Bombenwetter


Högsommar (Hochsommer) – so lautete die Überschrift für den heutigen Wetterbericht. Und das war definitiv nicht übertrieben bei Temperaturen bis 30°C und Gewitterluft.

„Was ein Bombenwetter“ dachte sich daher wohl ein Spaßvogel mit einem etwas kranken Sinn für Humor, als er gegen neun Uhr per E-Mail eine Bombendrohung an das Boråser Tingsrätt (Gericht) schickte und damit kurzerhand die ganze Innenstadt lahm legte. Die ganze Region schickte Polizisten zur Verstärkung und aus Göteborg kam ein Spezialtrupp, um die Bombe vor der angekündigten Detonation um drei Uhr nachmittags zu finden. Mittlerweile sieht es aber so aus, als ob es nie eine Bombe gegeben hätte, denn weder hat man etwas gefunden, noch gab es eine Explosion. Auch die Hintergründe der Drohung bleiben bisher schleierhaft, da heute noch nicht einmal ein kontroverser Prozess im Gericht stattfinden sollte.

Das Sperrgebiet rund um das Gerichtsgebäude mitten in der Boråser Innenstadt. (Quelle: Borås Tidning)

Seltsam ist auch, wie manche Leute auf so eine Bombendrohung reagieren: In der Musikschule, die nur wenige hundert Meter vom Gericht entfernt liegt, herrschte eine etwas nervöse Anspannung, als es auf drei Uhr zuging, die durch flapsige Bemerkungen („in drei Minuten knallt’s“) verdrängt wurde – das fand ich irgendwie verständlich. Warum man aber unbedingt auf die Straße gehen muss, um auch wirklich hautnah mit dabei zu sein, ist mir ein ziemliches Rätsel.

„Det här är ju det första bombhotet i Borås på säkert 40 år, det vill man ju inte missa så vi bestämde oss för att gå ut på gatan i stället för att sitta inne.“
Das ist ja das erste Mal seit 40 Jahren, dass wir hier in Borås eine Bombendrohung haben. Das will man ja nicht verpassen, deshalb sind wir raus gegangen anstatt drinnen in der Bude zu hocken.
(Quelle: Borås Tidning)

Seit halb fünf ist die Innenstadt wieder freigegeben und Wochenendshopping oder Feierabendbier steht nichts mehr im Wege. Die Polizei hat eine Untersuchungen wegen olagligt hot (illegale Drohung) eingeleitet. Wir hingegen nutzen das Bombenwetter für etwas sinnvolleres: Jetzt wird nämlich die Badesaison eröffnet.

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