Sportferien


Diese Woche waren in Borås wie auch in vielen anderen schwedischen Kommunen Sportferien und wer nicht dem olympischen Fieber verfallen ist, fährt in die Berge. Da dieses Jahr bisher schneetechnisch bei uns eher mau aussah, haben wir vor drei Wochen spontan beschlossen, auch wegzufahren.

Die großen schwedischen Skigebiete Sälen, Åre oder Idre waren uns alle zu weit weg, da wir wegen einer Konzertreise Jonas‘ nur fünf Tage hatten. Außerdem wollten wir nur Schnee, Pisten waren uns egal, weil wir keine Alpinfahrer sind. Nach einer Umfrage im Kollegium fiel unsere Entscheidung schließlich aufs Hovfjäll in Värmland, etwa vier Autostunden entfernt.

Wir hatten eine kleine Hütte auf einem Campingplatz am Fuße des Hovfjälls gebucht. Die Hütte hatte ein kleines Badezimmer – den Luxus, morgens nicht erst durch den Schnee stapfen zu müssen um sich die Zähne zu putzen, haben wir uns gegönnt – und war mit einer Küche mit Herd und Backofen und sogar einem Fernseher üppig ausgestattet.

Von der Hütte aus hatten wir eine fantastische Aussicht über den See und das Hovfjäll – oder hätten wir haben können, wenn das Wetter nicht vier Tage lang so ausgesehen hätte:

Blick über den See Brocken aufs Hovfjäll (irgendwo in den Wolken)
Blick über den See Brocken aufs Hovfjäll (irgendwo in den Wolken)

Da oben in der Wolke waren wir also jeden Tag unterwegs. Während im Tal der halbe Meter Schnee bei +1° und Regen beständig in sich zusammensank, herrschten auf rund 550m wenigstens ganz ordentliche Schneeverhältnisse: 70-80 cm Naturschnee und jeden Tag ein paar cm Neuschnee. Die Loipen waren schön gespurt und wurden mehrmals täglich erneuert. Dank des Wetters drängelte man sich auch nicht auf den Loipen, im Gegenteil. Zwei Stunden ohne eine Menschenseele zu treffen, waren keine Seltenheit.

Unsere Hütte auf "Abbas Camping"
Unsere Hütte auf „Abbas Camping“

Da wir beide mehr oder weniger blutige Anfänger auf Langlaufskiern sind, und ohnehin keine tollen Bilder zu erwarten waren, ließen wir die Kamera in der Hütte, um nicht unsere Stürze mit der Kamera abzupolstern.
Beeindruckend war es schon, wenn auf den offenen Strecken der Nebel oder das Schneetreiben plötzlich so dicht wurde, dass Jonas wie ein Gespenst in der weißen Suppe verschwand, wenn er mehr als fünf Meter weit weg war. Verirren konnte man sich ja zum Glück trotz Whiteout nicht, solange man in der Loipe blieb, aber man verlor völlig das Gefühl für Tageszeiten und Entfernungen. Trotzdem schafften wir jeden Tag zwischen 10 und 16 Kilometer. Was bei Olympia eine halbe Stunde dauert, war bei uns eine schöne Tagestour. Dauert halt, wenn man nach jedem Einsatz der „Backenbremse“ erstmal den Schnee wieder aus Klamotten und Rucksack klopfen muss…

Aber immer wieder schön, wenn man auch drei Tage später noch Muskelkater an Stellen hat, an denen man noch nie einen Muskel gespürt hat.

Trotz des Wetters auf jeden Fall wiederholenswert!

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Ein Gedanke zu „Sportferien“

  1. Ich habe ja auch erst 2013 mit diesen Brettern an den Füßen angefangen und kann das alles gut verstehen. Wie stolz ich auf meine erste zweistellige Tour war!!!!! In Finnland letztes Jahr bin ich dann schon 30km gelaufen, aber da war auch einfach alles perfekt. Runterfahren tue ich aber immer noch sehr ungern :-(

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