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14. Dezember 2011 – Knalle juls vals


Knalle jul, der fahrende Weihnachtsbaumverkäufer, ist zurück. Dass die Folk-Formation Triakel, die wir schon am 3. Dezember vorgestellt haben, sich dieses Liedes angenommen hat, kann wohl als Beweis dafür gesehen werden, dass Knalle juls vals ein echtes Volkslied geworden ist.

Nett ist übrigens auch der Text des dritten Refrains:

Meine kleine Frau, du bist so süß!
Jetzt ist es Weihnachten… du kochst Grütze!
Du hast zum knalle mit den lustigen Liedern gehalten
als alle dachten, er wäre ein Rindvieh!
Meine kleine Frau, wir kommen bald!
Jetzt fahr ich heim, ich will was zu Essen haben
und hier ist der Baum, wenn du ihn haben willst
und hier sind dreihundert Kronen, die ich gespart habe!

Här va det gran! Här va det gran!
Den finaste i stan te dopparedan!
Ensam ho står! Sista som går!
Hundra hoggde jag i år!
Pengar blir det! Nu ska vi se:
Jo nittinie ga mig trehundratre
kronor i år! Sista som går!
Här drar kallt om ben och lår.

Mi lella gran, så grön och fin,
du luktar gott som terpentin!
Vell ingen ha dig får jag la ta dig
som rövat bort dig ur skogen din.
Mi lella gran, så smal och ful,
kom ta en vals med Knalle Jul!
Här har du knallen med glada trallen
och han har penningar och häst i skjul!

Kylan är svår! Vintern i år
han kommer la te jul så vitt jag förstår!
Här va det gran! Sista i stan
dagen före doppardan!
Natten blir kall…bra i så fall
att märra står i Pelle Jannesa stall!
Hästen mår gott! Hö har ho fått.
Jag la dit en extra tott!

Mi lella gran, så grön och fin…

Snart kör la vi hem till Sofi,
här ble det längre än det brukar å bli,
jag har fått nog, slutar mitt knog,
hinner inte gå på krog!
Nu, tror Sofi, sitter han i
mjuka soffan och serverader blir
av servitris, men som surpris
kör jag nykter hem precis.

Mi lella fru, du är så söt!
Nu är dä jul… du kokar gröt!
Du höll på knallen med glada trallen
när alla trodde han va ett nöt!
Mi lella fru, vi kommer snart!
Nu kör jag hem, jag vell ha mat
Och här är grana, om du vell ha’na
och här trehundra kroner som jag spart!

Mi lella fru, du är så söt!…

13. Dezember 2011 – Luciasången


Ok, ich gebe zu, eine große Überraschung ist das heutige Türchen nicht. Es ist der 13. Dezember – Luciatag – und wir haben ein das Lucialied. Die Feierlichkeiten rund um das Luciafest gehören zu Schweden wie köttbullar, rote Häuser und das systembolaget (der staatliche Alkoholmonopolist).

Im julianischen Kalender fiel die Wintersonnenwende auf den 13. Dezember – ein Umstand, der uns so schöne Bauernregeln wie „An Sankt Lucia ist der Abend dem Morgen nah“ und „Sankt Luzen tut den Tag stutzen“ gegeben hat. Wie andere weihnachtliche Bräuche – Weihnachtsbaum, Tannengrün, Adventskranz… – sind daher auch viele der schwedischen Luciatraditionen auf heidnische Vorgänger zurückzuführen. Es geht also im Kern weniger um das Gedenken der Märtyrerin Lucia von Syrakus, sondern eher um die Feier der längsten Nacht des Jahres: Ab jetzt werden die Tage wieder länger und das bedeutet, dass auch der Sommer wiederkehrt.

Die wohl bekanntesten Zutaten der Lucia-Feierlichkeiten, das Tragen weißer Gewänder und Kerzen, stammen aus Westschweden und sind erstmals im 18. Jahrhundert belegt. Aber erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie auch in anderen Teilen des Landes bekannt, als man die westschwedischen Tradition in Skansen einführte, um sie der Nachwelt zu bewahren. Spätestens als dann 1927 zum ersten Mal eine Stockholmer Zeitung eine Lucia wählen ließ, die den Kerzenkranz im Haar tragen und den Lucia-Zug anführen sollte, hatte sich die Feier des Luciatags endgültig durchgesetzt.

Ursprünglich vor allem in Schweden beheimatet, wird der Luciatag heute im ganzen skandinavischen Kulturraum gefeiert – und deshalb gibt es auch diese finnische Version vom Luciasång (Lucialied):

Pyhä Lucia

Taivaalla tähtivyö
kirkkaana loistaa,
viestiä jouluyön
tuikkeensa toistaa.
Metsiin jo Pohjolan
vaipan luo hanki,
ja maa on valkean
verhonsa vanki.
|: Taivainen kirkkaus,
riemuisa julistus.
Kynttilät syttyy,
kynttilät syttyy. ­:|

Kiteet luo helmivyön
valkoiseen kaapuun.
Kätköstä talviyön
luoksemme saapuu.

Sankta lucia ljusklara hägring
Sprid i vår vinternatt glans av din fägring
|: Drömmar med vinge sus under oss sia
Tänd dina vita ljus sankta lucia. ­:|

12. Dezember 2011 – Staffansvisa


Der heilige Stephanus lebte in den ersten Jahren unserer Zeitrechnung und gilt als erster christlicher Märtyrer; sein Martyrium ist in der Apostelgeschichte überliefert. Doch wie im Falle vieler anderer Heiliger hat sich ein Volksmythos entwickelt, der wesentlich populärer ist als die eigentliche Bibelgeschichte.

Der Legende nach soll Staffan – so sein schwedischer Name – Stallknecht von König Herodes gewesen sein. Als er den Stern von Bethlehem aufgehen sieht, der Jesu Geburt ankündigt, geht er zu Herodes und berichtet ihm, dass der neue König der Juden geboren sei. Daraufhin antwortet Herodes , dass dies völlig unmöglich sei, genauso wie der ihm soeben servierte gebratenen Hahn nicht wieder aufstehen und krähen würde. Als ebendieser Hahn aber genau das tut, lässt Herodes Staffan steinigen.

Die wissenschaftliche Sammlung Sveriges Medeltida Ballader (Schwedens mittelalterliche Balladen, die allerdings zum Großteil gar nicht im Mittelalter entstanden sind) enthält alle bekannten schwedischen medeltidsballader – und zwar in sämtlichen überlieferten Formen. Einzige Ausnahme: Die Staffansvisa – man hat sich auf 300 Fassungen beschränkt…

Die heute wohl bekannteste Melodie in einer Schallplattenaufnahme unbekannter Herkunft, vielleicht aus den 50ern?

Staffan var en stalledräng.
Vi tackom nu så gärna.
Han vattna‘ sina fålar fem,
allt för den ljusa stjärna.
Ingen dager synes än,
stjärnorna på himmelen de blänka.

Femte fålan apelgrå,
vi tackom nu så gärna.
Den rider Staffan själva på.
Allt för den ljusa stjärna.
Ingen dager synes än,
stjärnorna på himmelen de blänka.

Innan solen månd‘ uppgå,
vi tackom nu så gärna.
Staffan uti stallet var.
Allt för den ljusa stjärna.
Ingen dager synes än,
stjärnorna på himmelen de blänka

Nu är eld i varje spis,
vi tackom nu så gärna.
Julegröt och julegris
allt för den ljusa stjärna.
Ingen dager synes än,
stjärnorna på himmelen de blänka.

Nachtrag:

Hier eine weitere – hoffentlich GEMA-freie – Version vom Ensemble Alauda:

11. Dezember 2011 – Nu är det jul – igen


Was? Schon wieder Nu är det jul igen? Hatten wir nicht gestern…? Nein, denn Nu är det jul – igen ist was ganz anderes als Nu är det jul igen. Für alle Weihnachtszyniker und Freunde der gepflegten Satire gibt es heute Jetzt ist schon wieder Weihnachten.
Der Opernsänger Bengt Nordfors, der hier Banjolele spielt, betreibt übrigens heute eine Unterbodenwaschanlage für Boote in den Stockholmer Schären, die er nach eigenen Angaben als künstlerisches Projekt betrachtet. Einen Kanuverleih hat er dort auch, aber ich weiß nicht, ob der auch zur Installation gehört.
Soweit es die nicht-repräsentative Umfrage im Freundeskreis ergeben hat, ist dieses Weihnachtslied in Schweden eher unbekannt.

Ja snart, min vän, är det dags igen för julkalabaliken.
Ho ho, ho ho!
I juletid bör man vara likvid så att ingen blir besviken.
Ho ho, ho ho!
Snart tändas tusen juleljus på jordens mörka rund
om än valid som individ är du mer av värd som kund.

Ja, bald mein Freund ist es wieder Zeit für den Weihnachtstrubel.
Ho ho, ho ho!
Zur Weihnachtszeit sollte man flüssig sein, damit niemand enttäuscht wird.
Ho ho, ho ho!
Bald werden tausend Weihnachtslichter im dunklen Erdenrund entzündet,
und auch wenn du ein wertvoller Mensch bist, so bist du als Kunde noch mehr wert.

Nu är det jul – igen, vad kul med jul – igen!
Håll fast vid traditionen och öka konsumtionen.
Och stänger du din portmonnä så får du inte vara med
det är inte bra för BNP. Till nästa jul – igen!

Jetzt ist schon wieder Weihnachten, wie schön, dass schon wieder Weihnachten ist!
Halte fest an der Tradition und steigere den Konsum.
Und verschließt du dein Portmonnaie, dann darfst du nicht mitmachen,
das ist nicht gut fürs Bruttosozialprodukt – bis zum nächsten Weihnachtsfest!

Nu säger vän av ordningen att det bara är september,
ho ho, ho ho.
fast det är kutym med tomtekostym först i början av november
ho ho, ho ho.
Då svarar jag „det kan var‘ bra att var‘ ute i god tid.
När vi ljusen tänt vid första advent är det slut för julefrid.“

Der Ordnungsfreund wendet ein, es sei doch erst September,
ho ho, ho ho.
und es sei Brauch, das Weihnachtsmannkostüm erst Anfang November rauszuholen.
Ho ho, ho ho.
Da antworte ich: „Es ist gut, wenn man sich rechtzeitig drum kümmert,
denn wenn wir am ersten Advent erst mal die Kerzen angezündet haben, ist es mit dem Weihnachtsfrieden vorbei.“

Då är det jul – igen, då är det jul – igen!
En jädrans massar klappar, så att man nästan tappar
kontroll på finansieringen men brister krishanteringen.
Så skyll ej på regeringen! Nu är det jul – igen!

Da ist schon wieder Weihnachten, da ist schon wieder Weihnachten!
Verdammt viele Geschenke, so dass man fast
die Kontrolle über die Finanzen verliert und das Krisenmanagement taugt auch nicht.
Also gib nicht der Regierung die Schuld! Jetzt ist schon wieder Weihnachten!

Nu är det jul – igen! En ljuvlig jul – igen!
Och vårdar vi mystiken i sången och musiken
så är det dock så angenäm om bara någon hämtar hem
Carola ifrån Betlehem till nästa jul – igen!

Jetzt ist wieder Weihnachten! Schon wieder frohe Weihnachten!
Und feiern wir auch das Mysterium mit Liedern und Musik,
so wäre es trotzdem ganz angenehm, wenn endlich jemand
Carola aus Bethlehem heimholen würde – bis zum nächsten Weihnachtsfest!

10. Dezember 2011 – Nu är det jul igen


Weihnachten als heidnisches Sonnwendfest ist in Schweden eigentlich nur das winterliche Pendant zum Mittsommerfest und damit ein Grund zum ausgelassenen Feiern. Ob das Ding in der Mitte, um das man herumtanzt, jetzt Nadeln oder Birkenblätter hat, ist eigentlich nur eine Frage für Erbsenzähler. Sommers wie winters schmückt man blau-gelb (die skandinavischen Nachbarn entsprechend in den eigenen Landesfarben) und das Essen auf dem Julbord (Weihnachtsbuffet) unterscheidet sich mit Ausnahme von Pfefferkuchen und Glögg auch nur unwesentlich vom Midsommarbord. Daher überrascht es auch nicht, dass selbst die Lieder zum Teil die gleichen sind, wie z.B. Små grodorna, das Lied von den kleinen Fröschen ohne Ohren, das so schwedisch ist, dass es angeblich schon in der schwedischen Botschaft in Paris Bestandteil eines Staatsbürgertests war.

Ein anderes, ebenso ausgelassenes Lied für den Tanz um den Weihnachtsbaum ist Nu är det jul igen (Jetzt ist wieder Weihnachten). Wer an Weihnachten Wert auf tiefernste, heilige Besinnlichkeit legt, der sollte jetzt aufhören zu lesen.

Jetzt ist wieder Weihnachten und Weihnachten dauert bis Ostern.
Aber das stimmt nicht, denn dazwischen kommt noch das Fasten.

Alle Freunde der skandinavischen Ausgelassenheit dürfte diese dänische Familie unterhalten, die beim Singen des eher… schlichten Achttakters eine ausgesprochene Ausdauer an den Tag legt und sich vermutlich durchs ganze Haus singt und tanzt, bevor sie wieder im Wohnzimmer ankommt:

Nu är det jul igen, och nu är det jul igen
Och julen varar väl till påska.

Men det var inte sant och det var inte sant
För däremellan kommer fasta.

9. Dezember 2011 – Nu tändas tusen juleljus


Nu tändas tusen juleljus – Nun werden tausend Weihnachtslichter entzündet. Schöner kann man die schwedische Vorweihnachtsstimmung wohl kaum beschreiben. Denn wir sind nicht die einzigen, die jetzt zum Advent ein Licht in Fenster gestellt haben. Wo man auch hinsieht, keine Wohnung, in der nicht mindestens ein Fenster durch einen Adventsstake erhellt wird. Aber auch in Schulen, Bibliotheken, Bürogebäuden, Gemeindehäusern, Werkstätten – wo ein Fenster ist, da ist auch ein Licht.

Lisebergstornet im Weihnachtskleid

Natürlich putzen sich auch die Ortschaften entsprechend heraus, mit Lichterschmuck in Form von Sternen, in Lichterketten eingewickelten Bäumen und stilisierten julgranar (Weihnachtsbäume). Sogar vom 116 Meter hohen Aussichtsturm des Vergnügungsparks Liseberg wurden Lichterketten kegelförmig zum Boden gespannt.

Die schwedische Schriftstellerin und Komponistin Emmy Köhler (1858–1925) hat dieses Gefühl von Licht in der dunklen Jahreszeit in ihrem Lied Nu tändas tusen juleljus eingefangen. Die folgende Aufnahme stammt vom Botkyrka motettkör.

Nu tändas tusen juleljus
på jordens mörka rund,
och tusen, tusen stråla ock
på himlens djupblå grund.

Och över stad och land i kväll
går julens glada bud,
att född är Herren Jesus Krist,
vår Frälsare och Gud.

Du stjärna över Betlehem,
o, låt ditt milda ljus
få lysa in med hopp och frid
i varje hem och hus!

I varje hjärta armt och mörkt
sänd du en stråle blid,
en stråle av Guds kärleks ljus
i signad juletid!

8. Dezember 2011 – Knalle juls vals


Was genau einen Schriftsteller zum Nationaldichter macht, ist wohl kaum in eine Definition zu pressen. Zu vielen Ländern kommen einem aber Künstler in den Sinn, die dieses Attribut tragen: William Shakespeare in England, Victor Hugo in Frankreich, Dante in Italien, Cervantes in Spanien, Puschkin in Russland, Goethe in Deutschland…

Auch Schweden hat seine Nationaldichter. Einer davon ist der 1890 in Göteborg geborene Evert Taube. Er wurde nicht nur als Verfasser einer großen Zahl von Prosatexten, Theaterstücken und Gedichten bekannt, sondern vor allem als Sänger seiner über 200 eigenen Lieder. Dabei sah er sich in der Tradition eines anderen schwedischen Nationaldichters, Carl Michael Bellman, sowie den mittelalterlichen Troubadouren.

Zu diesen Liedern gehört Knalle juls vals (Weihnachtswalzer des fahrenden Händlers): In der Stadt hat der knalle (fliegender Händler) 99 Weihnachtsbäume verkauft und nur noch einen einzigen – hässlichen – übrig. Und anstatt nun in die Kneipe zu gehen und das gesparte Geld zu versaufen, macht er sich direkt auf den Weg nach Hause zu seiner Frau, den letzten Baum im Gepäck. Dabei trällert er sein Lied, voller Vorfreude darauf, bald nach Hause zu kommen:

Mein kleiner Baum, so grün und schön,
du riechst so gut wie Terpentin.
Wenn dich keiner haben will, kann ich dich mitnehmen
ich, der ich dich aus deinem Wald geraubt habe.
Mein kleiner Baum, so dünn und hässlich,
komm, tanz mit Knalle Jul!
Hier ist der Knalle mit dem lustigen Lied
und er hat Geld und ein Pferd im Schuppen.

Die Aufnahme stammt von 1953, es singt Evert Taube persönlich.

Här va det gran! Här va det gran!
Den finaste i stan te dopparedan!
Ensam ho står! Sista som går!
Hundra hoggde jag i år!
Pengar blir det! Nu ska vi se:
Jo nittinie ga mig trehundratre
kronor i år! Sista som går!
Här drar kallt om ben och lår.

Mi lella gran, så grön och fin,
du luktar gott som terpentin!
Vell ingen ha dig får jag la ta dig
som rövat bort dig ur skogen din.
Mi lella gran, så smal och ful,
kom ta en vals med Knalle Jul!
Här har du knallen med glada trallen
och han har penningar och häst i skjul!

Kylan är svår! Vintern i år
han kommer la te jul så vitt jag förstår!
Här va det gran! Sista i stan
dagen före doppardan!
Natten blir kall…bra i så fall
att märra står i Pelle Jannesa stall!
Hästen mår gott! Hö har ho fått.
Jag la dit en extra tott!

Mi lella gran, så grön och fin…

Snart kör la vi hem till Sofi,
här ble det längre än det brukar å bli,
jag har fått nog, slutar mitt knog,
hinner inte gå på krog!
Nu, tror Sofi, sitter han i
mjuka soffan och serverader blir
av servitris, men som surpris
kör jag nykter hem precis.

Mi lella fru, du är så söt!
Nu är dä jul… du kokar gröt!
Du höll på knallen med glada trallen
när alla trodde han va ett nöt!
Mi lella fru, vi kommer snart!
Nu kör jag hem, jag vell ha mat
Och här är grana, om du vell ha’na
och här trehundra kroner som jag spart!

Mi lella fru, du är så söt!…

7. Dezember 2011 – Kom ge mig värme, ge mig ljus


Heute wird’s besinnlich: Jean Sibelius‘ (1865–1957) Klavierlied Julvisa op. 1 Nr. 4 von 1895 ist in Finnland schon längst ein Klassiker – immerhin ist Sibelius Finnlands Nationalkomponist. Dabei war der Text ursprünglich schwedisch und erst 1909 erschien eine finnische Übersetzung, aber da Sibelius selbst Finnlandschwede war und sich im finnischen Nationalismus einfach alle versammelten, die gegen Russland waren, hat das wohl kaum jemanden gestört.

Auch in Schweden ist das Lied beliebt. Sofia Karlsson singt es hier begleitet von Peter Asplund (Trompete), Sofie Livebrant (Klavier) und Dan Berglund (Bass) mit einem neuen Text des schwedischen Liedermachers Mikael Wiehe: Kom ge mig värme, ge mig ljus (Komm, gib mir Wärme, gib mir Licht).

Kom ge mig värme, ge mig ljus,
i denna mörka tid,
när skuggor hukar kring vårt hus
och allt är köld och is.
Och tänd en stjärna i mitt bröst
som ge mig glädje, tro och tröst
och säg att vintern har ett slut
också i människans liv.

Nu samlas vi som stormen spritt
med höstens vissna blad
till ljusets fest i mörkrets mitt
i släkt och vänners lag
och firar livets hemlighet,
den som vi innerst inne vet,
att vintern följs av vår till sist
som natten följs av dag.

6. Dezember 2011 – Goder afton


Und noch ein Klassiker von Alice Tegnér – ihre Lieder sind wirklich sehr beliebt. Der Text ist nicht unbedingt weltbewegend: Guten Abend meine Damen und Herren, wir wünschen Euch eine fröhliche Weihnacht.

Die Aufnahme stammt von einer Schallplatte mit dem Titel Sjung med oss, mamma, die in Schweden schon fast Kultstatus erlangt hat: 1963 hat Alice Babs – erste schwedische Grand-Prix-Teilnehmerin und dem deutschen Publikum durch Interpretationen von Schlagern wie Lollipop, Ein Mann muß nicht immer schön sein oder In einer kleinen Konditorei vielleicht bekannt, in Schweden aber auch als ernst zu nehmende Jazz-Sängerin aktiv – zusammen mit ihrer Tochter Titti eine Auswahl von Liedern Alice Tegnérs aufgenommen. Mit von der Partie war auch Torsten, der Sohn von Alice Tegnér.

Die Arrangements der Kinderlieder sind großartig und stilistisch weit gefächert, von einfachen, wie dem hier vorgestellten Goder afton, über 60-er Jahre typische Schlager aller Art bis hin zu einer dreistimmigen Fuge über Mäh, mäh, weißes Lamm!

Goder afton, goder afton, både herre och fru,
vi önskar Eder alla en fröjdefull jul!

Nachtrag

Da das Video in Deutschland gesperrt ist, hier noch eine isländische Version:

5. Dezember 2011 – Förunderligt och märkligt


Am 14. Dezember singen wir mit Göteborgs Vokalensemble ein Weihnachtskonzert, in dem auch meine neueste Komposition uraufgeführt wird. Auf dem Programm steht vor allem Weihnachtsmusik aus Skandinavien und England, unter anderem das ursprünglich dänische Stück Förunderligt och märkligt (Verwunderlich und merkwürdig). Nikolaj Frederik Severin Grundtvig hat 1837 den Text verfasst, die Musik schrieb 1919 Carl Nielsen; die schwedische Nachdichtung des dänischen Originals mit dem Titel Forunderligt at sige stammt von Carl Oscar Mannström. Hier singen zwar nicht wir, denn wir stecken ja noch mitten in den Proben, aber Umeås Studentkör hat eine schöne Fassung bei YouTube eingestellt.

Förunderligt och märkligt,
omöjligt att förstå,
men dock så ljust och verkligt
och ljuvt att tänka på:
inunder öppen himmel,
på bädd av strå och blad,
du finner, Herre Jesus,
din första vilostad.

En fågel har sitt näste,
sin kula varg och lo,
var blomma har ett fäste,
var humla har ett bo,
men fursten i Guds rike,
det levande Guds ord,
får bli en hemlös´ like
sin första natt på jord.

Men kom! Jag vill upplåta
mitt hjärta, själ och sinn
och bedja, sucka, gråta:
Kom, Jesus, till mig in!
Här är din egen hydda,
du köpt den dyrt åt dig,
mitt hjärta skall dig skydda,
ack, giv mig jul med dig!