Schülermund


Die erste Woche nach den Weihnachtsferien:

— — —

Markus, 8. Klasse:

– Im April haben wir zwei Wochen Berufspraktikum. Ich mach mein Praktikum an der Kulturschule!

(Recht so. Mal über den Tellerrand gucken, unsere Musikschule kennt er ja seit 8 Jahren.)

— — —

– So Fredrika, mit dem ersten Band deiner Klavierschule sind wir ja vor den Weihnachtsferien fertig geworden. Habt ihr den zweiten Band schon gekauft?

– Njaaa… nicht richtig…

– Was heißt das, „nicht richtig“? Habt ihr den zweiten Band gekauft oder nicht?

– Nee, ich wollte erst fragen, ob du mir nicht dein Klavierbuch schenken könntest, ich habe schließlich kein Weihnachtsgeschenk von Dir bekommen… Und du kannst doch eh alle Stücke daraus auswendig.

(7. Klasse. Ich war sprachlos.)

— — —

– Ich habe mir an Weihnachten von meiner großen Schwester beide Bände mit Beethoven-Sonaten ausgeliehen und will jetzt etwas daraus spielen. Wenn wir jetzt nicht damit anfangen, wird das sonst nichts mehr.

(Ann-Louise wird im Sommer 70.)

— — —

Stefan, 2. Klasse, spielt jetzt im „Miniorchester“ mit (das Orchester ist mit ca. 15 Kindern gar nicht so mini, wohl aber die kurzen Stücke). Weil das Orchester schon seit September besteht und er jetzt Quereinsteiger ist, sitze ich in seiner ersten Orchesterprobe neben ihm am Klavier. Während der Dirigent gerade den Klarinetten einen neuen Griff erklärt, flüstert er mir zu:

– Weißt du was das Gute am Orchesterspielen ist? Ich darf jetzt zweimal die Woche in die Musikschule kommen!

(Da schmilzt das Klavierlehrerherz…)

Advertisements

4 Kommentare zu “Schülermund”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s