Archiv der Kategorie: Vänner

Weltcup im Winterschwimmen 2017, Skellefteå


Den ganzen Tag draußen bei -12 bis -15°C und +0,4°C im Wasser und strahlender Sonne… Ich bin platt. Daher nur ein paar Bilder, morgen oder irgendwann wenn schlechtes Wetter ist, kommen mehr.

Das 25m-Becken im Skellefteälven: gestartet wurde in den Disziplinen 25m Brust (flussabwärts), 50m Freistil und 200m Freistil (Start jeweils flussaufwärts) und 4×25 Staffel. Rettungstaucher und medizinisches Personal sitzen am Beckenrand.

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Volle Konzentration unmittelbar vor dem Start (zwei Disziplinen: 50m Freistil und „Wer hat den lustigsten Hut?“)imgp2651

Bei der Wende nach 25 m:imgp2696

Und hinterher, wieder warm eingepackt, mit meinem Coach Annika beim Aufwärmen:

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Winterurlaub


Dieses Jahr haben wir beschlossen, unsere Winterferien um drei Tage zu verlängern und so haben wir uns am Mittwoch 12 Stunden in den Zug gesetzt und sind gen Norden gerollt.

dsc_0334.jpgErstes Ziel war Annika in Umeå, die wir bereits im letzten Sommer getroffen haben. Nach einem entspannten Tag mit ausschlafen, Stadtbummel und einem Besuch in der Norrlandsoperan – Sinfoniekonzert mit einer Uraufführung mit dem Orchester der Norrlandsoper – sind wir dann heute zusammen mit Annika im Bus weiter nach Skelleftehamn zu Olaf gefahren, wo wir jetzt eine knappe Woche bleiben werden.

In Umeå verpassen wir dieses Wochenende ein Eisskulpturenfestival, aber der typische norrländische Kinderspielplatz ist auch schon beinahe eine Eisskulptur:

imgp2402(man beachte die roten stjärtlappar – „Hinternlappen“ –zum Ausleihen an der Tunnelrutsche ganz rechts!)

Anlass unserer Reise in den Norden ist die Schwedische Meisterschaft im Winterschwimmen… ach, was sag ich, die Skandinavische Meisterschaft im Winterschwimmen! Oder besser noch: einem Weltcupwettkampf im Winterschwimmen. Für mich das erste Mal und wahrscheinlich die einzige Chance, jemals in irgendeiner Sportart an einem Weltcup teilzunehmen.

Ach, was bin ich aufgeregt auf meinem Zugsitz gehopst, als ich das Zugmagazin der schwedischen Bahn durchblätterte und das hier entdeckte: („Sverigepremiär“ ist natürlich Blödsinn, die Veranstaltung gibt es bereits seit 2012. )

img_20170208_153313.jpgFür die Meisterschaft wurde in den zugefrorenen Skellefteälven ein Becken mit vier Bahnen von 25 m gesägt.

imgp2413Heute Abend war bei mollig warmen -8°C die Einweihungszeremonie und ein Schwimmer aus Lettland durchschwamm die 25 mit der Strömung in nur wenigen Sekunden.

imgp2420Anschließend folgte eine Flaggenparade mit den Flaggen aller 21 teilnehmenden Nationen vom Fluss zum Marktplatz, wo die Organisatoren eine Filmleinwand aus Schnee aufgetürmt hatte.

imgp2437 imgp2443Gezeigt wurden zwei Filme, einer davon von und mit unserem Gastgeber Olaf. Über den Dreh hat Olaf auf seinem Blog im November berichtet: Kayak – is it a boat or a sledge?

imgp2457-1Olaf ist auch der offizielle Fotograf der ganzen Veranstaltung, die nächsten Tage werden sicher auf seinem Blog neue Bilder auftauchen. Hier unser Gastgeber in klassischer Pose bei der Einweihung:imgp2453Für heute Nacht sind -18°C vorausgesagt, was heißt, dass die Organisatoren morgen früh wohl erst mal wieder das Becken freisägen müssen. Wenn ich um 11:30 an den Start gehe, erwarten mich aber laut der Glaskugel des schwedischen Wetterdienstes -10°C und Sonne. Ich schwimme übrigens 50m Freistil, erst 25m flussaufwärts und dann mit der Strömung zurück, Neoprenanzug ist natürlich nicht erlaubt, nur Schwimmbekleidung, Badekappe und Schwimmbrille sind erlaubt. Wie schon im Sommer, als ich bei Borås Open Water 1000m geschwommen bin, sind meine sportlichen Ziele: a) durchhalten und b) wenn möglich, nicht letzte werden.

Wer mehr lesen möchte:

International Winter Swimming Association: Skellefteå awaits
Dark and cold – der Verein der fröhlichen Freunde von Dunkelheit und Kälte, der den Wettkampf initiiert hat
Bilder und Berichte von früheren Meisterschaften auf Olafs Blog: 2012 (bei -30°C!), 2013 („nur“ -14°C), 2014 (viel zu warm).
Startlisten und Liveergebnisse 2017.

Warum heute eine Schokoladen-Erdnuss-Torte meine Stimmung hob


Der beste Augenblick des Tages: Erst ein Gespräch zwischen meinem neuen Chef (Veganer) und einem Kollegen mithören – beide machen gerade 5:2-Diät und der neue Chef hat heute seinen :2-Tag, an dem man nur 600 Kalorien zu sich nehmen darf – und eine halbe Stunde später die Miene des Chefs sehen, als die Kollegin, die heute für unser wöchentliches Fika zuständig war, eine Kuchenplatte auf den Tisch stellte und stolz verkündete: „Schokoladen-Erdnuss-Torte, laktose- und glutenfrei und vegan!“

An den Rändern quoll zärtlich die cremige, snickersartige Füllung raus und die millimeterdicke Schokoglasur knackte verlockend, als wir die Torte anschnitten… Mhmmm…

Mein neuer Chef ist einer der Gründe, warum es hier gerade so still ist im Blog. Nach monatelangen Verhandlungen im Herbst über meine kleine, aber sehr feine Musikschule und deren Fortexistenz müssen wir uns seit 1. Januar mit einer Kompromisslösung und einem neuen Chef anfreunden. Das kostet mich gerade leider einiges an Energie, die mir abends und am Wochenende zum Bloggen fehlt.

Passend dazu zitiert der Lieblingskollege bei jeder sich bietenden Gelegenheit den schwedischen Schriftsteller und Komiker Tage Danielsson: „…men kaffe och bullar gör mig glad!“, ein Lied darüber, wie sich das Elend der Welt im allgemeinen und im speziellen eigentlich nur mit Kaffee und Süßgebäck ertragen lassen. Meist schiebt er mir dann die Keksdose zu.

Den schwedischen Text und eine englische Übersetzung gibt es hier: http://swedish-lyrics.tumblr.com/post/67846889238/tage-danielsson-kaffe-och-bullar-translated

Winterbad


Weihnachtsferien in Schweden, keine Verpflichtungen, das Wetter ist nicht Fisch, nicht Fleisch, ein bisschen Regen, ein bisschen Nebel, ab und zu klart es mal auf, Tageslicht von 9-15 Uhr, ein paar wenige Plusgrade, keine zugefrorenen Seen zum Schlittschuhlaufen. Was macht man da?

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Sommerbilder sortieren!

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Sommerbilder sortieren? Nein! Auch wenn es nicht so aussieht, aber diese Bilder sind original am 25. Dezember aufgenommen. Und nein, wir sind dafür nicht in südliche Gefilde geflogen. Gerade mal ins Nachbarstädtchen Ulricehamn sind wir gefahren, dort gibt es nämlich ein ideell betriebenes Kallbadhus, das im Gegensatz zu anderen Bädern 365 Tage im Jahr von 6-22 Uhr geöffnet hat.

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Die Magnetkarte, mit der man die Tür öffnet, kauft man in der örtlichen Tankstelle und wenn man Glück hat, hat man das Kaltbadehaus für sich alleine. Im Wesentlichen gibt es dort einen Umkleideraum, einen Duschraum und eine Sauna mit großem Panoramafenster zum See. Alles jeweils zweimal, für Männlein und Weiblein.

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Im ebenfalls getrennten Außenbereich gibt es außerdem einen unbeheizten Wintergarten und einen offenen Balkon (siehe erstes Bild). Und – das Beste: eine Treppe in den See!

Nachdem ich im August bei Borås Open Water (1000 m im offenen See) mitgeschwommen bin und mit meinen 22 min ganz zufrieden war und nachdem wir im Sommer Olaf und Annika in Skelleftehamn/Umeå besucht haben, liebäugele ich ganz doll mit der schwedischen Meisterschaft im Winterschwimmen im Februar in Skellefteå, für die eigens ein 25m-Becken in das Flusseis des Skellefteälvens gesägt wird. Zum Anheizen (höhö…) gucke ich mir immer wieder gerne die Bilder auf Olafs altem Blog an, insbesondere von 2012, als es dort oben am Wettkampftag um die -30°C und Sonne hatte, und Olaf (wie immer) traumhafte Bilder gemacht hat: Winterschwimmmeisterschaft 2012.

Als Warm-Up für Warmduscher wie mich hatten wir gestern in Ulricehamn laue +4°C Luft- und +2,5°C Wassertemperatur. Und was soll ich sagen… Es. War. Großartig! Nach dem Baden war mir jedesmal so warm, dass ich tatsächlich ohne zu frieren ein paar Minuten auf dem Balkon die tiefstehende Sonne genießen konnte.

Und jetzt fange ich an zu überlegen, ob ich mich in Skellefteå für 25m Brust, 50m Freistil oder 200m Freistil anmelde. Wie groß ist der (gefühlte) Unterschied zwischen 2,5°C und 0°C…? Und warum gewinnt eigentlich nicht der, der am langsamsten schwimmt, also am längsten frieren muss?

Zum Glück war ich dann doch nicht die ganze Zeit alleine in der Sauna, sodass ich der netten Dame mein Handy zwecks Beweissicherung meines zweiten Badegangs in die Hand drücken konnte:

Was sich schwedische Kinder zu Weihnachten wünschen…


„Sooo, kleine Anna, wenn du dir etwas wünschen könntest, egal was auf der Welt, was würdest du dir dann wünschen?“

„Eine Puppe.“

„Ja… ich meine etwas größeres…?“

„Ein Fahrrad.“

„Nein… kein Spielzeug….“

„Einen Videorekorder.“

„Nein, nein… also… ich meine keine Sachen, sondern etwas wirklich Wichtiges, etwas was alle Menschen auf der Welt haben wollen…“

„Essen.“

„Nein! Essen!… Nein, also… also etwas richtig Wichtiges, etwas wofür man demonstriert, worüber Amerika und Russland miteinander sprechen sollen, was ist das?“

„Geld?“

„Neiin! Geld, Geld…! Ist das das einzige woran du denkst, verdammt nochmal?? Puppen und Fahrräder und Geld und Essen und so ein Scheiß??! Verdammt, jetzt stell dir mal vor, da kommen ganz viele Soldaten zu dir nach Hause und erschießen deine Mama und deinen Papa, fändest du das lustig? Wär das gut, hä!??“

„Nein.“

„Nein! Na also, was ist es dann? WAS IST DAS DANN?!“

„Krieg!“

„JA, HAT MAN DIR DENN INS HIRN GESCHISSEN? DAS IST DOCH NICHT DAS, WAS MAN HABEN WILL. WIE HEISST DAS, WAS MAN HABEN WILL?“

„Frieden!“

„JA, GENAU! FRIEDEN!…. Jaa… und das ist es also, was sich schwedische Kinder mehr als alles andere auf der Welt wünschen: Friede auf Erden.“

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In diesem Sinne wünschen wir euch, die hier mitlesen und kommentieren, ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest.
Für uns ist dieses Jahr ein weiteres „erstes Mal“: zum ersten Mal im eigenen Haus in Schweden, die letzten Jahre waren wir immer irgendwo auf Reisen. Wie immer, wenn es hier im Blog stiller wird, passiert im richtigen Leben umso mehr, aber ich hoffe sehr, dass es bald wieder etwas ruhiger wird und wir wieder mehr Muße haben zu bloggen.
Ihr, die ihr sonst richtige Weihnachtskarten mit der Post von uns bekommt, bitte verzeiht uns, dass wir dieses Jahr genau Null Weihnachtskarten verschickt haben. Wir haben euch trotzdem nicht vergessen. God Jul!

Sommerloch.


Wie immer, wenn es hier im Blog stiller wird, liegt das entweder daran, dass in unserem Leben sehr viel oder sehr wenig passiert. Die letzten Schulwochen Anfang, Mitte Juni waren sehr intensiv, wie jedes Jahr. Dieses Jahr stand keine Orchesterreise auf dem Programm, stattdessen bekamen wir Besuch vom Kammerorchester meiner alten Musikschule, das hier zusammen mit unserem Streicherensemble gemeinsam proben und konzertieren und so die schwäbisch-schwedischen Beziehungen, die hier seit gut drei Jahren bestehen, vertiefen sollte.

Der Lieblingskollege und ich hatten – gemeinsam mit unseren Jugendlichen – neben den Proben und Konzerten für die Gäste außerdem ein recht umfangreiches Begleitprogramm organisiert: von Nyckelharpa-Workshop über Kulturwanderung über Sightseeing in Göteborg, ein vorgezogenes Mittsommerfestchen und dem obligatorischen Besuch im Vergnügungspark Liseberg war so ziemlich alles dabei, was man in fünf Tage so reinpacken kann,

Auch wenn man am Ende einer solchen Woche dann auf dem Zahnfleisch geht, weil man mehr oder weniger rund um die Uhr Reiseleiter, Konzertmanager, Ansprechpartner und Problemlöser ist, so gehören solche Events doch zu den Highlights in meinem Job – erst recht, wenn die Zusammenarbeit mit den beteiligten Kollegen so wunderbar funktioniert wie in dieser Woche. Und den Jugendlichen – schwedischen wie deutschen – hat’s super gefallen, die können den Gegenbesuch kaum erwarten. Ein großes Danke an alle, die dabei waren, auch wenns schon wieder drei Wochen her ist!

Nach dieser superintensiven Woche begannen dann offiziell auch unsere Sommerferien. Die Schüler hatten ihren letzten Schultag bereits am 10. Juni, aber die Lehrer arbeiten hier immer noch ein Paar Tage länger, auch wenn für die meisten Lehrer die letzte Arbeitswoche nur noch so locker dahinplätschert mit Abschlusskonferenzen, Schreibtisch aufräumen etc.

Es fiel mir dieses Jahr ziemlich schwer, von Arbeitsmodus auf Ferienmodus umzuschalten, sodass ich die ersten Ferientage aus Gewohnheit weiter in meine Musikschule gegangen bin, um wie ein Junkie langsam die Dosis zu reduzieren und so die schlimmsten Entzugserscheinungen zu vermeiden. Arbetsnarkomani nennt das der Schwede.

Mittsommer war dieses Jahr eines der wärmsten und trockensten, die wir bisher erlebt haben. Nachdem wir die letzten drei Jahre immer beim Lieblingskollegen zuhause eingeladen waren, haben wir dieses Jahr einen weiteren Schritt in Richtung Schwedifizierung gemacht und unsere Freunde zu uns nach Hause eingeladen. Mit eingelegtem Hering und Schnaps und allem Pipapo. Und nicht ein einziges Foto habe ich dieses Jahr an Mittsommer gemacht, so normal hat sich das alles angefühlt…

Nach Mittsommer kam dann erstmal lieber Besuch aus Deutschland, (kein Orchester, „nur“ Freunde), und dann war das Wetter zu blöd zum Wegfahren, sodass wir lieber weitermachen wollten, Türen und Wände zu streichen, um so Stück für Stück den dunkelbraunen 60er-Jahre-Charme Muff aus unserem Haus zu vertreiben. Seit Februar, als wir das Haus gekauft haben, haben wir bereits fünf Zimmer renoviert, aber fertig sind wir noch lange nicht. Die nächsten Projekte sind bereits bestellt: alle Fenster und die Haustür tauschen, aber das lassen wir Profis machen.

Natürlich hätte man aus all diesen Renovierungsarbeiten einen wunderschönen Vorher-Nachher-Blog machen können, mit unendlich vielen Bildern von hässlichen Abwasserrohren und wunderschön hellen, frisch gekachelten oder gestrichenen Räumen, aber ganz ehrlich: das hier ist kein Bastel- und Heimwerkerblog und nach fünf Monaten Baustelle an wechselnden Stellen im Haus isses auch gar nicht mehr soooo cool. Also doch, jede dunkelbraune/dunkelgrüne/beige Wand weniger ist schon sehr cool, aber nicht jeder vermalte Eimer Farbe verdient einen enthusiastisch bebilderten Platz in unserem Blog.

Vor wenigen Tagen haben wir dann aber unsere aktuellstes Projekt abgeschlossen und machen uns seitdem vorsichtig mit dem Gedanken vertraut, dass wir dieses Jahr auch noch Urlaub machen wollen, also richtig Urlaub, so mit wegfahren und so, nicht nur schülerfreie Zeit zum Renovieren. Unser VW-Bus scharrt schon ganz ungeduldig mit den Füßen…

Wettertechnisch war der Sommer dieses Jahr bislang eher im Mai zu verorten und der Druck, wegzufahren daher auch nicht all zu groß – zumal wir ja dorthin gezogen sind, wo wir früher immer Urlaub gemacht haben. Nach wie vor wissen wir sehr zu schätzen, dass ein wunderbarer Badesee und ein Blaubeerwald buchstäblich vor unserer Haustür liegen. Vor fünf Jahren haben wir dafür noch über 1000 km Anfahrt von Süddeutschland in Kauf nehmen müssen, jetzt machen wir die Terrassentür auf…

Trotzdem, man muss auch mal was anderes sehen als die eigenen vier Wände, auch wenn sie gerade so schön neu gestrichen sind. Daher wird die Blogpause hier noch eine Weile andauern, wenn auch aus anderen Gründen. Denn wie ich uns kenne, wird sich die Lust, von unterwegs zu bloggen, eher in überschaubarem Rahmen halten.

Wo es hingeht? Das wissen wir selbst auch noch nicht genau. Kann sein, dass wir aus alter Gewohnheit erst mal 1000 km Richtung Norden fahren…

Soziale Kontrolle


Wir sind ja sehr froh darüber, dass unser Haus in der „zweiten Reihe“ steht und unser Garten quasi nur für uns einsichtig ist, (und für Spaziergänger, aber da muss man schon den Hals verrenken) und wir dadurch dem schwedischen Wettbewerb um den schönsten Golfrasen entgehen. Im Gegenteil sind wir ganz zufrieden damit, dass der „Rasen“ langsam eine durchgehende Moosplatte ist, was die Pflege enorm vereinfacht.

Doch die soziale Kontrolle macht nicht im Garten Stopp, wie ich nun feststellen durfte. „Annika, wir überlegen gerade ernsthaft, ob wir nicht mal bei euch einbrechen sollen“, sagte der Lieblingskollege neulich, „ihr habt immer noch euren ljusstake im Fenster stehen. Das gehts so nicht, das macht man nicht!

Ich finde ja die schwedische Tradition, Lichter ins Fenster zu stellen, wesentlich sympathischer als das abendliche Jalousien vorziehen, damit auch niemand reingucken kann und bin daher der Meinung, dass ein Lichterbogen mindestens den ganzen Winter im Fenster stehen darf.

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Kleinkrämerische Seelen mögen jetzt einwenden, dass Tagundnachtgleiche, Ostern, Zeitumstellung und die ersten Krokusse vielleicht Zeichen genug sind, dass die dunkle Jahreszeit vorüber ist, aber dem kann ich entgegnen, dass

  1. der Ljusstake nicht mehr an ist und
  2. für vorbeifahrende Autofahrer genau eine Sekunde lang sichtbar ist
  3. und das auch nur in einer Richtung und
  4. nur, wenn man genau weiß, in welches Fenster man gucken muss.

Erhobene Zeigefinger und „das macht man nicht“ haben bei mir schon immer einen Trotzreflex ausgelöst und den kleinen Anarcho in mir geweckt. Ich denke, wir lassen den Ljusstake jetzt erst recht bis Mittsommer stehen. Mindestens.

(Jenem potentiellen Einbrecher, der so sehr um unsere Schwedisierung bemüht ist, empfehle ich unseren Hausschlüssel, der sich in seiner Obhut befindet. Das erleichtert den Einbruch ungemein und macht nicht soviel Dreck.)