von Brevlåda nach Elsa Beskows Erzählung Tomten i leksaksfönstret, die unseres Wissens bisher nicht auf Deutsch veröffentlicht wurde.

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3 Kommentare zu „18. Dezember 2012 – Der Wichtel im Schaufenster (4)“

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