Morgondopp


Seit Oktober gehöre ich zu den extremen Frühaufstehern. Ok, nur einmal die Woche und als ich noch zur Schule ging, wäre 6:10 schon fast „ausschlafen“ gewesen, aber trotzdem. 6.10 Uhr, das ist definitiv vor dem Aufwachen.

Als Angestellte der Kommune können wir diverse Vergünstigungen und Angebote wahrnehmen, die unter dem Stichwort „friskvård“ – wörtlich: „Gesundheitspflege“ – zusammengefasst werden. Darunter finden sich Opernbesuche, Eintritt in Gartenmessen, Kneipenquizabende oder medizinische Fußpflege, aber natürlich auch jede Menge mehr oder weniger sportliche Angebote von Fitnesscenter über Skiausfahrten bis Yogakloster, jeder wie er mag. Auch eine kostenlose Jahreskarte für sämtliche Schwimm- und Spaßbäder der Kommune gehört dazu, Sauna inklusive.

Da ich meinen Plan „ich höre nicht auf, täglich im See zu baden, bis er zufriert“, den ich jeden Sommer fasse, traditionell im September auf „… zweimal die Woche…“ reduziere und spätestens im Oktober endgültig verwerfe, ist so eine Jahreskarte zumindest von Oktober bis Mai eine feine Sache.

Zusätzlich zur Jahreskarte werden auch Schwimmkurse zu sehr moderaten Preisen angeboten und so habe ich mich im Herbst mal spaßeshalber für „Kraulen für Fortgeschrittene“ angemeldet und nach Weihnachten gleich den Anschlusskurs gebucht. Da ja der soziale Aspekt nicht zu kurz kommen darf, war neben den 10x40min Trainingseinheiten auch jeweils das Frühstücksbuffet nach dem Training im Schwimmbadcafé in den 20 Euro Kursgebühr inbegriffen. So billig kann ich kaum zu Hause frühstücken, geschweige denn mich vorher einen knappen Kilometer professionell durchs Wasser scheuchen lassen.

Da der gemeine kommunale Angestellte zwischen 8 und 9 irgendwann wieder an seinem Schreibtisch sitzen, vor seiner Klasse stehen oder seine Kehrmaschine durch die Stadt lenken muss, beginnt der Kurs bereits um 6.45 Uhr, das ist mitten in der Nacht. Oder war es zumindest bis letzte Woche. Denn als ich heute um zwanzig nach sechs aus dem Haus ging, war es draußen nicht mehr schwarz, sondern schon dunkelblau. Und während ich so meine Bahnen abzählte, färbte sich der Himmel allmählich knallerosa. Das Schwimmbad ist zu drei Seiten hin verglast. Fast – aber nur fast – ein Ersatz für meinen Morgondopp im See. Bald wieder…

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