Archiv der Kategorie: Kulinarisk

Warum heute eine Schokoladen-Erdnuss-Torte meine Stimmung hob


Der beste Augenblick des Tages: Erst ein Gespräch zwischen meinem neuen Chef (Veganer) und einem Kollegen mithören – beide machen gerade 5:2-Diät und der neue Chef hat heute seinen :2-Tag, an dem man nur 600 Kalorien zu sich nehmen darf – und eine halbe Stunde später die Miene des Chefs sehen, als die Kollegin, die heute für unser wöchentliches Fika zuständig war, eine Kuchenplatte auf den Tisch stellte und stolz verkündete: „Schokoladen-Erdnuss-Torte, laktose- und glutenfrei und vegan!“

An den Rändern quoll zärtlich die cremige, snickersartige Füllung raus und die millimeterdicke Schokoglasur knackte verlockend, als wir die Torte anschnitten… Mhmmm…

Mein neuer Chef ist einer der Gründe, warum es hier gerade so still ist im Blog. Nach monatelangen Verhandlungen im Herbst über meine kleine, aber sehr feine Musikschule und deren Fortexistenz müssen wir uns seit 1. Januar mit einer Kompromisslösung und einem neuen Chef anfreunden. Das kostet mich gerade leider einiges an Energie, die mir abends und am Wochenende zum Bloggen fehlt.

Passend dazu zitiert der Lieblingskollege bei jeder sich bietenden Gelegenheit den schwedischen Schriftsteller und Komiker Tage Danielsson: „…men kaffe och bullar gör mig glad!“, ein Lied darüber, wie sich das Elend der Welt im allgemeinen und im speziellen eigentlich nur mit Kaffee und Süßgebäck ertragen lassen. Meist schiebt er mir dann die Keksdose zu.

Den schwedischen Text und eine englische Übersetzung gibt es hier: http://swedish-lyrics.tumblr.com/post/67846889238/tage-danielsson-kaffe-och-bullar-translated

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18. Dezember 2015 – Schwedische Weihnachtstraditionen


Die äußere Sicht auf die eigenen Weihnachtstraditionen hatten wir ja schon, aber was passiert eigentlich, wenn man dann wirklich Weihanchten in einem anderen Land feiern soll/darf/muss… ? Der Schauspieler Will Ferrell ist mit der schwedischen Schauspielerin Viveca Paulin verheiratet und hat wahrscheinlich schon so manchen 24. Dezember in Schweden verbracht. Dabei hat er den Kern des hiesigen Weihnachtsfests durchaus verstanden (Schnapslieder singen und Aquavit trinken), andere Traditionen sind ihm aber offenbar noch nicht so vertraut. Wobei die den Fragen zugrunde liegende Recherche wirklich nicht die beste war: Nein, Schweden stellen keine Kerzen in die Fenster sondern ljusstakar, denn Kerzen könnten ja brennen; ja, in Schweden findet die Bescherung wie in Deutschland am Heiligabend statt; nein, in Lauge gewässerter Stockfisch ist nicht das typsiche Weihnachtsessen, das ist eine norwegische Tradition, Schweden halten sich lieber an Gegrillten Schinken und Janssons (auch wenn im Supermarkt im Moment durchaus einige wenige Pakete lutfisk rumliegen); nein, Gänseblutsuppe (svartsoppa) gehört nicht zu Weihnachten, sondern zu Sankt Martin und ist die logische Vorspeise zu einem Gänsebraten.

10. Dezember 2015 – Süßigkeiten


Was wäre ein Adventskalender ohne Süßigkeiten (oder Schnuck, wie man im Sauerland sagt)? Aber immer wieder die ollen gleichen Sachen? Warum nicht einmal etwas Neues probieren?

Auf Youtube hat sich ein Trend gebildet, bei dem sich User gegenseitig Snacks aus ihren Heimatländern zuschicken, um diese dann vor der Kamera zu probieren. Manche machen das unterhaltsamer als andere, aber dieser Engländer gehört zu den engagiertesten, die ich bisher gesehen habe – nicht, dass ich schon sehr viele gesehen hätte…

oder

2. Dezember 2015 – Christmas [Surviving Germany]


Wie feiert man in anderen Ländern Weihnachten? Schon innerhalb eines Landes können die Traditionen erheblich variieren und obwohl eigentlich das gleiche Ereignis gefeiert wird, sieht das Fest von Land zu Land sehr unterschiedlich aus. Umso spannender, einmal einen Blick von außen zu bekommen, von jemandem, der nicht mit den gleichen Bräuchen aufgewachsen ist.

Wir finden zum Beispiel das obligatorische julbord, das traditionelle schwedische Weihnachtsessen bestehend aus einem Buffet mit eingelegtem Hering, Schinken und köttbullar etwas… sagen wir… überbewertet. Zumal das Ganze mit nur leichten Abwandlungen auch an Ostern (mit bunten Eiern) und Midsommar (mit frischen Erdbeeren) serviert wird. Aber es geht hier immerhin um Traditionen, und deshalb reagierte Annikas Lieblingskollege auch ziemlich empört als Annika Janssons frestelse einmal respektlos als Kartoffelauflauf mit Fisch bezeichnete, es ging hier immerhin um Janssons!, den heiligen… äääh… Kartoffelauflauf mit Anchovis, den die Schweden als Pflichtprogramm jedes Weihnachtsbuffets vergöttern. Dafür können die Schweden unsere Begeisterung für Lebkuchen mit Oblaten nicht ganz nachvollziehen…

Auch anderen kulinarischen Genüsse können wir nicht den gleichen Enthusiasmus entgegenbringen wie unsere schwedischen Freunde, zum Beispiel julmust, eine Art zu Limonade verdünntem Malzbier, das den Verkauf von Coca Cola in Schweden jedes Jahr im Dezember um die Hälfte einbrechen lässt, pepparkakor als einzige Form von Weihnachtsplätzchen oder die Angewohnheit, Rosinen und Mandeln in den völlig überzuckerten Glühwein (glögg) zu geben.

Und wie sieht nun deutsches Weihnachten von außen betrachtet aus? Fragen wir doch einmal einen Engländer, der schon eine ganze Zeit in Deutschland lebt:

Selber melken


Nachdem unser Supermarkt endlich fertig umgebaut ist und man wieder halbwegs entspannt einkaufen kann, gibt es dort eine Neuheit: einen Milchzapfautomaten. Man kauft eine Flasche, stellt sie in den Automaten und drückt auf mjölka (= melken) und schon sprutzt frische, kalte Milch vom Bauern aus dem Nachbardorf in die Flasche. Das kostet zwar etwas mehr (zehn Kronen (ca. ein Euro) für die Flasche, die man dann aber natürlich immer wieder benutzen kann, und 15 Kronen (ca. 1,50 Euro) für die Füllung, wobei der Liter Ökomilch hier sonst um die zwölf Kronen kostet), dafür bekommt der Bauer aber auch angeblich doppelt so viel bezahlt, als wenn er die Milch an eine Molkerei verkaufen würde.

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Und jetzt wird probiert!

Eine Schnitzeljagd kreuz und quer durch Göteborg


Unsere vier besten Freunde hier im Ort haben uns zur Hochzeit eine Reise ins Blaue geschenkt. Der Tag begann ziemlich früh und endete sehr spät, das Wetter war traumhaft und die Kamera saß lose… Eine kleine Fotostory:

Der Tag endete schließlich feuchtfröhlich mit einem gemütlichen Grillabend im Wonnwaggen (das Wort hat C. bei der Hochzeit gelernt und es klingt so süß mit ihrem schwedischen Akzent :-) ) und dem Gewürrstrrraminerr (noch so ein Wort…), den wir bei unserer Hochzeit hatten.

J., C., U., I. stäng av Google translate nu och läs det här på riktigt: Tack för den här fantastiska dagen som vi aldrig kommer att glömma. Så mycket tid och energi och kärlek ni har lagt ner för att planera denna dag in i minsta detaljerna, helt otrolig…! Tack, ni är underbara.

Jonas‘ Hochzeitsreise


Während Annika nach unserer Hochzeit lieber mit ihrem Lieblingskollegen als mit mir verreist – und das gleich zwei Mal – wurden wir Mitarbeiter der Kulturschule von unserem Chef auf eine kleine Reise eingeladen; und damit meine ich nicht den Tagesausflug mit 120 Zweit- bis Viertklässlern im Schlepptau nach Göteborg, wo wir das naturhistorische Museum bestaunt, für Cafébesucher gespielt und danach noch einen großen Spielplatz besucht haben, denn das war dann doch eher anstrengend als lustig, erholend, anregend oder was eine Reise sonst noch alles sein soll.

Wie auch im Vorjahr, als der Betriebsausflug nach Eksjö ging, wussten wir auch dieses Mal bei der Abfahrt nicht, wohin die Reise gehen sollte; unserem Chef bereitet es nämlich immer wieder eine diebische Freude, uns das Reiseziel während der Fahrt erraten zu lassen. Dieses Jahr war ich tatsächlich der erste, der richtig lag: Als der Bus in Richtung Göteborg auf die Autobahn einbog, schlug ich gleich Marstrand vor. Daraufhin meinten dann zwar alle abwehrend, dass man dort doch erst vor drei Jahren war, aber am Ende sollte ich Recht behalten.

Auf Marstrand waren Annika und ich zwar schon öfter, denn als wir noch in Skepplanda wohnten, war die Insel immer die nächste Gelegenheit, um ans Meer zu kommen, aber unser letzter Besuch lag seit dem Umzug nach Borås ziemlich lange zurück und so freute ich mich riesig, als wir auf die kleine blaue Fähre gingen, die uns von der mit dem Bus zu erreichenden „Kuhinsel“ Koön nach Marstrandsön übersetzte. Dort angekommen ging es in die alte Küstenbatterie Strandverket, die ursprünglich Göteborg und Bohuslän gegen die Dänen verteidigen sollte und in der sich heute ein Museum mit Skulpturenpark befindet. Dieses wurde vom Verleger und Nachbar des Strandverket Peter Hjörn gegründet, den die dort vorher ansässige Disco genervt hatte und der fand, dass Marstrand statt noch einer Bar doch dringend einen ordentlichen Ort für hochkarätige Ausstellungen brauchte. Als Kurator konnte er dann den ehemaligen Chef des Boråser Kunstmuseums Hasse Persson gewinnen, was wiederum erklärte, warum unser Chef gerade das Strandverket als Ziel unseres Ausflugs gewählt hatte – immerhin kennen sich die beiden schon ziemlich lange.

Somit ließ es sich Hasse dann auch nicht nehmen, uns persönlich durch die Skulpturen sowie die beiden aktuellen Ausstellungen zu führen – eine über Ingrid Bergmann zum 100.Geburtstag und eine mit Werken der Fotografin Denise Grünstein. Ich muss zugeben, dass mich Ingrid Bergmann tatsächlich nicht sehr interessiert und ich wahrscheinlich erst einmal einen Haufen Hintergrundinformationen benötigt hätte, um die ganzen Einblicke in ihr professionelles und privates Leben zu würdigen. Was mich allerdings wirklich fasziniert hat, waren die Räume der Kunsthalle: weiß gemalte Gewölbe mit Metallstangen an der Decke, auf denen ursprünglich die Betten der Soldaten befestigt waren, damit unten genug Platz für die Kanonen war. Im Obergeschoss war dann sogar noch die Originalfarbe aus den 1850er Jahren erhalten, was den Bildern von Denise Grünstein, die unter anderem berühmte Kunstwerke von hinten abbildet oder Menschen in seltsam verfremdende Kostüme steckt, eine spannende Dramatik verlieh.

Nach dieser heftigen Dosis Kultur konnten wir auf eigene Faust über die Insel streunen. Mich zog es natürlich hoch zu Carlstens fästning, der großen Festungsanlage oben auf der Insel, denn von dort hat man einen tollen Blick über Meer und Schären. Danach ging es dann zum Essen und dann wieder nach Hause. So soll ein letzter Arbeitstag vor den Ferien sein!