Umzugstermin steht!


Ein neues Juhu! Ein neues Endlich!

Wir haben soeben ein Umzugsunternehmen und einen Termin klargemacht. Und wir bleiben tatsächlich unter 2000 € inklusive Flügel. Juhujuhujuhu!

Seit zwei Wochen haben wir alle möglichen Umzugsspeditionen antelefoniert und angemailt und dabei spannende Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel, dass man für unseren Umzug mit 15-20 m3 mit Flügel auch (Zitat) 8000-10000 € ausgeben kann. Auf ein schriftliches Angebot von dieser Firma haben wir dankend verzichtet. Oder dass es Firmen gibt, die pro Kubikmeter, der nicht angemeldet war, 120 € zusätzlich berechnen, was ja nachvollziehbar ist. Aber jene Firma wollte auch 120 € für jeden Kubikmeter, den man weniger als verabredet in ihren LKW lädt. Wer mir das erklären kann, kriegt ein Gummibärchen… Auch dass schwedische Umzugsspeditionen im Schnitt deutlich teurer sind als deutsche, durften wir lernen.

Erfolgreich waren wir schließlich über die Plattform umzugsauktion.de, wo wir unseren Umzugsauftrag meistniedrigstbietend versteigert haben. Als die Auktion zu Ende war und wir mit der günstigsten Firma Kontakt aufnahmen, stellte sich jedoch erstmal heraus, dass sie unser Inserat nicht richtig gelesen und den Flügel übersehen hatten, welchen sie nicht transportieren können. Zum Glück war das nächstteuere Gebot nur 25 € drüber. Und – upps – gleiches Problem, auch dort hatte man das Angebot ohne den Flügel gemacht. Schade aber auch. Wir sahen uns bereits mehrere Tausender mehr für den Umzug ausgeben, da kam von Nr. 1 eine Email, dass er den Transport doch durchführen werde, um den Flügeltransport von unserem 3. Stock zum Auto werde er sich auf eigene Rechnung kümmern, der Preis bleibe für uns jedoch der gleiche. Das nenn ich Service. Das anschließende Telefonat war sehr freundlich, kompetent und verbindlich. Wenn es in der Durchführung auch so wird, dann wirds gut.

Umzugstermin ist jetzt definitiv der 15. August, wir haben also nach Ferienbeginn noch zweieinhalb Wochen, um hier die letzten Dinge zu klären und in Ruhe zu packen und wiederum zwei Wochen zum Ankommen und Einrichten, bevor Jonas‘ Semester in Schweden losgeht. Also alles wunderbar, wir freun uns so!

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Midsommar


Seit ich denken kann, lagen die Sommerferien in den süddeutschen Bundesländern bzw. später die Semesterferien immer so spät, dass ein Besuch des Mittsommerfestes in Schweden unmöglich war. Durch die extrem späten Pfingstferien in BaWü ging jedoch dieses Jahr ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung: Mein erstes schwedisches Mittsommerfest!

Wir haben lange überlegt, wo wir feiern sollen. Mein schwedischer Sprachtandempartner, den ich aus Karlsruhe kannte und der inzwischen in Göteborg wohnt, war mittsommermüde und fiel daher als Option aus. In den Tagen vor Mittsommer waren wir noch in an der Küste in Bohuslän, waren aber von dem riesigen Mittsommer- und Tourismusrummel dort abgeschreckt. Also beschlossen wir, das eigentlich naheliegenste zu tun und in Skepplanda zu feiern.

Das schwedische Mittsommerfest beginnt immer am Freitag nach dem kalendarischen Sommeranfang. Der Freitag heißt midsommarafton, ist also der Abend vor Mittsommer, der eigentliche midsommardag ist dann der Samstag. Allerdings findet der „offizielle“ Teil mit Aufstellen des Mittsommerbaumes und der Tanz um diese majstång bereits am Freitagnachmittag statt, während der Freitagabend und Samstag eher mit Familie und Freunden begangen werden.
Wir kamen also Freitagmittag pünktlich zum Aufstellen zum Skepplanda hembygdsgård, dem örtlichen Heimatmuseum. Das Wetter war, wie man uns versicherte, „richtiges Mittsommerwetter“, nämlich kühl mit Schauern.
Groß war die ganze Veranstaltung nicht – was ist in Skepplanda schon groß, außer den vier Fußballplätzen – aber dafür absolut untouristisch und umso familiärer. (Zum Vergrößern Bilder anklicken.)

Den gemütlichen Teil mit dem großen Fest(fr)essen am Freitagabend haben wir dann nicht mehr in Skepplanda verbracht, weil wir abends noch nach Trelleborg fahren wollten, denn wir hatten am Samstag die Rückfähre. Nächstes Jahr dann…

Skepplanda und Umgebung


Die letzten Monate hatte ich zu viel Zeit zum Schreiben, aber es hat sich viel zu wenig ereignet, was bloggenswert gewesen wäre. Die vergangenen zwei Wochen war es gerade umgekehrt, eigentlich hätten wir jeden Tag einen Artikel loswerden können, hatten aber meistens kein Internet oder saßen dann doch lieber in der endlosen Abendsonne. Jetzt sind wir aber wieder in Karlsruhe und ich versuche mal, ein wenig aufzuarbeiten.

Chronologisch am Anfang unserer Reise stand ja unsere Wohnungssuche, die erfreulich kurz und unkompliziert verlief. Doch wo werden wir wir jetzt eigentlich genau wohnen?

Skepplanda

Skepplanda ist ein Dorf mit knapp 2000 Einwohnern und liegt in der Gemeinde Ale (Ale kommun), die wiederum zu großen Teilen im Tal des Göta älv liegt. Der Göta älv fließt vom südlichsten Zipfel des Vänerns Richtung Göteborg und zählt zu den wichtigsten Wasserstraßen Schwedens.
Der erste Laut in Skepplanda klingt, als würde man mit einer heißen Kartoffel im Mund geräuschintensiv ausatmen, den Rest kann man getrost deutsch aussprechen: Chepplanda. Skepp heißt übrigens Schiff, ein Hinweis auf frühere Einnahmequellen der Bewohner.

Skepplanda kyrka, um 1700 erbaut

In Skepplanda gibt es einen kleinen Supermarkt, eine Bibliothek, ein Schwimmbad, einen Kindergarten, ein Ärztehaus, einen Frisör, eine Pizzeria, eine Grundschule bis zur 6. Klasse (die schwedische Grundschule geht bis zur 9. Klasse, danach folgt ein dreijähriges Gymnasium, aber das ist ein anderes Thema), einen Tischtennisklub, der auch Fußball, Gymnastik und Handball anbietet, 4 (!) Fußballplätze, ein Gasthaus, ein Heimatmuseum (dazu bei Gelegenheit mehr) und eine Kirche.

Verkehr

Von Skepplanda aus sind es nur etwa fünf Kilometer nach Älvängen. Älvängen ist nicht schön, aber praktisch. Dort gibt es alles, was man so im Alltag braucht: einen Baumarkt, einen größeren Supermarkt, einen Optiker, einen Second-Hand-Laden, ein Seilereimuseum (für die Schiffe!) usw. Und einen Bahnhof, der an der großen Bahnlinie Göteborg – Trollhättan liegt, die gerade zweispurig ausgebaut wird und ab September freigegeben werden soll. Von dort ist man mit der Bahn in jeweils 23 Minuten entweder in Göteborg oder in Trollhättan. Außerdem liegt Älvängen an der E45, der Autobahn Göteborg-Trollhättan, die aber im Moment zumindest in Richtung Göteborg eine einzige Baustelle ist. Wenn die irgendwann fertig ist, sind es mit dem Auto rund 40 Minuten bis GTBG Zentrum.
Für uns heißt das, dass wir verkehrstechnisch zwar prima angebunden sind, aber trotzdem nicht direkt an der Autobahn und der großen Bahnlinie wohnen, sondern ziemlich ruhig in unserem „Käffchen“. Im Übrigen erschließt sich mir dadurch nahezu der komplette Arbeitsmarkt zwischen Göteborg und Trollhättan.

Auf dem Weg nach Göteborg passiert man den Doppelort Nödinge-Nol, mit rund 8000 Menschen der Hauptort der Kommune Ale, denn einen Ort Ale gibt es nicht. Dort gibt es dann ein riesiges Einkaufszentrum auf der grünen Wiese, ein Gymnasium mit Musikprofil (was in Schweden wohl eher selten ist), eine Musikschule, eine Volkshochschule, ein Wikingermuseum (Abnehmer der Schiffe und Seile) und bestimmt noch mehr, von dem wir später mal berichten werden.

Freizeit

Nur 10 Autominuten von unserem Haus entfernt ist der nächste See. Muss ich noch genauer werden…?

Was man sonst noch wissen sollte

– Berühmte Personen aus Skepplanda sind laut der schwedischen Wiki ein Fußball- und ein Handballspieler. Naja, bei vier Fußballplätzen…
– Alexander Samuelson
, der Mann, der der Coca-Cola-Flasche ihre Form gab, erlernte sein Handwerk in der Glasfabrik in Surte, das ebenfalls zur Ale kommun zählt.
– Das Gymnasium Ale war eine Zeitlang überregional dafür bekannt, dass es einen Schulvorstand mit Schülermehrheit (Lokal styrelse med elevmajoritet) hatte. 2007 setzte die bürgerliche Regierung das Projekt aber ab.

Mammas Mat


Beharrlich hält sich unter vielen Deutschen das Gerücht, man könne in Schweden nicht gut essen gehen. Entweder viiiiel zu teuer oder aber nur Billig-Pizza, Hotdog oder Burger. Diese Behauptung möchten wir heute widerlegen. Man muss nur seine deutschen Ausgeh-Gewohnheiten etwas anpassen. Ja, ein À la Carte-Menü am Abend reißt tatsächlich ein Loch in den Geldbeutel. (Wenn man kein Convenience-Food haben will, tut es das in Deutschland aber auch.) Wenn man jedoch zur Mittagszeit mit einer kleinen, aber oftmals feinen Auswahl an Gerichten Vorlieb nimmt, und sich nicht zu schade dafür ist, sein Essen selbst vom Buffet zu holen, kann man oftmals sogar günstiger und besser wegkommen als in Deutschland. Dagens Lunch bieten die meisten Restaurants für Preise zwischen sechs und zwölf Euro an. Wasser, Kaffee und Gebäck zum Nachtisch sind dann auch schon inklusive.

Mammas Mat

Sicherlich nicht verallgemeinerbar, weil nämlich herausragend lecker – und Anlass für diesen Artikel – ist Mammas Mat in der Nähe von Mellerud. Von unserem zukünftigen Zuhause etwa anderthalb Autostunden entfernt, bietet Agneta zwei- bis dreimal die Woche hemlagat mat med kärlek och omsorg (Hausgemachtes mit Liebe und Fürsorge). Für gerade einmal 100 Kronen (ca. 11 Euro) bekommt man ein reichhaltiges Buffet mit Suppe, mehreren Hauptgerichten, exquisiten Saucen und Nachtisch zum Sich-Reinlegen. Als wir dort waren, gab es z.B. Lachs-Lauch-Suppe, Schweineragout, Brokkoligratin, diverse Salate, Chutney, „irgendwas Leckeres aus sauren Gurken“ und als Krönung die unanständigste Erdbeer-Sahne-Biskuittorte der Welt. Es gibt keine feste Karte und es jeden Tag etwas Anderes.

Mammas Haus

Doch nicht nur das Essen ist einmalig, auch die „Location“ lässt keine Wünsche mehr offen. Stilecht speist man entweder im kleinen Bauernhaus – eingerichtet mit einem Sammelsurium an antiken Möbeln und Geschirr – oder im Vorgarten auf der Wiese. Gerade wird auch noch ein Wintergarten angebaut, um auch bei Kälte sonnig sitzen zu können.

Mammas Mat ist tatsächlich so hausgemacht, dass es nicht im Internet zu finden ist. Das Restaurant gehört zwar der Vereinigung Dalslandsmat an, ein Zusammenschluss von Produzenten und Restaurants, die lokale Spezialitäten anbieten, aber deren Homepage scheint zuletzt 2006 aktualisiert worden zu sein. Mammas Mat gibt es jedoch erst seit zwei Jahren.

Mammas Erdbeertorte

Wir finden aber, Agneta hat ein wenig mehr Werbung verdient, daher hier die Adresse: Tillhagen 6, Mellerud. Wir mussten auch ziemlich lange danach suchen, weil unser Navi die Adresse nicht kannte. Gelohnt hat es sich aber unbedingt. Google Earth ist glücklicherweise schlauer und kennt die Adresse.

Wir sind schon auf das nächste Mal gespannt, es gibt dort nämlich auch julbord

Wie man im Großraum Göteborg eine Wohnung sucht


1. Man beginne ein Jahr, bevor man überhaupt sicher weiß, dass man nach Göteborg ziehen will, damit, schwedische Wohnungsplattformen im Netz zu sichten.

2. Man stelle fest, dass der Wohnungsmarkt in den schwedischen Großstädten – gelinde gesagt – desolat ist und dass man vor dem geplanten Umzugstermin nicht mehr genügend „ködagar“, d.h. Tage in der Warteschlange sammeln kann, um eine realistische Chance im staatlich gesteuerten Wohnungsmarkt zu haben.
Man stelle des weiteren fest, dass der private Wohnungsmarkt im Grunde nicht vorhanden ist bzw. sich auf teilweise dubiose Untermietverträge aus zweiter (dritter, vierter, fünfter…) Hand beschränkt. Wohnungsinserate im Internet haben regelmäßig bereits nach wenigen Tagen über 1000 Interessenten (ant. anm.).

3. Rückt der Zeitraum, in dem man vor Ort nach Wohnungen suchen kann, dann langsam näher, so bekomme man allmählich Panik und finde sich damit ab, dass man zukünftig entweder unter einer Eisenbahnbrücke, in fremden Gästezimmern, im VW-Bus oder mit ganz viel Glück in einem Zimmer im Plattenbau jott-weh-deh schlafen wird. Alternativ erwäge man eine tägliche Pendeldistanz von mindestens 80 km.

4. Wenige Tage bevor die zweiwöchige Wohnungssuche vor Ort beginnen soll, sollte man schon einige Absagen von diversen Wohnungsgesellschaften gesammelt haben, alternativ auch schlicht keine Reaktionen. Daher sei man so verzweifelt, dass man auch Wohnungsgesellschaften anschreibe, die im Netz lediglich eine kallgarage, eine unbeheizte Garage, anzubieten haben – in der Hoffnung, dass nicht vielleicht doch eventuell unter Umständen irgendwann etwas frei werden könnte.

5. Man erhalte daraufhin von ebenjener Firma gleich drei Wohnungsangebote in passender Preisklasse, Lage und Größe und einen Besichtigungstermin gleich am ersten Tag vor Ort.

Ostterrasse vor dem Küchenfenster – wir bekommen die vordere Hälfte bis zur weißen Trennwand

6. Zwei Tage nach der Besichtigung unterschreibe man den Mietvertrag für eine Doppelhaushälfte mit Bushaltestelle in einer Minute Entfernung, Bahnhof in fünf Kilometer Entfernung, von wo aus es noch 20 Minuten bis Göteborg oder auch nach Trollhättan sind. Man freue sich auf seinen ebenfalls musizierenden Nachbarn, Inga-Lindström-taugliches Frühstücken auf der Ostterrasse und Grillabende auf der Westveranda.

Westveranda (hinter dem Sichtschutz) mit Garten und Handwerkerauto - die unlackierten Latten unterm Dach wurden gerade ausgetauscht

Ungefähr so verlief unsere Wohnungssuche. – War doch gar nicht so schlimm…

Dass wir fortan stolze Nutzer eines Trockenschrankes sowie einer Spülmaschine sein werden, lässt uns auch darüber hinwegsehen, dass wir die Zeit, die wir bislang wöchentlich mit Geschirrspülen verbracht haben, künftig mit Rasenmähen verbringen werden. Denn darauf legt man in Schweden und besonders in dieser Siedlung offensichtlich sehr viel Wert.

Wir haben inzwischen mit einigen Schweden aus der Region über die Wohnungssituation in Göteborg gesprochen und dabei unter anderem zwei neue Vokabeln gelernt: hopplös und lotterispel. In diesem hoffnungslosem Lotteriespiel haben wir wohl gerade den Sechser mit Zusatzzahl geknackt. Und nicht zu verachten: das frühe Glück hat uns nun zehn unverhoffte Urlaubstage beschert. Aber davon nächstes Mal…

Kindergeburtstag mit Bratislover und Unmengen an Tiramisu


StudiVZ ist eine Plattform, die ich nur noch höchst selten benutze. Als ich mich neulich nach Ewigkeiten doch mal wieder einloggte, fiel mir eine Gruppe besonders ins Auge:

„Wenn ich bis 65 arbeiten muss, dann kann ich auch bis 30 kindisch sein.“

"Frank Zappa" feierte 'nen Runden (Bild: Wikipedia)

Nachträglich betrachtet das perfekte Motto für unsere Geburtstags- und Scheidungsparty letzte Woche. Mein allerliebster Studien- und Reisefreund Frank Zappa (Name geändert), mit dem ich seit Jahren regelmäßig Doppelgeburtstag feiere, stellte seinen Garten und Grill dafür zur Verfügung. Madame V. in hinreißender Abendgarderobe („damit auch jeder weiß, warum ich jetzt geschieden bin“) war eine ebenso unterhaltsame Gastgeberin.

Das Thermometer meinte zwar, nach wochenlanger Dauerhitze just an diesem Tag um 15 Grad fallen zu müssen, aber der Stimmung tat das keinen Abbruch, im Gegenteil. Schließlich haben unsere tollen Freunde dafür gesorgt, dass wir in Mütze, Handschuhen und Schal mit Messer und Gabel unseren Nachtisch erlegen mussten. Juhuuuu, Kindergeburtstag! Es war so unglaublich lustig, vielen vielen Dank euch für diese wunderbare Idee! Kommt ihr nächstes Jahr zum Topfschlagen nach Göteborg? (Was wohl die Nachbarn gedacht haben müssen, als wir im Sekundentakt „seeeeeeechs“ gebrüllt haben…? :-D)

Ein weiteres Highlight des Abends waren Stimmgelage, die in leicht modifizierter Besetzung die Gäste unterhielten. Wie wunderbar, wenn man soviele Musiker auf einem Haufen hat. Zum nächsten Konzert sind wir leider schon nicht mehr in Karlsruhe, aber umso lieber machen wir hier etwas Werbung für diese A-Cappella-Gruppe. Die Bildqualität ist selbstverständlich so, wie man es von einem Handy auf einer Grillparty im Carport zur fortgeschrittenen Stunde erwarten darf… :-)

Das schönste Geschenk für mich war aber, soviele Leute mal wieder zu treffen, die ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Soviele Geschichten, soviele Erlebnisse und zwei Hochzeiten, die bald anstehen… Als wir uns dann irgendwann auf den Heimweg machten und der Himmel sich schon langsam wieder dunkelblau färbte, entdeckten wir noch zwei jungfräuliche Schalen Tiramisu im Kühlschrank –  nicht, dass bis dahin nicht schon die eine oder andere Schale leergefuttert worden wäre. Wahrscheinlich konnten Frank Zappa und Madame V. sich das komplette Wochenende davon ernähren.

Ihr Lieben, die ihr da wart: Ihr habt meinen letzten Geburtstag in Karlsruhe zu einem wunderbaren Abend gemacht, den ich nicht so schnell vergessen werde. Ich bin immer noch ganz erfüllt davon. Dankedankedanke…

Doch lieber nach Tschechien? Oder in die Slowakei?


Meine Bewerbung beim DAAD hat doch noch Früchte getragen: Über das Nachrückverfahren wurden mir jetzt zwei Stellen als Sprachassistentin angeboten. Und zwar entweder in České Budějovice (Budweis in Südtschechien) oder in Košice (Kaschau, Ostslowakei). Klingt beides spannend, aber – mann, bin ich unflexibel – liegt leider in der falschen Himmelsrichtung. Und ach leider, mein Tschechisch ist ziemlich eingerostet und Slowakisch war in der Schule nie meine Stärke…

Spannenderweise ist das Sprechen der jeweiligen Landessprache für die Sprachassistenzen tatsächlich keine formale Voraussetzung, sondern allenfalls „vorteilhaft“, so der Ausschreibungstext des DAAD. Vor Ort arbeitet man ja hauptsächlich mit Studierenden, die deutsche Sprach-, Literatur- oder Kulturwissenschaft studieren. Aber trotzdem möchte ich nicht in einem Land leben, dessen Sprache ich so überhaupt nicht beherrsche, auch wenn ich dort einen Job hätte.

Apropos Job: kürzlich bekam ich eine positive Antwort auf eine Bewerbung, die ich im September an eine Schule in Luleå (etwa eine Dreiviertelstunde von Piteå) geschickt hatte. Damals wurde die Stelle zwar anderweitig vergeben, aber jetzt ist an dieser Schule wieder eine Stelle frei. Ironie des Schicksals: diese Mail kam just einen Tag, nachdem Jonas die Absagen aus Piteå und Stockholm bekommen hatte und Göteborg als Ziel endlich feststand. Nichtsdestotrotz ermutigt mich eine solche Zusage, selbst wenn sie buchstäblich „zur falschen Zeit am falschen Ort“ kam.

Post aus Schweden