Schlagwort-Archive: Adventskalender 2015

12. Dezember 2015 – X-masshopping x-treme


Na? Schon alle Weihnachtseinkäufe erledigt? Den ganzen Tag durch die volle Innenstadt geschoben, von Laden zu Laden gewandert in der Hoffnung, endlich das perfekte Geschenk für den Hund der Cousine der Frisörin… zu finden? Dabei durch den strömenden Regen gedrängelt bis der Wintermantel völlig durchweicht war? Oder sich durch den Weihnachtsmarkt geboxt, nur um festzustellen, dass es dieses Jahr genau die gleichen Regenbogenkerzen, Wollpantoffeln und Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge gibt wie im letzten und vorletzten und vorvorletzten Jahr?

All das kann man sich sparen, wenn man statt in die Stadt raus aufs Land fährt, nach Ullared, einem kleinen Dorf ungefähr zwanzig Kilometer östlich von Varberg. Hier befindet sich Schwedens größte Touristenattraktion, nach jährlichen Besucherzahlen gemessen: Gekås, Nordeuropas größtes Warenhaus.

Wobei man sich vom schwedischen Begriff varuhus nicht in die Irre führen lassen sollte. Statt sich an mondänen Kaufhäusern wie Harrods oder dem KDW oder zumindest an versucht elegante Karstadt-Filialen zu orientieren, kommt Gekås eher mit dem Charme eines Lidl daher. Hier werden Konkursmassen und Restbestände in unglaublichen Mengen aufgekauft und zu Ramschpreisen weitervertickt, ein 40-Tonner alle zehn Minuten. Alle denkbaren Waren sind erlaubt, Hauptsache die Produkte passen in einen Einkaufswagen und bringen ordentlich Profit.

Und die Schweden lieben Gekås. Borås liegt zwar ganze 85 Kilometer entfernt, das ist für Ullared-Verhältnisse aber eigentlich nur ums Eck. Der durchschnittliche Kunde legt auf der einfachen Fahrt ganze 210 Kilometer zurück, sagt die Wikipedia. Für alle, die von noch weiter weg anreisen, gibt es auch direkt neben dem varuhus einen Campingplatz, Ferienhütten und ein Hotel. Und wer zu Hause schon mal vom nächsten Einkaufstrip träumen will, der kann sich wöchentlich die Reality-Soap Ullared reinziehen: Eine Stunde lang Leuten dabei zugucken, wie sie Kleiderbügel sortieren, Einkaufslisten abarbeiten und Schnäppchen machen. Spannend. Nicht.

Nicht nur in der Weihnachtszeit kommen regelmäßig Schüler in den Unterricht, erzählen von ihrem Ullared-Trip am letzten Wochenende und präsentieren stolz die getätigten Einkäufe.

Jetzt vor Weihnachten ist natürlich Hochsaison und die Schlange vor der Eingangstür kann dann schon einmal über einen Kilometer lang sein. Wem’s Spaß macht…

Das Qualitätsprogramm Galileo hat sich in der Vorweihnachtszeit in den Markt gestürzt. Hier trifft Fernsehen auf höchstem Niveau auf ein ebensolches Shoppingerlebnis. Wer es aushält, kann sich nach dem Clip noch zum zweiten Teil weiterklicken.

Und am Ende fragt man sich, ob der klassische, vorweihnachtliche Bummel durch die Innenstadt mit Glühwein und gebrannten Mandeln nicht doch irgendwie netter ist…

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10. Dezember 2015 – Süßigkeiten


Was wäre ein Adventskalender ohne Süßigkeiten (oder Schnuck, wie man im Sauerland sagt)? Aber immer wieder die ollen gleichen Sachen? Warum nicht einmal etwas Neues probieren?

Auf Youtube hat sich ein Trend gebildet, bei dem sich User gegenseitig Snacks aus ihren Heimatländern zuschicken, um diese dann vor der Kamera zu probieren. Manche machen das unterhaltsamer als andere, aber dieser Engländer gehört zu den engagiertesten, die ich bisher gesehen habe – nicht, dass ich schon sehr viele gesehen hätte…

oder

9. Dezember 2015 – Hans Liberg


In Deutschland dürfte Hans Liberg mit seiner manchmal absurden, häufig überdrehten und immer intelligenten Musikcomedy mittlerweile den meisten bekannt sein. Als Holländer ist er selbstredend auch dort und in Flandern sehr erfolgreich, und er spielt sogar auch auf Englisch. Ideal für unseren halbzweisprachigen Adventskalender.

Hans Liberg är en nederländsk musikkomiker som gör sina ibland absurda, ofta galna och alltid intelligenta program inte bara på nederländska, utan även på tyska, franska och engelska. Idealisk för vår mer eller mindre tvåspråkiga julkalender.

8. Dezember 2015 – Boléro minimalistisch


Der Boléro von Maurice Ravel gehört wohl zu den am häufigsten bearbeiteten Stücken der klassischen Musik. Man kann ihn für Klavier solo, Gitarrenduo, Saxophonquartett oder Kontrabassorchester bearbeitet hören. Leider geht dabei aber immer die großartige Klangfarbenvielfalt des Stücks verloren, sodass diese Versionen des Boléro meistens ziemlich trist sind.

Was aber tun, wenn man statt eines Orchesters nur ein einziges Cello zur Verfügung hat und trotzdem unbedingt den Boléro spielen möchte? Man kann zum Beispiel statt einer Klangfarbenorgie ein optisches Spektakel daraus machen, wie diese Herren beweisen:

6. Dezember – Christoph Waltz explains Krampus


Nikolaus und Knecht Ruprecht muss man in Deutschland niemandem erklären, aber in Schweden sind diese beiden Herren nahezu unbekannt. Die Österreicher treiben den Brauch mit dem furchteinflößenden Krampus noch ein Spur weiter, wie Christoph Waltz in einer amerikanischen Late-Night erklärt…

Idag firas det Sankt Nikolaus-dagen i Tyskland. Traditionerna kring den här dagen som hedrar helgonen Nikolaus av Myra varierar starkt i de olika tysktalande regionerna. Ofta har Nikolaus ett omfattande syndaregister, den s.k. Gyllene Boken med sig där det står vilka barn som har varit snälla och ska få presenter och vilka som inte har uppfört sig. Framförallt i katolska regioner kommer Nikolaus i sällskap av en otäck gestalt som är Nikolaus‘ mörka motpart och som utför bestraffningen av de stygga barnen. Ibland kallas han för Knecht Ruprecht (Rupert knekt) och är en människolikt figur, men ju längre söderut man kommer, desto obehagligare blir Nikolaus‘ sällskap. Som vi alla vet härstammar de riktigt skrämmande gestalter oftast från Österrike och så är det även med Krampus. Och vem skulle kunna förklara den sedern bättre än Christoph Waltz, skurken ur den nya Bond-filmen Sprectre (och Österrikare, förstås).

5. Dezember 2015 – Bach på Svenska


Heute gibt es wieder Musik in einer eher ungewohnten Version. Diesmal allerdings wirklich hörenswert, versprochen! Denn im folgenden Video interpretieren die beiden Spielleute und Barockmusiker Lisa Rydberg und Gunnar Idenstam Johann Sebastian Bach auf sehr schwedische Weise. Unbedingt die ganze Playlist durchhören!

4. Dezember 2015 – Welcome to Sweden


Bruce ist ein erfolgreicher amerikanischer Steuerberater, der wegen seiner Liebe zu Emma, einer Schwedin, Beruf und bisheriges Leben über Bord wirft, um mit nur einem Koffer mit ihr ein neues Leben in Stockholm zu beginnen. Doch vor den Erfolg haben die Götter die erste Begegnung mit Emmas Eltern gesetzt. Bruce spricht kein Wort Schwedisch, Emmas Eltern sind hingegen mit Sommerhäuschen mit Sauna in den Schären und eigenem Boot mindestens so klischee-schwedisch wie ein Inga-Lindström-Film. Weil Emma ihre Wohnung stockholmtypisch über die Sommermonate vermietet hat, ist er gezwungen, die ersten Wochen mit ihr und ihrer Familie in diesem idyllischen Alptraum aus Sauna, Krebsfest und Schnaps zu verbringen…

Welcome to Sweden ist eine schwedische Comedyserie, die inzwischen in zwei Staffeln ausgestrahlt wurde und hoffentlich auch in Deutschland auf Youtube zu sehen ist. Die meisten Dialoge sind – Bruces mangelnden Schwedischkenntnissen sei Dank – auf englisch, die schwedischen Dialoge haben englische Untertitel. Auch die weiteren Folgen der Staffeln sind auf Youtube verfügbar.

PS: Unter dem Suchbegriff Welcome to Sweden findet man auf Youtube leider auch rechtsextremische Scheiße. Bitte nicht anklicken.