Alltag


– „Hallo, hier ist Annika von der Musikschule, ich rufe an wegen Lasses Klavierstunde. Hat er denn seinen Stundenplan von der Schule schon bekommen? Ich nehme an, er möchte wieder direkt nach der Schule kommen, damit das mit den Buszeiten passt. An welchem Tag würd’s denn passen?“

– „Ja, genau; gut, dass du dran denkst mit dem Bus. Letztes Schuljahr hatte er ja immer donnerstags, das würde eigentlich jetzt auch wieder passen, aber…“

– „Ja?“

– „Lasse möchte lieber montags Klavierunterricht haben. Da hat er zwar länger Schule, dann klappt das mit dem Bus nicht mehr, aber egal. Ich hol ihn dann ab.“

-„Mhm. Hat er denn donnerstags viele anstrengende Fächer?“

-„Nee, das nicht, aber er übt doch immer nur sonntags und hat dann bis Donnerstag alles wieder vergessen.“

„Ok, dann am Montag, eine Stunde später als im letzten Jahr, ich habs notiert. Der Unterricht fängt nächste Woche an. Tacktack! Hejdå!“

Klick.

– „Hallo, hier ist Annika von der Musikschule, ich rufe an wegen Mias Klavierstunde. Hat sie denn ihren Stundenplan von der Schule schon bekommen? … Prima. An welchem Tag würd’s denn passen? Wieder montags, wie letztes Jahr? … Stimmt, die Pfadfinder haben die Zeiten geändert. Am Dienstag hätt ich auch noch was frei, allerdings erst nach vier. … Oh, das ist ja toll für sie, dass sie jetzt die Kleinen beim Innebandy trainieren darf, aber früher hab ich leider nichts mehr frei. Am Donnerstag ist aber eben was frei geworden, am frühen Nachmittag. … Young voices, verstehe. Nee, klar, wenn sie da solo singt, kann sie nicht jedes Mal zu spät kommen. … Mittwoch? Ich dachte, da hat sie erst Klarinette und anschließend Orchester? … Eben, dacht ich mir doch. Freitag also. … Oh die Arme, freitagnachmittags eine Doppelstunde Naturexperimente … Ja, die Turnhalle, wo die Funkenmariechen trainieren, ist gleich um die Ecke. … Kommt drauf an, wann die Funkenmariechen anfangen. … Um halb sechs muss sie da sein? Das könnte gehen. Der Schüler, bisher um fünf kam, hat eh angedeutet, dass er freitagabends immer so fertig ist und an einem anderen Tag kommen wollte. Ich melde mich nochmal, wenn ich mit ihm gesprochen habe, ok? … Tacktack! Hejdå!“

Klick.

– „Hallo, hier ist Annika von der Musikschule, ich rufe an wegen Gustavs Klavierstunde…“

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5 Kommentare zu „Alltag“

    1. Hallo Sabina!
      Ich glaube ehrlich gesagt gar nicht, dass sich das Stundenplangebastel sehr von anderen Musikschullehrern unterscheidet, die ähnlich viele Einzelschüler haben. Natürlich ist das eine Typfrage und auch eine Frage der Kultur an der jeweiligen Musikschule, wie sehr man sich die Schülerwünsche zu Herzen nimmt oder ob man kaltschnäuzig ist und sagt „Dienstag um drei und basta. Spiel doch wannanders Tennis.“ Ich gehöre sicherlich zur geduldigeren Sorte (auch weil ich selbst früher so eine „Mia“ war), pro Schüler rechne ich im Schnitt mit rund vier Telefonaten, bis der Termin endgültig steht.
      Aber wie meinte ein Kollege die Tage: „Sorgen machen um den Stundenplan muss man sich erst, wenn er um Weihnachten immer noch nicht fertig ist.“
      Und solange ich abends noch darüber bloggen kann, isses eh halb so wild. :-)

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