Schlagwort-Archive: Adventskalender 2012

14. Dezember – Der Wichtel im Schaufenster (3)


Kapitel 1
Kapitel 2

Kapitel 3

Es war ein kleiner Knabe, der die Nase gegen das Fenster drückte. Der Wichtel hatte nicht gemerkt, wie der Junge gekommen war. Da konnte Nusse es sich nicht verkneifen, dem Jungen zuzunicken und zu lachen und sofort lachte der Junge mit und nickte zurück. So ging das eine Weile, bis ein großer Mensch kam und den Jungen fortzog.

»Das war lustig«, fand Nisse und jetzt wurde er etwas wagemutiger. Solange ihn große Menschen ansahen, blieb er weiterhin ganz still sitzen, doch sobald er mit den Kindern alleine war, schnitt er Grimassen, nickte und zwinkerte ihnen zu. Bald stand eine große Kinderschar vor dem Schaufenster und lachte über die bewegliche Wichtelpuppe. Sie glaubten, dass es eine mechanische Puppe war, die man mit einem Schlüssel aufziehen konnte. Mehrere Kinder gingen in den Laden und fragten, was die Wichtelpuppe im Schaufenster kosten sollte, denn sie wollten sie mit dem Geld aus ihrer Spardose kaufen. Und alle wünschten sie sich die Wichtelpuppe zu Weihnachten.

Der kleine Knabe, dem der Wichtel zuerst zugenickt hatte, kam bald zurück und stand dann den ganzen Tag vor dem Fenster, obwohl es draußen stürmte und schneite und alle Menschen nur schnell nach Hause ins Warme wollten. Nusse mochte den Knaben so sehr, dass er ihn mit den lustigsten Mätzchen unterhielt, wenn die beiden alleine waren. Er schlug Purzelbäume zwischen den Spielsachen, zog die Autos und Züge auf und tanzte mit Bären und Krokodilen. Der Knabe lachte in einer Tour und war so vergnügt, dass er gar nicht merkte, wie er fror. Und Nusse merkte nicht, dass er Hunger hatte, so viel Freude machte es ihm.

Doch plötzlich ging das elektrische Licht im Schaufenster aus und der Laden wurde geschlossen. Da ging der kleine Knabe all die vielen Treppen hinauf, bis zum Dachboden des großen Hauses, in dem er mit seiner Mutter, einer Näherin, wohnte.

Endlich hatte Nusse frei und er machte sich sofort auf einen Rundgang durch das Haus, wie es alle Wichtel zu tun pflegen, wohin sie auch kommen.

Schnell hatte er die Vorratskammer gefunden, die zur Wohnung hinter dem Spielwarenladen gehörte. Dort fand er Brot und Butter und Wurst auf einem Regal und aß mit gutem Gewissen, denn er hatte sich die Mahlzeit nach der langen Arbeit als Schaufensterpuppe redlich verdient, fand er.

Es dauerte nicht lange, bis Nusse jede Ecke in dem großen Haus kannte. Bis aufs Dach kletterte er und dort stand er und blickte über die tausenden Häuserdächer und fragte sich, wie um alles in der Welt er es anstellen sollte, wieder nach Hause zu kommen…

Kapitel 4

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Übersetzung von Brevlåda nach Elsa Beskows Erzählung Tomten i leksaksfönstret, die unseres Wissens bisher nicht auf Deutsch veröffentlicht wurde.

13. Dezember 2012 – Schwedische Weihnacht anno dazumal


Weihnachtstraditionen verändern sich. Wer weiß, ob die Menschen in diesem Video Kalle Anka alias Donald Duck überhaupt gekannt haben? Den SVT-Adventskalender gab es auf jeden Fall noch nicht (mangels Fernsehen in Schweden) und der jultomte war noch inspiriert von Wichteln und nicht von Coca-Cola – angeblich war es übrigens ein skandinavisch-stämmiger Werbegrafiker, der 1931 Santa Claus für die Werbekampagne der Coca-Cola-Company zeichnete und so dessen modernes Bild prägte.

Von wann dieser Film genau ist, lässt sich wohl nicht genau sagen. Ich habe eine Seite gefunden, auf der das Jahr 1951 genannt wird. Andere Kommentare vermuten eine frühere Entstehung, es gab ja auch aus den 30er Jahren bereits Farbfilme. Irgendwelche Experten hier, die anhand von Einrichtung, Kleidung, Filmtechnik etc. eine genauere Analyse wagen möchten?

Und für die noch bessere Wochenschauatmosphäre das ganze in schwarz-weiß:

12. Dezember 2012 – Lussebullar


Hopp, hopp! Teig kneten! Den Ofen anheizen! Morgen ist schon Lucia, und da dürfen doch die traditionellen lussebullar nicht fehlen. Obwohl ich das mit Safran aromatisierte Hefegebäck geschmacklich gar nicht so aufregend finde. Zum Glück gibt es aber eine leckere Variante, bei der man die Teilchen wie kanelbullar (Zimtschnecken) mit Zucker und Butter füllt. Dann ist es mir auch völlig egal, ob ich jetzt lussekatter (Luciakatzen), julgaltar (Weihnachtseber), gullvagnar (Goldwagen) oder liljor (Lilien) vorgesetzt bekomme. Hauptsache, für Annika sind ein paar ohne Rosinen dabei. Deshalb lasse ich sie jetzt gleich weg.

Goldwagen, Weihnachtswagen, zwei Varianten der Luciakatze, Junge, Lilie, Weihnachtseber und Weihnachtsbrot.
Goldwagen, Weihnachtswagen, zwei Varianten der Luciakatze, Junge, Lilie, Weihnachtseber und Weihnachtsbrot.

Zutaten

50 g Hefe (frisch)
100 g Butter
1/2 l Milch
250 g Quark (nicht den ganz mageren nehmen)
2 Döschen Safran (à 0,1 g, glaube ich)
1 1/2 dl Zucker
1/2 Teelöffel Salz
15 dl Weizenmehl

Für die Füllung:
abgeriebene Schale einer Orange
2 Esslöffel Vanillezucker
1/2 dl Puderzucker
100 g weiche Butter

Für die Glasur:
1 Ei
Hagelzucker

  1. Hefe in eine Schüssel bröseln
  2. Die Butter in einem Topf schmelzen. Milch hinzugeben und handwarm werden lassen. Milch-Butter-Gemisch über die Hefe geben und so lange rühren, bis sich die Hefe gelöst hat.
  3. Quark, Safran, Zucker, Salz und einen Großteil des Mehls hinzufügen. Kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht, der sich von den Rändern der Schüssel löst. Ca. 30 min. gehen lassen.
  4. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche nochmals durchkneten und dann in zwei Hälften teilen. Jeweils zu einer ca. 1/2 cm dicken Platte ausrollen.
  5. Die Orangenschale mit dem Vanillezucker und dem Puderzucker vermengen. Die Teigplatten mit jeweils der Hälfte der Butter bestreichen und die Zuckermischung darauf verteilen. Dann die Teigplatte in der Mitte falten und zuklappen.
  6. Aus dem Teig Streifen schneiden und diese nach Lust und Laune wie auf dem Bild in Form brigen (am häufigsten sieht man heute den julgalt). Noch einmal 20–30 min. gehen lassen.
  7. Den Ofen auf 250°C vorheizen. Die lussebullar mit dem gequirlten Ei bepinseln und Hagelzucker darüberstreuen. In der Mitte des Ofens ca. 5–7 min. backen.

11. Dezember 2012 – Meditationsübung


Stell dir vor, Du bist in Schweden aufgewachsen. Stell Dir vor, Du hast schon das eine oder andere Weihnachtsfest hier erlebt. Stell Dir vor, in Deiner Familie gibt es ein Fernsehgerät. Schließe die Augen und lausche dem folgenden Video. Welche Bilder entstehen vor Deinem inneren Auge?

(Statt Kindheit und Weihnachten in Schweden reicht auch auch das Brevlåda-Adventskalendertürchen von gestern.)

10. Dezember 2012 – Kalle Anka i djungeln


Zu der Vielzahl an christlichen, heidnischen und kommerziellen Weihnachtstraditionen in Schweden hat sich die letzten Jahre auch eine politisch-mediale Tradition etabliert: Die Diskussion über die Frage, wie das Verhältnis zwischen Schule und Kirche auszusehen hat, wenn es um Schul(halb)jahresabschlussfeiern und christliche Feste geht.

Die staatliche Schulbehörde Skolverket hat dazu eine verbindliche Position formuliert: Unterricht und Schulleben dürfen in keinster Weise konfessionell beeinflusst sein, denn Eltern müssen ihre Kinder in die Schule schicken können, ohne Sorge zu haben, dass ihre Kinder in irgendeiner Form religiös beeinflusst werden. Ausnahmen gelten für Exkursionen, die im Rahmen des Unterrichts durchgeführt und entsprechend vor- und nachbereitet werden, sowie für Privatschulen mit konfessionellem Profil.

Auch wenn die evangelisch-lutherische Svenska Kyrkan sich seit dem Jahr 2000 nicht mehr „Staatskirche“ nennen darf, sieht sie sich nach wie vor als Volkskirchenorganisation und immerhin 70% der Schweden sind noch mindestens formell Mitglied der Schwedischen Kirche.
Das ist eine Konstellation, die durchaus Konfliktpotential bietet, denn viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder zumindest mit den grundlegenden christlichen Traditionen und Festen vertraut sind. Religionsunterricht im Sinne von Bekenntnisunterricht gibt es in Schweden ja ohnehin nicht – das Fach „Religion“ ist eher mit dem deutschen Ethikunterricht zu vergleichen, wo Wissen über die verschiedenen Weltanschuungen vermittelt wird.

Also vor den Weihnachtsferien keine Adventsfeier in der Kirche? Jein. Vorige Woche hat das Skolverket gestattet, dass eine Schulfeier zum Halbjahresabschluss (der eben jetzt in die Adventszeit fällt) in der Kirche abgehalten werden darf, aber nur unter der Bedingung, dass die Feier keinerlei religiöse Elemente enthält. Sozusagen: „Weihnachten ja, aber bitte ohne Jesus.“

Als alter Zyniker finde ich ja, dass diese Haltung durchaus mehrheitsfähig ist, denn das kommt der Realität ja doch irgendwie noch am nächsten. Nur weil man Weihnachten feiert, muss man ja noch lange nicht religiös sein. Finde ich. Findet Jonas auch.
(Ansonsten müssten wir uns auch ernsthaft fragen, was eigentlich ein Adventskalender auf diesem ansonsten religionsfreien Blog verloren hat. Die Antwort ist die gleiche: Weil’s Freude macht! Uns und offensichtlich auch unseren Lesern. Die Besucherzahlen auf Brevlåda bestätigen diese Theorie.)

Klammer zu. Wo war ich? Ach ja, schwedische Weihnachtstraditionen. Weitaus älter als die Tradition der Diskussion um die vorweihnachtlichen Schulfestivitäten ist Kalle Anka och hans vänner önskar god jul – Donald Duck und seine Freunde wünschen Frohe Weihnachten. Seit 1960 gehört das einstündige Disney-Medley, das an Heiligabend um Punkt 15.00 Uhr ausgestrahlt wird, ebenso zu Weihnachten wie Pfefferkuchen und Weihnachtsbaum. Nicht umsonst gibt es unbestätigten Quellen zufolge eine steigende Anzahl von Kindern, die ernsthaft glauben, am 24. Dezember feiere man den Geburtstag von Donald Duck.

Ich denke, es ist an der Zeit für eine Beschwerde an die Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus (D.O.N.A.L.D.) bzw. an deren schwedische Schwesterorganisation Nationella Ankistförbundet i Sverige (kvack) über die Sakralisierung von Kalle Anka.

9. Dezember 2012 – Der Wichtel im Schaufenster (2)


Kapitel 1

Kapitel 2

Sie lag wach und dachte daran, dass sie am nächsten Morgen die Puppen in Kartons verpacken und mit dem Zug in die Stadt schicken musste. Da sie sowieso nicht schlafen konnte, beschloss sie, dass sie ebenso gut jetzt aufstehen und die Pakete packen konnte, so dass alles rechtzeitig fertig würde. Sie zog ihren Morgenmantel an, entzündete eine Kerze und öffnete die Tür zur Nähstube.

Nisse verschwand flink wie eine Maus, doch Nusse, der noch die roten Puppenkleider trug, wusste sich keinen anderen Rat, als hastig in eine der Schachteln auf dem Tisch zu klettern und sich steif wie eine Puppe zu machen. Er hoffte, dass Fräulein Therèse gleich wieder verschwinden würde, doch stattdessen legte sie den Deckel auf den Karton und band eine Schleife darum. Dann legte sie auch die anderen fertigen Puppen in Schachteln. Zuletzt schlug sie alle Schachteln in braunes Packpapier ein und verschnürte sie zu einem Paket, auf das sie die Adresse des Spielzeugladens schrieb. Anschließend ging sie in die Küche und setzte den Kaffe auf, um ihre Schwester Maria mit Kaffee im Bett zu wecken.

Währenddessen schlief Nusse in seiner Schachtel ein, denn er war ja die ganze Nacht wach gewesen. Und er wachte erst auf, als er schon auf dem Weg in die Stadt war und zwischen den anderen Paketen im Postwaggon durchgerüttelt und geschüttelt wurde. Es war stickig und dunkel. Erst wusste er überhaupt nicht, wo er war, doch dann fiel ihm alles wieder ein und er begriff, dass er auf dem Weg in den Spielwarenladen in der Stadt war. Er zog sein Messer hervor und bohrte ein kleines Loch in die Schachtel. So bekam er mehr Luft, aber es war immer noch dunkel. Endlich hielt der Zug und alle Pakete wurden auf ein Auto verladen. Zum Glück kam jetzt ein wenig Licht in Nusses Schachtel, denn jemand hatte das Packpapier entfernt. Plötzlich wurde der Deckel seiner Schachtel angehoben und sofort machte sich Nusse stocksteif wie eine Puppe.

Eine dicke fröhliche Frau und ein Mann mit schwarzem Bart packten die Puppen aus. Die Frau nahm Nusse aus der Schachtel und betrachtete ihn von allen Seiten. »Das ist eine hübsche Wichtelpuppe«, sagte sie, »die sieht so echt aus« und sie strich ihm über die Nase. Das kitzelte und beinahe hätte Nusse geniest. Aber zum Glück gelang es ihm, sich nicht zu rühren und sich nichts anmerken zu lassen.

»Diese Puppe setzen wir ins Fenster«, sagte der Mann, und noch bevor Nusse wusste, wie ihm geschah, saß er mitten im Schaufenster, umgeben von Teddybären und Hunden und Eisenbahnen und Autos und allen möglichen Puppen. Hinter ihm stand ein kleiner Weihnachtsbaum mit kleinen elektrischen Lampen an allen Zweigen.

Nusse hätte nun richtig viel Spaß zwischen all den Spielsachen haben können, wenn er sich nur zu bewegen getraut hätte. Doch fast immer stand jemand vor dem Fenster und betrachtete die Spielsachen und solange dort jemand stand, fand er, dass er still wie eine richtige Puppe sitzen musste. Nur wenn es vor dem Fenster leer war, wagte er es, ein wenig die Arme und Beine zu bewegen, damit sie nicht völlig steif wurden.

Einmal, als er sich gerade etwas streckte und gähnte, bemerkte er, wie ihn ein erstauntes Paar Kinderaugen anstarrte…

Kapitel 3

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Übersetzung von Brevlåda nach Elsa Beskows Erzählung Tomten i leksaksfönstret, die unseres Wissens bisher nicht auf Deutsch veröffentlicht wurde.

8. Dezember 2012 – Glögg


Jetzt haben wir schon Musik, eine Geschichte, was in der Glotzekiste, Kurioses vom Polarkreis und was zu Essen. Was fehlt für die Weihnachtsstimmung? Das passende Getränk! Wir hätten anzubieten: Bier, Aquavit, Milch, saft (= Fruchtsirup)… aber das trinkt man ja eigentlich immer. Etwas weihnachtlicher wird’s mit julöl, besonders stark gebrautem Weihnachtsbier. Oder julmust, schwedisches Malzbier. Noch besser ist Mumma, ein Cocktail aus sockerdricka (Limonade mit Ingwer), dem Lieblingsgetränk von Michel aus Lönneberga, julöl und Portwein. Ich will eigentlich gar nicht wissen, wie das schmeckt…

Aber bei der Kälte ist es wohl doch am besten, etwas Warmes zu sich zu nehmen. Brevlåda empfiehlt: Glögg. Schon Gustav Vasa kannte das klassische Rezept aus Rotwein, Honig, Zimt, Ingwer, Kardamom und Nelken. Heute gibt es die verschiedensten Glöggvarianten zu kaufen, im Supermarkt natürlich nur bis zur erlaubten Maximaldrehzahl von 2,25 % Vol., den harten Stoff (Starkvinsglögg) verteilt dann der Staat im Systembolaget. Die Geschmacksrichtungen reichen von Apfel-Zimt über Preiselbeer-Pfefferkuchen und Mandel-Feige bis zu Mocca-Schokolade.

Neben diesen geschmacklich manchmal fragwürdigen Neukreationen unterscheidet sich Glögg vor allem in zwei Punkten von deutschem Glühwein: Man trinkt ihn zum einen aus kleinen Tässchen, in die man zum anderen zuvor noch einige Rosinen und Mandeln gelegt hat. Damit man diese dann auch essen kann hat der ideale Glöggbecher noch einen kleinen Löffelhalter integriert.

Glöggmys
Glöggmys – ein Dankeschön von Göteborgs Vokalensemble für die Organisation der Chorreise

Glögg kann man entweder genauso herstellen wie Glühwein, also indem man den Rotwein zusammen mit den Gewürzen erwärmt und diese dann vor dem Trinken herausfischt. Oder aber man benutzt die althergebrachte Methode aus einem Rezeptbuch aus den 1840ern. Dann wärmt der Glögg dank Branntwein nämlich noch besser:

Zutaten:

1 Flasche Rotwein
1 dl eau de vie (Obschdler)
20 Gewürznelken
5 Zimtstangen, in kleinere Stücke zerbrochen
1 Teelöffel zerstoßener Kardamom
1 Stück Ingwer
Schale einer Pomeranze (alternativ Orange)
2 dl Zucker
1 1/2 Teelöffel Vanillezucker
Geschälte Mandeln und Rosinen

  1. Alle Gewürze in ein Glas geben und mit dem Schnaps übergießen.
  2. Mindestens 24 Stunden warten.
  3. Die Gewürze absieben, dabei den aromatisierten Schnaps auffangen.
  4. Den Wein zusammen mit dem Schnaps vorsichtig erwärmen.
  5. Ein paar Mandeln und Rosinen in einen Becher geben, warmen Glögg darübergießen.
  6. Skål!

7. Dezember 2012 – Advent


»Als nächstes singen wir Advent
»Hä, Advent
»Ja, das nächste Stück in eurem Ordner.«
»Ach sooo, Otto Olsson

Wenn der Name eines Komponisten gleichbedeutend mit einem Werk ist, dann deutet das vor allem auf eines hin: Außer diesem einen Stück ist alles andere zu unrecht in Vergessenheit geraten. Mit fallen da ein: Boccherini (Streichquintett), Barber (Adagio for Strings), Pachelbel (Kanon in D) oder Albinoni (Adagio in g, und dass das gar nicht von Albinoni ist, ist wieder eine ganz andere Geschichte).

Ein wunderbares Exemplar dieser Gattung ist ebenjenes Advent von Otto Olsson, dass zu jedem vorweihnachtlichen Chorkonzert in Schweden gehört – egal, wie gut der Chor ist. Ich stelle mir das durchaus lustig vor, wenn der Chor in den a capella-Passagen um einen Halbton (oder so etwas ähnliches) sinkt und dann die Orgel wieder einsetzt. Böse Zungen in unserem Chor meinten allerdings, das müsse so sein…

Aber Engelbrekts kammarkör gehört glücklicherweise zu den besseren schwedischen Kirchenchören. Außerdem hat er sich neben der Orgel auch noch Bläserverstärkung geholt.

Sions dotter, lyft din panna! Himmelriket är dig när.
Jubla högt ditt Hosianna! Se, din konung nu är här!
Gud sin Son till jorden sänt. Fröjda dig. det är advent!

Kom med famnen full av palmer, låt ditt hjärta vidga sig,
kom med sånger, kom med psalmer! Ärans Konung möter dig.
Salighetens dag han tänt. Fröjda dig, det är advent!

Sions jubel ej kan stanna. Liksom stora vattens dån
ljuder evigt: Hosianna. Hosianna Davids Son!
Sådan fröjd ej världen känt. Fröjda dig, det är advent!

6. Dezember 2012 – Wo wohnt der Weihnachtsmann?


Wo wohnt der Weihnachtsmann? Diese Frage wird sich wohl nie endgültig klären lassen. Möchte man ihm einen Brief schicken gibt es in jedem Fall eine ziemlich große Zahl möglicher Adressen. Da wäre zum Beispiel

An den Weihnachtsmann
D-99706 Himmelsberg

oder

An den Weihnachtsmann
D-21709 Himmelspforten

oder auch

Postamt Christkindl
Christkindlweg 6
A-4411 Christkindl

In Irland reicht anscheinend diese vage Angabe:

Santa
North-Pole

Aber statt lustiger Wichtel sitzen am Ende wahrscheinlich doch nur griesgrämige Postbeamte an diesen Adressen und drücken Stempel auf Briefmarken; und auch in 173 00 Tomteboda nimmt wohl Tomten die Briefe nicht persönlich in Empfang.

Möchte man den Weihnachtsmann wirklich einmal treffen, könnte man es vielleicht in Finnland in Rovaniemi versuchen, wo es das Weihnachtsmannland Santa Park gibt. Einen ähnlichen Vergnügungspark gibt es im mittelschwedischen Mora, das Tomteland. Aber ob sich der Weihnachtsmann eine Achterbahn vor die Haustür stellen lassen würde? Vielleicht wohnt er ja doch in Korvatunturi in Nordfinnland, denn hier wurde der Versuch, einen Vergnügungspark zu bauen, vereitelt. Auf Intervention des Bärtigen persönlich?

Gibt es am Ende vielleicht gar mehrere Weihnachtsmänner? Wie sonst ließen sich die Winterspiele der Weihnachtsmänner in Gällivare erklären? Das diesjährige Spektakel ist allerdings schon vorbei, auch hier besteht also keine Chance mehr auf ein persönliches Treffen.

Damit wäre zwar immer noch nicht geklärt, wo er denn nun wohnt, der Weihnachtsmann. Aber die nächsten Tomtarnas julspel kommen bestimmt, vielleicht müsste man ihn da einfach einmal persönlich fragen?

Das Video muss man leider direkt auf YouTube ansehen. Einfach oben auf play klicken und dann dem Link folgen.

5. Dezember 2012 – Der Wichtel im Schaufenster (1)


Kapitel 1

Es waren einmal zwei nette alte Damen, die wohnten in einem kleinen weißen Haus auf dem Lande und nähten Puppen, die sie an einen Spielzeugladen in der Stadt verkauften. Sie waren sehr geschickt und erfanden immerzu neue Puppen: Feine Damen aus Seide und Babypuppen und Matrosen und Schornsteinfeger und Tänzerinnen und Harlekins und Neger. Ständig hatten sie neue Ideen. In den Wochen vor Weihnachten hatten sie am meisten zu tun. Dann saßen sie manchmal und arbeiteten bis spät in die Nacht.

Doch das gefiel ihrem alten Hauswichtel nicht. Er hatte die beiden Damen aufwachsen sehen und fand, dass sie immer noch fast Kinder waren und er wollte, dass sie abends rechtzeitig ins Bett gingen. Deswegen schlich er sich manchmal unbemerkt in die Nähstube der beiden Damen und pustete die Öllampen aus, denn im Haus der beiden Damen gab es kein elektrisches Licht. Dann merkten sie plötzlich, dass es schon spät war und dass sie eigentlich zu müde waren, um noch weiterzuarbeiten. Auf diese Weise gelang es dem Wichtel, sie ins Bett zu schicken. Nachdem er dann auf seinem abendlichen Rundgang durchs Haus geprüft hatte, ob alle Türen verschlossen und alles Feuer niedergebrannt war, kroch er schließlich in sein eigenes Bett in der Wichtelstube unter dem Küchenboden.

Aber in mondhellen Nächten passierte manchmal etwas, wovon der Wichtelvater nichts wusste. Dann schlichen sich die beiden Wichteljungen Nisse und Nusse durch die Klappe im Küchenfußboden und verschwanden in der Nähstube. Dort spielten sie mit den Puppen und hatten einen Heidenspaß, solange der Mond das Zimmer erhellte.

In einer solchen Nacht, ein paar Wochen vor Weihnachten, merkten Nisse und Nusse, dass sie die Kleider der Puppen selbst anziehen konnten und das bereitete ihnen großes Vergnügen. Zufällig lagen dort gerade auch ein paar Wichtelpuppen in schönen roten Gewändern, die Nisse und Nusse passten wie angegossen. Nusse fand seine Puppenkleider so schön, dass er sie gar nicht mehr ausziehen wollte. Die alten abgetragenen grauen Sachen, die die Wichtelmutter schon so oft geflickt hatte, mochte er nicht mehr ansehen. Er schnallte sich sein Messer um, denn ein Wichtel hat immer sein Messer bei sich. Er sprang auf den Nähtisch, bewunderte sich im Spiegel und fand, dass er der hübscheste Wichtel auf der ganzen Welt war. Deswegen hörte er auch nicht, wie ihn Nisse ermahnte, die Puppenkleider auszuziehen, alles wieder an seinen Platz zu stellen und zurück ins Wichtelbett zu gehen, bevor der Wichtelvater erwachte. Stattdessen drehte und wendete sich Nusse weiter vor dem Spiegel.

Doch gerade in dieser Nacht schlief Fräulein Therèse, die ältere der beiden Damen, nicht besonders gut…

Kapitel 2

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Übersetzung von Brevlåda nach Elsa Beskows Erzählung Tomten i leksaksfönstret, die unseres Wissens bisher nicht auf Deutsch veröffentlicht wurde.