Alle Beiträge von Annika

Silvester 2018


Den Silvesterabend werden wir heute Abend sehr gemütlich mit dem Lieblingskollegen und der Lieblingskollegenfrau feiern. Draußen regnets, aber wir haben eh keine Ambitionen zum Knallern. Ab nächstem Jahr ist Böllern dann auch in ganz Schweden verboten nur noch mit polizeilicher Sondergenehmigung gestattet.

Der erste Abend mit Gästen in unserem neuen Draußenzimmer!

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Euch allen einen Guten Rutsch!

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24. Dezember: Frohe Weihnachten!


Jaja, ich weiß, das letzte Türchen an unserem diesjährigen Brevlåda-Adventskalender hätte eigentlich schon gestern erscheinen müssen…

Aber. Wir haben Ferien. Und nach Baum schmücken (Annika) und Essen kochen (Jonas) und Essen essen, fanden wir gestern beide, dass wir für einen Ferientag bereits genug geleistet hatten.

Mein Motto für diese Ferien, frei nach Loriot: Ich möchte einfach nur hier sitzen. Findet Pulcinella auch. Jetzt müssen wir uns nur noch einig werden, wer wann wo sitzen darf.

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Frohe Weihnachten euch allen, die ihr hier mitlest!

23. Dezember: Einweihung


Nach Jonas‘ Nacht-und-Nebel-Aktion in der Nacht von Freitag auf Samstag, wo er mal eben noch schnell den kompletten Wintergarten ein letztes Mal gestrichen hat, konnten wir am Samstag endlich alle Klebestreifen entfernen, die Bodenabdeckung wegschmeißen, alles einmal durchwischen und das Malergerüst gegen Möbel eintauschen, die schon seit September im Keller auf ihren Einsatz warten. Gestern stank es aber noch so erbärmlich nach Farbe, dass wir es nicht längere Zeit darin aushielten. Aber heute nachmittag haben wir jetzt endlich unseren Wintergarten bei Ostfriesentee und Plätzchen einweihen können.

Während ich hier im Schaukelstuhl sitze und meine Füße Richtung Kaminofen strecke, kocht Jonas in der Küche Wildschwein, Rotkohl und brät Speck an, das beste Mittel gegen Farbgeruch…

Und so sieht es jetzt hier drin aus:

 

 

Ehrlich gestanden ist es im Dunkeln hier drin deutlich gemütlicher als im „Hellen“ (oder das, was der schwedische Mittwinter so an Helligkeit hergibt). Obwohl die Handwerker am Freitag noch einen ganzen Container Krempel abgeholt haben, sieht es draußen nach wie vor aus wie bei Hempels unterm Sofa auf einer Baustelle.

Die Drainage ist erst teilweise fertig, und daran wird auch erst im Frühjahr weitergearbeitet, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist. Deshalb haben wir gerade einen Burggraben mit Zugbrücke um den Wintergarten. Und von außen ist das Ganze auch noch nicht gestrichen sondern nur grundbehandelt.

 

 

Aber zum Glück ist es ja gerade 18 Stunden am Tag dunkel und 6 Stunden lang nicht hell, so bleibt einem die Aussicht auf das Elend in unserem sogenannten Garten erspart. Und bei dem Wetter will eh keiner raus.

Gardinen fehlen noch, im Moment sitzen wir hier ziemlich auf dem Präsentierteller. Aber wir gucken ja Richtung Wald, und wenn uns der eine oder andere Elch auf dem Sofa sitzen sieht, stört mich das nur marginal…

 

17. Dezember: Instrumente schleppen und proben


Gestern und heute Abend habe wir, d.h. der Lieblingskollege und ich, jeweils drei Stunden mit unserem Orchester geprobt, denn morgen ist Weihnachtskonzert. Der große Nachteil an symphonischem Blasorchester ist der Krempel, den man immer mit sich rumschleppt, wenn man irgendwo ein Konzert gibt: 4 Kesselpauken, Röhrenglocken, Xylophon, Glockenspiel, Marimbaphon, Drumset, Bar Chimes, Gran Cassa mit Gestell, diverse kleine Trommeln, Congas, Woodblocks, 2 Taschen mit Percussionkleinzeug, 40 Notenständer und 2 Waschkörbe voll mit Notenordnern. Und dann hat man trotzdem immer noch irgendwas vergessen.

All das passt gerade so in einen großen Umzugsanhänger und zwei PKW. Um alles einmal komplett von der Musikschule in die 1,5 Kilometer entfernte Kirche zu bringen und dort wieder aufzubauen, ist man zu zweit locker einen halben Tag beschäftigt. Zwar versuchen wir immer, unsere Schüler und deren Eltern zu engagieren, aber manchmal muss das mitten am Tag passieren, wenn alle in der Schule oder bei der Arbeit sind.

Um in unsere Konzerte etwas klangliche Abwechslung reinzubringen und weil die Jüngeren im Orchester noch nicht über ein Stunde pausenlos spielen können, haben wir immer eine Solonummer oder etwas in kleiner Besetzung dabei, wo sich besonders engagierte Schüler präsentieren dürfen. Wegen des Festivals in Oldenburg vor einem Monat war aber die Vorbereitungszeit zu kurz, sodass der Lieblingskollege und ich dieses Jahr selbst einspringen.

Nachdem wir also heute den halben Tag Instrumente geschleppt hatten, saßen wir eine Stunde zusammen und probten zum ersten Mal, weil auch dafür die letzten Wochen keine Zeit war. Und dann war auch schon Probe mit dem Orchester, Zum Glück habe ich diese Woche keine Schüler im Einzelunterricht mehr.

Was wir als Duo spielen? Keine Weihnachtsmusik, sondern ein Ausblick auf unser nächstes Konzert im April:

15. Dezember: Nej, se det snöar!


So richtig viel Schnee hatte ich dieses Jahr bisher nur in Norwegen. Im Moment hat es hier zwar Minusgrade und es liegt eine leichte Schicht Puderzucker, aber da darf gerne noch mehr kommen.

Ein klassisches Winterlied ohne Weihnachtsbezug ist Nej, se det snöar! Ganz schlicht und einfach, 16 Takte, 3 Akkorde, nichts Besonderes.

Aber was passiert, wenn man auf der größten Konzertorgel Schwedens und nach eigenen Angaben der modernsten Orgel der Welt über das Thema improvisiert? Seht selbst…

Orgel Acusticum in Piteå:
erbaut 2006-2012 durch die Orgelbauwerkstatt Gerald Woehl (Marburg)
10m breit und 9,5m hoch
9000 Pfeifen verteilt auf 206 Register und 13 Effektregister
Kosten: ca. 25 Millionen Kronen

Auf http://www.dlaplay.se kann man übrigens Konzerte aus Schwedens modernstem Konzertsaal live oder im Archiv ansehen, z.B. das Einweihungskonzert der Orgel.

14. Dezember: Das Klodeckelmysterium


Heute mal ein ganzer Tag ohne Weihnachtskonzerte oder Weihnachtskonzertproben, sondern nur der ganz normale Freitagswahnsinn mit vormittags Kulår und nachmittags APT. APT bedeutet arbetsplatsträff, übersetzen darf sich das jetzt jeder selbst. APT ist einmal im Monat und ist eine etwas formellere Wochenkonferenz mit festen Tagesordnungspunkten, die der Chef abhaken muss, wie z.B. aktuelle Information aus der Lokalpolitik, Personalfragen, Gesundheit am Arbeitsplatz, Budget und Betriebsratsfragen.

Auch das physische und psychosoziale Arbeitsumfeld müssen angesprochen werden. Und diesem TOP wurde heute folgende Frage erörtert: An der Kulturschule wurde ein Klodeckel geklaut. Ein Klodeckel mit zugehöriger Klobrille, um genau zu sein. Neben dem Wo und Wann hätte mich ja besonders das Warum interessiert.

Ist es eine Impulsentsscheidung, einen Klodeckel zu klauen? Vermutlich nicht, denn dafür braucht man zumindest einen Schraubenzieher. Jemand hat also einen Schraubenzieher in der Tasche, geht damit auf eine halböffentliche Toilette, die täglich von zig Schülern frequentiert wird und schraubt den Klodeckel ab. Und dann? Spaziert man mit Klodeckel samt -brille einfach durch die Stadt? Trägt man dabei Gummihandschuhe? Oder steckt man die siffige Klobrille in einen Rucksack? Oder hat man gar vorausgedacht und neben dem Schraubenzieher auch noch eine Plastiktüte für das Diebesgut mitgebracht?

Und was macht man man dann damit? Bei sich zuhause montieren? Freut man sich dann bei jeder Sitzung über seinen schäbigen angesifften Plastikklodeckel aus der Kulturschule? Ist es gar eine mir bislang unbekannte Form von Fetisch? Fragen über Fragen…

Nach dem APT wurden wir von unseren Chefs noch zum Weihnachtsfika eingeladen. Für die tägliche Dosis Weihnachtsgedöns.