Archiv der Kategorie: Katt

Katzenwäsche


Werbeanzeigen

Osterferien


Schon vor einigen Wochen fragten uns unsere Wohnwagenfreunde, was wir denn in den Osterferien machen wollten. Da wir noch nichts vorhatten, beschlossen wir, zusammen einige Tage nach Süden in die Provinz Schonen bzw. Skåne zu fahren. Als ersten Treffpunkt vereinbarten wir Kullaberg nördlich von Helsingborg. Dort schiebt sich eine ziemlich platte Halbinsel in den Kattegatt, die auf den letzten Kilometern plötzlich auf fast 200 Meter ansteigt und dann in alle Richtungen steil ins Meer fällt. Hier liegt ein gut erschlossenes Naturschutzgebiet mit Felswänden, Höhlen, Wäldern, alten Höfen, Cafés und sogar einem Golfclub. Leider war es schon spät als wir ankamen, und so schafften wir es nur, dem Leuchtturm ganz am Ende der Landzunge einen Besuch abzustatten.

Da es sich beim Kullaberg um ein Naturschutzgebiet handelt, konnten wir dort leider nicht übernachten. Dafür fanden wir einen schönen Platz direkt am Wasser an einem Hafen in der Nähe. Hier ließen wir am nächsten Tag Wohnmobil und Wohnwagen stehen, um einen Ausflug zu Nimis und Arx zu machen. Der Hintergrund zu diesen zwei Kunstwerken von Lars Vilks ist recht spannend und ziemlich unterhaltsam, ich verweise da aber ganz faul auf die Wikipedia. Kurzgefasst handelt es sich bei Nimis um ein Bauwerk aus Treibholz und sehr vielen Nägeln, während Arx aus Beton und Steinen besteht und ein Buch verkörpert, komplett mit Seitenzahlen und ein wenig Text. Seit 1996 bilden Arx und Nimis ein eigenes Land mit Namen Ladonien, dass bisher allerdings von keiner Nation anerkannt wird. Beide Kunstwerke können auf eigene Gefahr begangen und -klettert werden.

Da es auf dem Ausflug ziemlich regnerisch war, beschlossen wir, uns im Wohnmobil erst einmal zu trocknen – und dann war dieser Tag auch vorbei.

Der nächste versprach deutlich freundlicher zu werden. Bei strahlendem Sonnenschein besuchten wir das Industriestädtchen Höganäs, wo traditionell Keramik, Ziegel und Fliesen hergestellt werden, das mondäne Touristenörtchen Mölle am Fuße des Kullabergs und am Abend ließen wir am Strand von Råå südlich von Helsingborg unseren Drachen steigen.

In Helsingborg ließen wir dann den Kurzurlaub bei Sonne, gutem Essen und fantastischen Aussichten ausklingen. Unsere Wohnwagenfreunde wollten zwar noch eine oder zwei Nächte bleiben, aber wir mussten nach Hause, um Fliesen der Marke Höganäs zu holen. Das ist allerdings eine andere Geschichte.

Katze und Kekse


„Puh… Kekse wegbringen ist immer so ein Nervenkitzel!“

Ein Satz aus Jonas‘ Mund, der so schön ist und so absurd, dass man ihn in Stein meißeln möchte. Und so wahr.

Zur Erklärung: Unsere Wohnküche ist meistens recht warm und gemütlich und Jonas meint, es sei nicht gut, Weihnachtsplätzchen bei 23°C zu lagern. Der Kühlschrank scheidet als Plätzchenlager aus, weil voll (mit halbvollen Senf- und Sauren-Gurken-Gläsern), ebenso der Keller, weil zu weit weg. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir vor dem exzessiven Konsum von Kalorien erst noch Kalorien beim Plätzchenholen verbrennen würden??

Der Aufgang zum Dachboden liegt da viel näher und weil unser Dachboden nicht isoliert ist, herrschen dort zu dieser Jahreszeit plätzchenfreundliche (weil einstellige) Temperaturen. Leider liiiiebt unser kleiner felliger Mitbewohner das Geräusch sich öffnender Türen und egal wo er sich gerade befindet, kommt Tschaikowski immer wie ein Irrer angesaust, wenn er eine Türklinke hört, um durch die gerade geöffnete Tür zu witschen. Ist er dann einmal auf dem Dachboden, kriegt man ihn von dort nur schwer wieder weg, schließlich ist da oben ein Abenteuerspielplatz unser Lager für alte Umzugskartons und sonstige leere Schachteln und Kisten. Gleichzeitig möchten wir die isolierte Tür zum schweinekalten Dachboden gerne zügig wieder schließen, ohne den kleinen Herrn auf dem Dachboden einzuschließen, auch weil wir dem Gedanken nicht trauen, Plätzchendosen und Kater ohne Aufsicht miteinander spielen zu lassen.

Möchte man also die Keksdosen von der Dachbodentreppe holen oder dorthin zurückbringen, muss man daher entweder schneller sein als der Kater (unmöglich) oder ihn vorher mit Spielzeug ablenken. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Kater gewisse Züge eines Hundes hat und sehr gerne „bei Fuß“ läuft, wenn wir durch die Wohnung gehen. (Außer natürlich, man lässt Keller- oder Dachbodentür offen stehen, dann wird er plötzlich ganz selbstständig.)

Man lenkt den Kater also mit einem Spielzeug irgendwo am anderen Ende der Wohnung ab, entfernt sich unauffällig, schnappt sich dann zügig und möglichst geräuschlos die Keksdosen, öffnet die Dachbodentür, vernimmt das fft-fft fft-fft des Katzengalopps auf Laminatboden, schließt schnell die Tür hinter sich, stellt die Keksdosen ab und wartet auf der kalten Treppe, bis das Fellpaket auf der anderen Seite das Interesse an der geschlossen Tür verloren hat und sich nach einer neuen Beschäftigung umgesehen hat, bevor man versucht, lautlos die Türklinke herunterzudrücken (unmöglich in einem alten Haus) und sich unbemerkt durch die Tür zurück in die Wohnung zu schleichen.

Ja, Plätzchendosen wegbringen ist bei uns jetzt tatsächlich ein Abenteuer…

Kistenkater
Diese Filzkiste (für 5 Kronen vom Flohmarkt) dient wahlweise als Beuteersatz, Schlafplatz, Versteck oder Spielzeug für unseren Kistenkater.

Katerdialoge (II)


Tschaikowski ist jetzt fünf Monate alt und wir tun unser Bestes um ihn ordentlich zu erziehen. Der Esstisch und die Küchenanrichte sind zum Beispiel Tabuzonen und schon sehnsüchtige Blicke in diese Richtung haben wir von Anfang an mit sofortigem Händeklatschen und einem sehr lauten „NEIN!“ unterbunden, was ihn jedesmal zutiefst beeindruckt. In unserer Anwesenheit ist er nie (!) auf der Küchenzeile, er versucht es inzwischen noch nicht einmal. Wir haben also keinen Grund anzunehmen, dass das sich unser Katerkind nicht an die vereinbarten Regeln hält. Oder doch…? In letzter Zeit hören wir uns immer immer wieder so seltsame Dinge sagen…

Vor dem Frühstück:

– Hast Du gestern abend noch den Boden gewischt und den Lappen dann auf den Fernseher gelegt?
– Nö, wieso?
– Ach, nur so.


Jonas hat gekocht und möchte die großen Töpfe schnell von Hand abspülen.

– Weißt du wo der Gummistopfen fürs die Spüle ist?
– Am Küchenwaschbecken natürlich, mach die Augen auf!
– Nee, da isser nicht.
– Hmpf…

Abends auf dem Sofa:

– Gibt es einen Grund, wieso der Gummistopfen vom Küchenwaschbecken angenagt in der Sofaritze steckt?
– Nö, wieso?
– Ach, nur so.


– Warum hast du den Spülschwamm auf die Zimmerpalme gelegt und überall grüne Schaumstoffkrümel auf dem Teppich verteilt?
– Warum fragst du mich das?
– Och, ich dachte bloß…

Auf Droge


Zwei Wochen mit Unterricht nach Stundenplan (mehr oder weniger) liegen hinter mir und ich fühle mich wie auf Droge.

Permanentes Kommunizieren mit Schülern, Eltern, Musikschulkollegen und Lehrern an fünf Grundschulen, permanenter Austausch von Information, ständiges „auf Zack sein“. Konferenzen, Weiterbildungen, Elternabende, Sitzungen mit dem Elternverein. Kaum kommunikativer Leerlauf in Form von Kaffeepausen. In den seltenen Hohlstunden minuten Emails beantworten, Schulhomepage aktualisieren, SMS schicken, Mailbox abhören, Rückrufe tätigen. Gestern zwischendurch eine zweistündige Fortbildung für eine weitere Plattform, die angeblich die Kommunikation mit Schülern, Eltern und Kollegen vereinfachen soll (, was wiederum sechs Telefonate mit sich zieht, um Unterricht abzusagen). In realiter ist es wohl doch nur noch ein weiterer Kommunikationskanal, der gefüttert und bewacht werden will.

(PingPong, kennt man das in Deutschland?)

Nebenher noch mal schnell drei Projektwochen für die Klassen 7-9 planen, weil der Musiklehrer dort gekündigt hat und zur Zeit kein Ersatz in Sicht ist. (Seit der letzten Schul- und Studienreform vor vier oder fünf Jahren herrscht in Schweden extremer Lehrermangel in Musik).

Kommunikation. Information aufnehmen. Kommunikation. Information bewerten und sortieren. Kommunikation. Information ausspucken. Kommunikation. Und dabei möglichst keinen Fehler machen, denn Gerüchte verbreiten sich schnell. Das erfordert von mir gerade eine tunnelartige Disziplin und enorme Ausdauer im Hantieren aller täglichen realen und virtuellen Unterhaltungen.

Wenn ich dann abends immer noch „high“ bin von all den verschiedenen Begegnungen des Tages und mit dem Laptop auf dem Schoß wie im Rausch bin und gar nicht aufhören kann zu kommunizieren, hilft mir unser kleiner Mitbewohner beim cvxhjg908e34 io87q faioufa980q cI7R77ZFFFfIOPÖ–≤…

wpid-dsc_0089.jpg

 

Tschaikowski


Seit gut einer Woche sind wir aus unserem Sommerurlaub zurück und fast ebensolange wohnt jetzt auch Tschaikowski bei uns. Die ersten Tage hat er eigentlich nur auf meinem Schoß gelegen und gepennt, aber inzwischen ist er sehr munter und entdeckungsfreudig. Kratzbaum, Bücherregale, Klavier… kein Ort ist vor ihm sicher, auch wenn wir streng versuchen, ihn vom Esstisch fern zu halten. (Mit welchem Erfolg, das sehen wir dann morgens, wenn wir die Esssets vom Boden aufsammeln…)

Stubenrein war er vom ersten Tag, obwohl es in dem Pferdestall, in dem er seine ersten 15 Wochen verbracht hat, kein Katzenklo gab. Den ersten Besuch beim Tierarzt mit Impfung und „chippen“ hat er gut verkraftet – auch Katzen kriegen in Schweden eine Personennummer und die kann man jetzt mit einem Scanner an der Supermarktkasse auslesen. Naja, jedenfalls fast.

Hier ein paar Impressionen aus der ersten Woche: