Katze und Kekse


„Puh… Kekse wegbringen ist immer so ein Nervenkitzel!“

Ein Satz aus Jonas‘ Mund, der so schön ist und so absurd, dass man ihn in Stein meißeln möchte. Und so wahr.

Zur Erklärung: Unsere Wohnküche ist meistens recht warm und gemütlich und Jonas meint, es sei nicht gut, Weihnachtsplätzchen bei 23°C zu lagern. Der Kühlschrank scheidet als Plätzchenlager aus, weil voll (mit halbvollen Senf- und Sauren-Gurken-Gläsern), ebenso der Keller, weil zu weit weg. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir vor dem exzessiven Konsum von Kalorien erst noch Kalorien beim Plätzchenholen verbrennen würden??

Der Aufgang zum Dachboden liegt da viel näher und weil unser Dachboden nicht isoliert ist, herrschen dort zu dieser Jahreszeit plätzchenfreundliche (weil einstellige) Temperaturen. Leider liiiiebt unser kleiner felliger Mitbewohner das Geräusch sich öffnender Türen und egal wo er sich gerade befindet, kommt Tschaikowski immer wie ein Irrer angesaust, wenn er eine Türklinke hört, um durch die gerade geöffnete Tür zu witschen. Ist er dann einmal auf dem Dachboden, kriegt man ihn von dort nur schwer wieder weg, schließlich ist da oben ein Abenteuerspielplatz unser Lager für alte Umzugskartons und sonstige leere Schachteln und Kisten. Gleichzeitig möchten wir die isolierte Tür zum schweinekalten Dachboden gerne zügig wieder schließen, ohne den kleinen Herrn auf dem Dachboden einzuschließen, auch weil wir dem Gedanken nicht trauen, Plätzchendosen und Kater ohne Aufsicht miteinander spielen zu lassen.

Möchte man also die Keksdosen von der Dachbodentreppe holen oder dorthin zurückbringen, muss man daher entweder schneller sein als der Kater (unmöglich) oder ihn vorher mit Spielzeug ablenken. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Kater gewisse Züge eines Hundes hat und sehr gerne „bei Fuß“ läuft, wenn wir durch die Wohnung gehen. (Außer natürlich, man lässt Keller- oder Dachbodentür offen stehen, dann wird er plötzlich ganz selbstständig.)

Man lenkt den Kater also mit einem Spielzeug irgendwo am anderen Ende der Wohnung ab, entfernt sich unauffällig, schnappt sich dann zügig und möglichst geräuschlos die Keksdosen, öffnet die Dachbodentür, vernimmt das fft-fft fft-fft des Katzengalopps auf Laminatboden, schließt schnell die Tür hinter sich, stellt die Keksdosen ab und wartet auf der kalten Treppe, bis das Fellpaket auf der anderen Seite das Interesse an der geschlossen Tür verloren hat und sich nach einer neuen Beschäftigung umgesehen hat, bevor man versucht, lautlos die Türklinke herunterzudrücken (unmöglich in einem alten Haus) und sich unbemerkt durch die Tür zurück in die Wohnung zu schleichen.

Ja, Plätzchendosen wegbringen ist bei uns jetzt tatsächlich ein Abenteuer…

Kistenkater
Diese Filzkiste (für 5 Kronen vom Flohmarkt) dient wahlweise als Beuteersatz, Schlafplatz, Versteck oder Spielzeug für unseren Kistenkater.
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2 Kommentare zu “Katze und Kekse”

  1. Sehr gut endlich mal jemand der seine Katze nicht mit Keksen und dem ungesunden Zucker füttert. Hab gerade nen Beitrag von einem Blogger gelesen der seine Katze mit vanillekipferl füttert. Unverantwortlich sowas.

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