Einmal Oslo und zurück in 16 Stunden


Nachdem wir am Dienstag und am Mittwoch noch schnell alle unsere Schulabschlussfeiern durchgezockt hatten, machten der Kollege und ich uns mit zwei aufgeregten Teenagern auf der Rückbank auf den Weg nach Oslo. Geheimtipp: Wer mal ein ganzes schwedisches Möbelhaus zum Kaffetrinken für sich allein haben will, dem empfehle ich den letzten Schultag vor den Sommerferien bei strahlendem Sonnenschein.

Nachdem wir uns einmal quer durch den Osloer Feierabendverkehr und gefühlte 500 Baustellen gekämpft und seinen Sohn und dessen Freund vor der Telenor-Arena mit den Foo Fighters abgesetzt hatten, machten wir uns direkt auf den Weg zum Holmenkollen, der großen Skisprungschanze etwas außerhalb von Oslo. Vom Stadtzentrum fährt eine Tunnelbane direkt zum Holmenkollen, wobei die U-Bahn genau drei Stationen lang unterirdisch fuhr und sich dann in eine Bergbahn verwandelte, die sich durchaus mit Schweizer Alpenpanoramen messen kann. Nur mit Meerblick.

Wäre ich allein gewesen, hätte ich vermutlich die ganze Fahrt durch fotografiert, aber man will ja nicht asozial sein…

Kurz bevor die Skisprungschanze zumachte, kamen wir dort an und durften noch zehn Minuten die Aussicht vom höchsten Punkt der Schanze Oslos genießen:

(Zum Vergrößern aufs Bild klicken.)

Erfreulicherweise war es aber nur der eigentliche Sprungturm, der um acht Uhr schloss, die restliche Anlage war weiterhin zugänglich. Der Landebereich unterhalb des Schanzentisches war nämlich mindestens ebenso beeindruckend, ebenso wie die Unmenge an Biathleten auf Rollskiern und Mountainbikern, die sich in den Sportanlagen rund um den Turm tummelten:

Nach der langen Fahrt war uns nach etwas Bewegung und so gingen wir drei Haltestellen weit den Berg hinab durch Osloer Edelwohngebiete. Keine Bilder hiervon, ich war ja nicht allein. Aber natürlich spekulierten wir, welchen Beruf man haben muss, um sich in dieser Lage eine Villa leisten zu können… Schmieriger Politiker? Hart arbeitender Zuhälter? Erfolgreicher Skispringer? Der Kollege befand jedenfalls nur lakonisch, dass schwedische Gärten besser gepflegt seien…

Wieder in der Innenstadt angekommen, kamen wir genau rechtzeitig, um den Sonnenuntergang vom Dach des Opernhauses zu erleben, das wie ein Eisberg aus weißem Marmor direkt am Fjord liegt. Gegen viertel nach zehn verschwand die Sonne hinter dem Holmenkollen, aber dunkel würde es in dieser Nacht ohnehin nicht mehr werden.

 

Auf Karl Johan, der Paradestraße zum Schloss, tummelten sich zur fortgeschrittenen Stunde die Menschenmassen in Straßencafés, Straßenkünstler unterhielten an jeder Ecke und es hätte genauso gut vier Uhr nachmittags statt elf Uhr abends sein können. (Ich glaube, ich habe mich inzwischen sehr an unser Kleinstadtleben gewöhnt, denn wenn ich mal kurz nachdenke, war es an lauen Sommerabenden in Karlsruhe nicht anders… oder doch – dunkel.)

Gegen Mitternacht holten wir dann die Jungs von der Telenor-Arena ab und während es auf der Rückbank leise zu schnarchen begann, noch bevor wir Oslo verlassen hatten, hielten wir uns gegenseitig am Steuer wach. Ab zwei Uhr wurde es wieder richtig hell und als wir gegen halb fünf morgens wieder an unserer Schule vorbeifuhren, wäre ich beinahe routinemäßig auf den Schulparkplatz gefahren, gefühlt war es mitten am Tag.

Mit Blick auf unsere Orchesterreise nach Süddeutschland, die wir am morgigen Freitag antreten, haben wir uns dann doch noch für ein paar Stunden Schlaf entschieden.

Tack U. för den härliga resan!

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4 Kommentare zu “Einmal Oslo und zurück in 16 Stunden”

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