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3. Dezember: Anfang vom Ende


Ok, das klingt jetzt furchbar fatalistisch. Aber heute Abend war meine erste julavslutning. Egal was man in Schweden macht, sei es arbeiten, zur Schule gehen, die Kulturschule besuchen, Fußball spielen oder Bienen züchten: Zweimal im Jahr, nämlich zu Weihnachten und vor der Sommerpause, muss man diese Aktivität mit irgendeiner Veranstaltung beenden – mit einer avslutning. Avslutning heißt Abschluss, julavslutning also Weihnachtsabschluss. Das kann in Form einer großen Weihnachtsfeier mit julbord (Weihnachtsbuffet) sein, ein Konzert oder auch nur ein letztes Treffen mit extra viel Fika. Aber eine julavslutning pro sozialer Aktivität muss sein.

Heute haben wir also schon einmal achtzig Schüler in die Ferien geschickt – obwohl viele von ihnen noch weiterhin Unterricht haben werden. Aber die Ensembles hören diese Woche auf und viel Unterricht fällt in den letzten Wochen vor Weihnachten wegen anderer Aktivitäteten aus. Zum einen müssen wir Lehrer nämlich noch bei anderen julavslutningar mitmachen, zum anderen beenden auch die vielen anderen Aktivitäten unserer Schüler dieses Halbjahr, was dann häufig zu terminlichen Konflikten mit dem Unterricht führt.

Heute versammelten wir sechs Lehrer also alle Streicherschüler bis zur sechsten Klasse inklusive deren Eltern in unserer neuen Kulturschule zu einem gelungenen Konzert. Mit dabei übrigens neun Kontrabassisten! Meine Klasse wächst langsam und stetig. Für den festlichen Teil sorgte der Elternverein, der Glögg und Pepparkakor verkaufte. Und nach dem Konzert, zufrieden und völlig fertig, konnte ich eine deutliche Vorfreude auf die Weihnachtsferien spüren, die jetzt gar nicht mehr weit sind.

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1. Dezember: Flopp, flopp, flopp


Jedes Jahr am Samstag vor dem ersten Advent stehen wir mit unserem Orchester bei Einbruch der Dunkelheit auf der Bühne im Park. Meist leitet der Lieblingskollege das Orchester und ich stehe am Glockenspiel oder an der Klarinette. Dieses Jahr ist der Lieblingskollege aber verhindert, sodass mir die Ehre zuteil wird, den Advent im Ort einzuläuten. Wettermäßig ist es einer der besseren Jahrgänge, 2 Grad plus und fast kein Regen, und kein Wind. Kälte ist okej, Regen ist so mee, aber Wind ist echt doof, wenn man draußen spielt, dann fliegen immer die Noten und die Töne weg.

Rund um den Park stehen überall marschaller, tellergroße Teelichter mit fingerdickem Docht. Neben der Bühne verkauft die Händlervereinigung warmen Glögg und Pfefferkuchen, damit das Publikum zu den kalten Füßen nicht auch noch kalte Hände kriegt.

Die meisten der rund 150 Zuhörer haben eh Handschuhe an, wodurch der Applaus zwischen den Stücken immer nur ein gedämpftes flopp, flopp, flopp ist…

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Nachdem wir etwa eine Dreiviertelstunde auf der Bühne gespielt haben, zieht der ganze Tross 200 m weiter, zum Marktplatz. Das Orchester gruppiert sich um den Baum – keine Tanne, keine Fichte, sondern ich glaube ein Ahorn –, der Weihnachtswichtel (aka Tankstelleninhaber) klettert auf eine Leiter, und als ich den Einsatz zu unserem Signaturmarsch gebe, drückt der Wichtel auf den Knopf. Der Baum leuchtet. Vor mir tätäterätätäät es, hinter mir floppfloppfloppt es. Der Advent hat begonnen.

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(Fotos: jemand von den Orchestereltern)

Flopp, flopp, flopp (2015)


Bis zum frühen Nachmittag Dauerregen, 3° C. In der blauen Stunde zwischen vier und fünf reißt die Wolkendecke auf und gibt den Blick auf den Sternenhimmel frei, es wird kälter. Die Marschaller, tellergroße Windlichter flackern fröhlich im auffrischenden Wind.

Der Applaus am Ende des Openair-Konzertes klingt wie Openair-Applaus Ende November eben klingt, wenn das Publikum dicke Fäustlinge trägt: flopp, flopp, flopp.

„Vorher denkt man jedesmal ’nicht schon wieder‘ aber hinterher findet man’s dann doch ganz gemütlich“ meinte der Lieblingskollege, als wir die großen Instrumente wieder in die Musikschule transportieren.

Advent, Advent. Ein Wort zum Totensonntag.


Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.
Und wenn das fünfte Lichtlein brennt,
dann hast du Weihnachten verpennt.

Die tiefe Weisheit, die aus den letzten zwei Zeilen dieses Verschens meiner Kindergartenzeit spricht, hat sich mir damals nie so recht erschließen wollen, denn ein Adventskranz hatte doch nur vier Kerzen und ein Weihnachtsbaum wiederum deutlich mehr als fünf Lichter. Und überhaupt, es gab doch auch nur vier Adventssonntage, und für jeden eine Kerze am Adventskranz, das verstand sogar ich als kirchenfern erzogenes Heidenkind im erzkatholischen Bayern. Was sollte das also mit dem fünften Licht? Wo war der fünfte Adventssonntag?

Im Musikstudium näherte ich mich dem Kirchenjahr von der professionellen Seite an: Weihnachtsoratorien werden zwischen dem ersten Advent und dem 6. Januar aufgeführt, Passionen gehören in die Karwoche oder in die Fastenzeit, wenn es der lokale Veranstaltungskalender bzw. die Schulferien so gebieten und Requiems haben zum Ende des Kirchenjahres in der Zeit um Allerheiligen bis Totensonntag Hochkonjunktur, sind aber auch in der Fastenzeit nicht fehl am Platz. Soweit so verständlich. Auch wenn aus mir noch immer keine gläubige Christin geworden war, diese Einteilung des Kirchenjahres erschloss sich auch mir.

Musikalisch betrachtet fand ich Requiems immer am spannendsten, sei es wegen dramatischer Dies-irae-Vertonungen wie in Antonín Dvořaks Requiem

oder wegen ätherisch-mediantenschwangerer Lux-aeterna-Klänge wie bei Fauré:

Durch diesen musikalischen Zugang begann ich auch die menschlich-existenzielle Dimension der „dunklen“ Jahreszeit im Kirchenjahr zu erahnen. Während die dunkelste Zeit des Jahres, der Dezember, nach lichterfüllten freudigen Klängen verlangt und Woche für Woche mehr Lichtlein („erst eins, dann zwei,…“) der Dunkelheit die Stirn bieten, so eröffnet der Spätherbst – auch musikalisch – einen seelsorgerischen Raum für die düsteren Klänge des Daseins, für Trauer und Wut, aber eben auch für stillen Trost, wie bei Brahms. Oder wie es Simon Rattle ausdrückt (ab 5:14):

„…I think at the end of it all it is very private and very personal and strangely not particularly religious… very much to do with humans and what they need and how they get through life. And that I find particulary touching.“

Dass dieses zutiefst menschliche Bedürfnis nach Melancholie nicht unbedingt allzu großen Raum in einer weltlichen, extrovertierten Umwelt einnimmt, einnehmen darf, habe ich längst begriffen und akzeptiert. Eine kultivierte Herbstdepression ist ja auch nicht jedermanns Sache und geschäftsschädigend allemal, das merke ich jedes Jahr, wenn pünktlich zu Jonas Geburtstag Schokonikoläuse und Weihnachtsgebäck im Supermarkt auftauchen. Anfang September also. Kann ich mit leben, muss wohl so sein.

Nachdenklich stimmt mich hingegen, dass hier in Schweden sogar die Schulen und Kirchen bei diesem verfrühten Weihnachtsgeklingel mitmachen. Und damit sind wir wieder beim fünften Adventssonntag: Heute war Totensonntag, der letzte Sonntag des Kirchenjahres, auf schwedisch Domsöndagen, der Sonntag, an welchem des jüngsten Gerichtes gedacht wird.

Gestern, am Samstag, hatte Jonas Weihnachtsshow (sic!) mit der Kulturschule in einem der größten Konzertsäle von Borås mit rund 150 Mitwirkenden auf der Bühne. Ich hatte frei und war zusammen mit dem Lieblingskollegen in einem Kirchenkonzert: Uraufführung einer Weihnachtsmesse für Chor und Blechbläserensemble mit dem in Schweden üblichen Allsång, bei dem die Zuhörer in der proppevollen Kirche gemeinsam mit Chor und Orchester Weihnachtslieder aus dem schwedischen Gesangbuch singen dürfen: Nun freut euch ihr Christen, Nu tändas tusen juleljus und andere musikalische Schwergewichte der schwedischen (Vor-)Weihnachtszeit.

Weihnachtslieder? Am Vorabend des Totensonntag?? Mit dem Segen der Pfarrerin (und das meine ich jetzt wörtlich!)??? Das fühlt sich für mich als Atheistin mit großem Respekt für den seelsorgerischen Auftrag der Kirche falsch an. Gleichzeitig komme ich mir fast wie ein christlicher Fundamentalist vor, wenn ich dieses Unbehagen in Worte fasse. Der Lieblingskollege, mit dem ich solche Fragen durchaus diskutieren kann, grinste auf der Heimfahrt vom Konzert nur und meinte: Jaja, ni tyskar. Det måste alltid vara Orrrdnung, Orrrdnung, Orrrdnung, eller hur? (Jaja ihr Deutschen, bei euch muss immer Ordnung, Ordnung, Ordnung herrschen, stimmts?)

Mir ging in dem Moment ein Licht auf (und ich glaube, das war das fünfte Lichtlein, welches ich in meiner Kindergartenzeit vergeblich gesucht habe!): Die schwedische Adventszeit hat fünf Adventswochenenden. Mindestens.

Nicht aus Trotz, sondern aus musikalischer Liebe zu Brahms und für alle, die noch nicht in Jingle-Bells-Laune sind und die Muße dazu haben, daher jetzt zum Ende meines Wortes zum Totensonntag das gesamte Requiem von Johannes Brahms. Man darf auch ein Lichtlein dazu anzünden.

In der Weihnachtsbäckerei…


Nachdem das Wetter bei uns schon seit Wochen so aussieht

Zur Mittagszeit auf "unserem" Vogelturm - heller wirds nicht mehr
Zur Mittagszeit auf „unserem“ Vogelturm – heller wirds nicht mehr

 

und wir inzwischen auch damit fertig sind

und wir neulich mal gegenseitig unsere Kalender upgedated haben und festgestellt haben, dass wir bis Weihnachten noch genau 0 (in Worten: null!) gemeinsame freie Wochenenden haben, weil wir dieses Jahr zusammen 21 (in Worten: einundzwanzig!) Lucia- und Weihnachtskonzerte/-auftritte/-feiern mit unseren Schülern und Chören haben, überkam uns am vergangenen Wochenende der Rappel. Ein bisschen Adventsstimmung wollten wir zwei miteinander haben, ganz ohne Jingle Bells und Kinder. Und wenn der komplette Advent einschließlich Totensonntag mit Schulweihnachtsgedöns verbucht ist, müssen wir eben Mitte November einen gemeinsamen gemütlichen Adventssonntag einschieben und endlich mal das Lebkuchenförmchen einweihen, das wir vor zwei Jahren geschenkt bekommen haben und welches seitdem jungfräulich im Schrank steht.

Samstagmorgen ruft Jonas mich aus dem Supermarkt an: „Kannst du mal googeln, in welchem Regal im ICA die Oblaten stehen? Bei den Backzutaten find ich die nicht.“ Gegoogelt. Nichts gefunden. Rückruf bei Jonas: „Hast du schon beim Brot geguckt? Beim Müsli? Bei den Keksen?“ Nichts. Nichts. Und nichts.

Ich rufe eine schwedische Freundin an. „Oblaten? Die Dinger, die man immer beim Abendmahl kriegt? Was wollt ihr denn damit?“ Ich erkläre ihr das Konzept Elisenlebkuchen. Sie erklärt mir, dass es in der Kirche zwar immer zwei Sorten Oblaten gebe – normale und glutenfreie – sie aber keine Ahnung habe, woher die kommen. Die hätten allerdings auch immer einen „Prägedruck“ mit nem Kreuz oder nem Jesus oder beides drauf, also vermutlich nicht ganz das, was wir suchen – obwohl… für Weihnachtsgebäck…? Sie frage aber mal ihren Mann, der sei viel ehrenamtlich in der Kirche unterwegs, sei aber gerade nicht da, sie rufe mich später zurück.

Als nächstes rufe ich eine deutsche Freundin an, die seit 10 Jahren hier lebt. Sie bestätigt das Nichtvorhandensein von Backoblaten in schwedischen Supermärkten, gibt mir aber noch zwei Tipps mit auf den Weg: Lidl und der Monstermaximegasupermarkt. Backoblaten sind bei ihr ansonsten auch „Importware“ und leider aufgebraucht.

Rückruf der schwedischen Freundin: Aaaaalso… ob wir schon im Supermarkt beim Wein geguckt hätten? In schwedischen Supermärkten gibt es ja bekanntlich keinen Alkohol, dafür gibt es die staatlichen Monopolläden. Es gibt aber alkoholfreien Wein (weiß und rot!) zum Kochen (und für Gottesdienste), ganz verschämt hinten in der Schmuddelecke, da könnten eventuell auch auch Oblaten stehen.
Ansonsten gebe es spezielle Bäckereien, die in speziellen Öfen die Oblaten für die Schwedische Kirche backen. Die kann man auch online bestellen. Bei ihnen der Missionskirche gibt es aber nur „normales“ Brot zum Abendmahl, das allerdings auch glutenfrei. Ob ich das Rezept wolle? Ansonsten könne ich doch mal bei der Pfarrerin anrufen, das wäre ja quasi ein Notfall, die gibt mir bestimmt welche.

Ich als Heidenkind habe dann doch etwas Skrupel, die Pfarrerin um geweihte Oblaten für unser deutsches Backwerk zu bitten, auch wenn die Pfarrerin auch meine Klavierschülerin ist und sicher ein offenes Ohr für meine Not hätte.

Also wieder Jonas im Supermarkt angerufen, er steht inzwischen an der Kasse, die Idee mit dem Wein hatte er aber auch – erfolglos.

Nachdem wir den Wochenendeinkauf versorgt haben, setzen wir uns wieder ins Auto und fahren die 10 Kilometer zum nächsten Lidl. Wir waren noch nie in einem schwedischen Lidl – was für ein Erlebnisshopping! Es gibt Dominosteine, Herzensternebrezeln, abgepackte Elisenlebkuchen in verschiedenen Größen, Baumkuchen, Marzipanbrot, Stollen und… – keine Oblaten. Hmpf. Als eiserne Reserve decken wir uns mit diversem Süßzeug ein, falls unser Lebkuchenprojekt scheitern sollte.

Die nächste Station ist der Monstermaximegacoop. Am Samstag. Bei Dreckswetter. Dagegen ist unser Haussupermarkt ein Dorfladen. Wir entwerfen einen Schlachtplan: Jonas sucht bei Backwaren, Brot, Müsli und Keksen, ich bei Allergikern, Diätzeug, alkoholfreiem Wein und bei den ausländischen Spezialitäten. Und beim Kinderpartyzubehör, zuckerfreies Esspapier wäre ja auch eine Lösung. Uhrenvergleich! Handycheck! Und los!

Nach einer halben Stunde treffen wir uns erschöpft und mit leeren Händen und langen Gesichtern an der Kasse wieder. Alles was Jonas gefunden hat, ist ein Päckchen Papierbackförmchen für schwedische Kanelbulle (Zimtschnecken), ein bisschen wie Muffinförmchen, aber nicht ganz so tief.

Auf dem Heimweg diskutieren wir die verschiedenen Alternativen – was anderes backen/gar nicht backen/auf dem Backblech backen/in den neuerworbenen Papierförmchen backen. Wir entscheiden uns für letzteres – auch weil ich bin diese Woche beim Job fürs Fika zuständig bin und Jonas meint, wenn ich komische Kekse in schwedischen Papierförmchen mitbringe, finden meine Kollegen die Lebkuchen vielleicht nicht ganz so exotisch.

Den Nachmittag verbringen wir dann mit unserer fast noch neuen Küchenmaschine und dem jetzt nicht mehr neuen Lebkuchenförmchen.

Essensfotografie ist ja so gar nicht mein Ding, daher sehen die nächsten Bilder auch nicht besonders appetitlich aus. Jegliche Assoziationen mit Hackfleisch/Katzenfutter/ekligen Sachen verbitte ich mir allerdings! :-)

Als die vier Bleche Lebkuchen dann abgekühlt waren und mit Zuckerguss begossen waren, war dann auch der Akku im Foto leer, daher gibt es keine Bilder der fertigen Lebkuchen. Aber seid versichert: sie schmecken himmlisch (auch ohne geweihte Oblaten)…

När det lider mot jul


När det lider mot jul – wenn man sich auf Weihnachten zuquält – ist eines der beliebtsten Adventslieder in Schweden. Der Titel beschreibt ziemlich gut meinen aktuellen Gemütszustand: Seit den Herbstferien hieß es: raus mit den Weihnachtsliedern und mit den Kindern üben, üben, üben, denn das erste große Weihnachtskonzert stand schon am 23. November an.

Neben sechs großen Weihnachtskonzerten mit Musikschule, Kulturschule und Chören stehen noch diverse andere Auftritte in unserem Kalender: eine Feier zum ersten Advent, zwei Luciafeiern, drei Schulabschlussfeiern, die musikalische Umrahmung eines Weihnachtsmarktes, das erste Anknipsen der Lichterkette an Fristads Weihnachtsbaum, die Weihnachtsshow eines Boråser Eiskunstlaufvereins und außerdem fünf Gigs mit Borås Vokalensemble im First Grand Hotel für die Gäste des julbords (ein großes Weihnachtsbuffet, zu dem viele Firmen ihre Angestellten einladen).

Irgendwas habe ich bestimmt noch vergessen, aber auf jeden Fall bleibt da wenig Zeit für Ruhe und Besinnung. Manchmal haben die vielen Aktivitäten haben aber auch ihre Vorteile. So konnten wir beispielsweise bei dem Weihnachtsmarktgig kostenlos einen Weihnachtsbaum abstauben, weil der Baumhändler seine letzten Tannen und Fichten loswerden werden wollte, anstatt sie wieder mit nach Hause nehmen.

Obwohl ich Jingle Bells schon lange nicht mehr hören kann und mir Nu tändas tusen juleljus mittlerweile ziemlich auf den Wecker geht, kommt mit WeihnachtsAdventsbaum und neuem Ljusstake, den ich spontan gekauft habe, als ein Schüler nicht kam und ich eine ungeplante Pause hatte, trotzdem ein wenig Weihnachtsvorfreude auf.

Dementsprechend gilt für uns natürlich auch der eigentliche Sinn des Liedes När det lider mot jul: Att lida heißt nämlich nicht nur leiden, in diesem Fall bedeutet es ungefähr verfließen von Zeit. Die Übersetzung muss daher eher Wenn es auf Weihnachten zugeht lauten. Es handelt ja auch nicht von gestressten Musiklehrern, sondern von der sich langsam aufbauenden Vorfreude, wenn die Nächte lang und kalt sind, der erste Schnee fällt und die Sterne besonders hell leuchten. Zum Glück ist das Lied etwas zu schwer für meine Kontrabassschüler und daher höre ich es immer noch gerne: