Auf Nummer sicher


Auf unserem Spaziergang biegen wir in die Schotterstraße ein, aus der eben mehrfach lautes Dröhnen eines offensichtlich heftig frisierten Motors zu hören war. Direkt hinter der Kreuzung kommen wir an ein kleines, etwas vernachlässigt aussehendes Haus mit sehr vielen Autos, Motorrädern und sonstigen Maschinen drumherum. Der Besitzer, ein großer, breiter Türsteher-Typ mit langem, geflochtenem Vollbart und Lederjacke mit irgendeinem Motorradgang-Logo hinten drauf, geht nach getaner Tuningarbeit zu seinem Briefkasten. Unsere Wege kreuzen sich, wir grüßen mit einem kurzen Hej! und gehen weiter unseres Weges. Da ruft uns plötzlich der Typ von hinten zu: „Ihr solltet wirklich Warnwesten anhaben, es dämmert ja immerhin schon und auf der Straße, von der ihr kommt, rasen die Leute immer so. Ohne Reflektoren übersieht man da leicht jemanden, auch wenn es noch nicht richtig dunkel ist. Ich habe ja immer meine Jacke mit eingenähten Reflektoren an, wenn ich abends draußen bin, aber wenn man so etwas nicht hat, kann man ja für ein paar Kronen diese Schutzwesten…“ So geht es noch ein paar Minuten weiter und er lässt uns erst wieder ziehen, als wir versprochen haben, nächstes Mal wirklich Westen mitzunehmen, auch wenn es noch früh am Tag ist, man weiß ja nie, wann man heimkommt.

Im Wald wohnen, Mitglied in einem Motorradclub sein, Autos bis zur Illegalität frisieren – aber Hauptsache in neongelber Warnweste!

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