Nationaltag


Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich bei unseren Lesern aus dem regengeplagten Mitteleuropa unbeliebt mache… Wir hatten gestern mal wieder so einen Bilderbuchtag. Arbeitsfrei, weil Nationaltag und Sonne, Sonne, Sonne.

23 Grad

Flaggen und Nationalhymnen hatte ich dieses Jahr allerdings bereits ausreichend, deswegen war uns heute nicht nach irgendwelchen Großveranstaltungen, sondern nach einer kleinen Wanderung – seitdem ich meine Kamera habe, wird das irgendwie nichts mehr mit größeren Touren. Dass es da aber auch immer überall so schön blühen und summen muss…

Am Wegesrand

Inzwischen sind wir dann auch so weit, dass ich nicht mehr unerkannt mit der Kamera durchs Gras robben kann. Wie ich so auf der Jagd nach dem Motiv „Blaue Libelle an Margerite“ war, rief es plötzlich von hinten „Aah Sommerzeit… hier wachsen ja pianofröken im Gras!“ Bis ich artig die Schülereltern begrüßt hatte, die das „Klavierfräulein“ ihrer Töchter im Gras entdeckt hatten, war dann auch die Libelle weg, hmpf…

Margeriten

Aber später hab ich sie dann doch noch erwischt:

Blaue Libelle

Am Fluss entlang

Wir mussten Viskan, Ätran, Spyan und Gallan oder wie sie auch immer hießen, lernen, vier kolossale Flüsse, die das südschwedische Hochland entwässerten.

aus Mikael Niemi: Populärmusik aus Vittula

Einer dieser vier kolossalen Flüsse, der Viskan, fließt vor unserer Haustür vorbei und die seit Wochen anhaltende Trockenheit hat ihre Spuren hinterlassen – ein wenig von dem Wasser, das Deutschland gerade zu viel hat, fehlt hier:

Viskan

An der alten Mühle

Wenn man dem Flusslauf etwa zwei Kilometer aufwärts folgt, kommt man zu einer kleinen, alten Mühle, die vom örtlichen Heimatverein gepflegt wird und an Sommerwochenenden geöffnet hat.

Zur Feier des Tages spielten dort Spielmannsleute mit ihren Schlüsselfideln (schwed: Nyckelharpa). Mit dem, was in Deutschland so unter „Volksmusik“ verkauft wird, kann man mich ja jagen, aber mit schwedischem Folk – und dann noch auf traditionellen Instrumenten! – sieht das ganz anders aus.

Hinterher kamen wir noch ein wenig mit den Musikern ins Gespräch und wie es der Zufall will, brauchen sie gerade einen Tastendrücker für ihr tragbares Harmonium. Erwähnte ich schon, dass ich seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Folkensemble bin, es aber bisher immer am Instrument scheiterte…? Wenn ich wolle, dürfe ich aber natürlich auch mit Nyckelharpa anfangen, sagte die Chefin, sie haben auch Leihinstrumente. Dann weiß ich also auch, was ich ab Herbst an Sonntagabenden machen werde…

Am und im See

Nach unserer kleinen Wanderung mussten wir uns dringend abkühlen und tauschten Kamera gegen Wasserthermometer. Wir erinnern uns: letzten Freitag waren es noch 15°C. Gestern, nur 6 Tage später, zeigte das Thermometer bereits 20°C an der Oberfläche und 18°C in Armlängentiefe. Wir waren etwa zehn Minuten im Wasser und hätten es auch noch länger ausgehalten. Nur etwa einen Monat, nachdem der Frühling und das erste Grün endlich kamen, können wir also konstatieren, dass jetzt Sommer ist. Unglaublich, wie schnell das ging…

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11 Kommentare zu “Nationaltag”

      1. Zu der Zeit, aus der das Schild stammt, war das wahrscheinlich nahezu gleichbedeutend :-) – anders kann ich mir das mit der zweistelligen Telefonnummer nicht erklären.

      1. Mit deinem Kommentar ist es wie mit dem Geld am Monatsende: nicht weg, nur woanders (in diesem Fall ganz oben).

        Dein detektivischer Eifer in allen Ehren, aber Dein Geiz in Sachen Buchstaben überrascht. Gonn dem o doch seine Pünkte!

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