Sundholmen


Zur Zeit haben die meisten Seen hier eine dünne Eisschicht, manche waren Anfang der Woche bereits begehbar. Nur unser Haussee ist aufgrund der geografischen Gegenheiten immer einer der letzten, die zufrieren.

Andere Seen frieren da schneller zu, so zum Beispiel der See Tolken, eine gute halbe Stunde von hier. Direkt am See liegt Sundholmens Gård, ein hübsches Herrenhaus mit ausgedehnten Grünanlagen, die der Kommune gehören und daher für jedermann zugänglich sind.

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Das Herrenhaus Sundholmen, im Hintergrund der zugefrorene See.

Interessant ist Sundholmen vor allem wegen der Schlossruine auf einer vorgelagerten Insel. Am Ufer liegen Ruderboote, mit denen jeder Besucher die 150 Meter zur Insel hinüberrudern kann.

Links im Bild die Insel mit der Ruine, leider wird es schon dunkel.
Links im Bild die Insel mit der Ruine, leider wird es schon dunkel.

Den Spuren nach zu urteilen konnte man die Tage wohl auch zu Fuß hinüber gehen, aber so ganz geheuer war uns das Eis dann doch nicht und so hielten wir uns am Ufer.

Wie wir von einer Infotafel erfuhren, war die Insel bereits im Mittelalter von Mönchen bewohnt, bevor dort im 16. Jahrhundert ein Schloss errichtet wurde, und die Insel mit einer Brücke ans Festland angeschlossen wurde.

PENTAX Image
Schloss Sundholmen, Stich aus dem 17. Jahrhundert. Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Suecia_3-064_;_Sundholm.jpg

Dieses Schloss brannte mehrmals nieder und wurde wieder aufgebaut, aber nach dem letzten Brand vor rund 300 Jahren wurde es nicht mehr hergerichtet, die Ruine geriet in Vergessenheit und die Natur holte sich ihr Territorium zurück. Erst in den 1990ern wurde die Ruine wiederentdeckt und Besuchern zugänglich gemacht.

Die Schlossbewohner verließen also Anfang des 18. Jahrhunderts die Insel und siedelten sich auf der Halbinsel gegenüber an. Mitte des 19. Jahrhunderts entstand dort das heutige Herrenhaus mit mehreren Nebengebäuden. Das Haupthaus wird heute als Tagungshaus von der Kommune genutzt. An den Wochenenden steht es leer und kann privat angemietet werden. Eines der Nebengebäude dient als Unterkunft für Tagungsgäste.

Und wie sich das für ein ordentliches Tagungszentrum gehört, liegt unten am See ein kleines rotes Häuschen mit einer Sauna und einem „Kannibalentopf“, ein großer Holzbottich für vielleicht vier bis sechs Personen, der mit Wasser befüllt und von unten mit Holz beheizt wird.

Im Gegensatz zum mondänen Spa im Kongresshotel von Göteborg, würden wir auf Sundholmen schon mal gerne ein Wochenende mit ein paar netten Leuten verbringen…

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