Frühjahrsputz


Der Frühling ist dieses Jahr ungewöhnlich früh hier oben. Schnee hatten wir ohnehin nicht viel dieses Jahr, aber inzwischen sind bereits die ersten Krokusse draußen und sogar einen Huflattich haben wir schon gesichtet. Leider kam ich heute nicht dazu, mit der Kamera am Boden rumzukriechen und die ersten Knospen zu fotografieren, denn wir haben uns heute von der allgemeinen Frühlingsgeschäftigkeit anstecken lassen und unsere Garage entmüllt. Unglaublich, wieviel Krempel sich in den gut zwei Jahren, die wir jetzt hier wohnen, schon wieder angesammelt hat – unmöglich, das alles mit unserem kleinen Twingo zum Recyclinghof zu fahren. Zum Glück kann man hier an jeder Tankstelle unkompliziert und billig Anhänger leihen.

Unser kleines Auto hat aber auch keine Anhängerkupplung und so mussten wir uns erst noch ein Auto von einem guten Freund organisieren. Der Anhänger war erschreckend schnell voll und dann gings zur Återvinningscentral.

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Auch hier wieder: die beste Kamera ist die, die man gerade zur Hand hat und das war nur das Handy.

Gefühlte 5000 Menschen hatten heute die gleiche Idee wie wir und so stauten sich die Autos mit und ohne Hänger bereits in der Zufahrt zum Recyclinghof.

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Wir fühlten uns schon sehr schwedisch, als wir mit unserem Volvo (nur geliehen, aber trotzdem) und einem Anhänger voller alter Reifen, Gartenabfälle und sonstigem Gruscht an einem sonnigen Vorfrühlingssamstag hingebungsvoll Hart- von Weichplastik trennten, Baumstämme und kleine Ästchen in getrennte Container sortierten, einen alten Toaster in Kabel, Plastik und Metall zerlegten und Isolierwolle, Spiegelglas, alte Lampen, eine kaputte Markise und einen Fahrradträger fein säuberlich ihrer neuen Bestimmung in der Rohstoffwiedergewinnung zuführten. Hier und dort traf man Schüler und ihre Eltern, hielt ein Schwätzchen am Batteriecontainer, bewunderte das gut erhaltene Kinderfahrrad, das das Kind stolz in den Spendencontainer für Flüchtlinge rollte und es schien, als hätte keiner an diesem sonnigen Tag auch nur die Spur einer Absicht, den Tag mit etwas anderem als Mülltrennung zu verbringen.

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Davon inspiriert fuhren wir nach Hause und luden unseren Anhänger gleich noch ein zweites Mal voll, diesmal ausschließlich mit frischen Bäumen, die wir bereits letztes Wochenende gefällt hatten. Unser mit Holz heizender Nachbar hatte sich zwar schon die dicksten Stämme herausgepickt, aber es reichte trotzdem locker für eine weitere Hängerladung – und wir waren noch lange nicht fertig, doch der Recyclinghof hatte nur bis 15.00 offen.

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Was auf dem Bild zu sehen ist, ist nur ein Bruchteil dessen, was gerade in unserem Garten an Holz rumliegt, aber das ist eine andere Geschichte…

Aber der Tag war ja noch jung und nachdem Auto und Hänger wieder zurückgegeben waren, wartete ja noch die entmüllte Garage auf uns und wollte gefegt und wieder eingeräumt werden.

Als wir damit fertig waren, schien immer noch die Sonne, was wir als Zeichen deuteten, uns noch eines weiteren Holzstapels im Garten anzunehmen und mit Handsäge und Astschere zu zerkleinern.

Am Abend hatten wir rund 9 Stunden draußen in der Sonne gearbeitet und unsere Nasen leuchteten uns mit ihrem Sonnenbrand den Weg ins Haus…

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