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Mehr Urlaub


Eine kleine Rekapitulation, bevor wir mit unserem Urlaubsbericht weitermachen – was bisher geschah: Nach unserem Aufbruch an Annikas letztem Arbeitstag hatten wir zwei Tage Luftholpause am Vänern eingelegt. Danach waren wir mit Zwischenstopp in Örebro auf einen Campingplatz bei Västerås gefahren. Der Montag brachte uns dann über Uppsala an die Ostküste, wo wir unsere Fähre auf die Ålands genommen hatten. Dort stießen wir auf Annikas Mutter und ihren Lebensgefährten.

Nach so vielen Kilometern war es erst mal wieder Zeit für einen Pausentag mit Spazieren gehen, Sauna und viel Faulenzen – nicht viel zu berichten also. Am Mittwoch wandten wir uns dann Mariehamn zu, der Hauptstadt der Ålands – auf der Karte mit dem lustigen finnischen Namen Maarianhamina eingetragen. Unterwegs schauten wir noch in einem Second-Hand-Laden mit einer riesigen Teekesselsammlung und einem wuseligen Garten vorbei.

Mariehamn ist keine große Stadt – aber mit ihren 11.000 Einwohnern ist sie die einzige Stadt und gefühlt auch der einzige nennenswerte Ort der Inselgruppe überhaupt. Und das merkt man, denn hier sammelt sich die gesamte Infrastruktur der Region: Geschäfte, Krankenhaus, Flughafen, Banken – außerhalb Mariehamns an Bargeld (Euro!) zu kommen ist gar nicht einfach! – Kneipen, Regierungssitz, Schwimmbad und Fähranleger für die riesigen Schiffe, die auf ihrem Weg von Finnland nach Schweden hier Halt machen. All das sorgt dafür, dass die Stadt belebter ist, als man zunächst erwarten könnte – trotzdem ist es dort sehr überschaubar und beschaulich.

Eigentlich war uns aber gar nicht nach Stadt, wir wollten raus in die Natur. Deshalb packten wir die Campingstühle schon am nächsten Morgen wieder ein und machten uns auf die Weiterfahrt; zunächst für einen kleinen Abstecher in Richtung Süden, wo wir ein wunderschönes Café fanden, dann soweit nach Osten, wie es Straßen und Fähren kostenlos zulassen – auf die Insel Vårdö. Auf dem Weg dorthin lag ein Aussichtsturm, der einzige Tunnel Ålands, eine Fähre und zwei Festungsruinen – letzteren statteten wir aber erst auf dem Rückweg einen Besuch ab.

Auf Vårdö gefiel es uns sehr gut. So gut sogar, dass wir so lange blieben, bis wir alle unsere Vorräte aufgegessen und schon einmal auf das Campingplatz-Café zurückgegriffen hatten. In der Zwischenzeit fand eine Fahrradtour mit ausgiebigem Walderdbeerenpflücken und -essen sowie ein Grillfest statt. Ansonsten hatten wir viel Zeit, um ausgiebig zu lesen.

Den Rückweg Richtung Eckerö traten wir am Montag an, denn für Dienstag war die Fähre gebucht. Dieses Mal hielten wir nicht nur an den bereits erwähnten Ruinen und an einem Freilichtmuseum, wir machten auch einen großen Umweg auf den höchsten Berg Ålands im Norden der Hauptinsel.

Die letzte Nacht auf Åland verbrachten wir auf dem Campingplatz, auf dem auch schon unser Inselurlaub begonnen hatte. Früh am Morgen mussten wir dann den Weg zur Fähre antreten, die uns wieder nach Schweden brachte.

Urlaub


Jetzt ist der Urlaub schon seit über einer Woche vorbei. Leider… Aber schön war’s! Wir brachen noch am Freitag auf, Annikas letztem Arbeitstag. Unser Großziel waren die Ålands, eine zu Finnland gehörende Inselgruppe in der Ostsee, die aber von Schweden bewohnt wird und deshalb bereits seit 90 Jahren sich sehr autonom selbst verwaltet. Die Fähre auf die Inselgruppe ging von Grisslehamn, eine Autostunde nördlich von Stockholm. Die Anreise dorthin konnten und wollten wir natürlich nicht am ersten Abend schaffen, deshalb steuerten wir zunächst Torsö an, eine Insel im Vänern etwa zwei Stunden von Zuhause. Wie herrlich, wenn der Urlaub quasi vor der Haustür anfängt und nicht erst 1000 km Anfahrt und eine Ostseeüberquerung anstehen!

Dort sind wir auf einen wunderschönen kleinen Campingplatz gefahren, der nur zu empfehlen ist, weil er außer einem Plumpsklo und einer Solardusche keine Infrastruktur bietet. Weil es so schön ruhig war – das normalerweise fast unhörbare Pfeifen unseres Gaskühlschrankes erschien uns nach der ersten Nacht unheimlich laut -, weil wir ein wenig Zeit zum durchatmen haben wollten, und weil das Wetter zum Baden einlud, blieben wir gleich noch eine zweite Nacht.

Im strömenden Regen ging es am Sonntag weiter Richtung Westen. Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Laxå fuhren wir nach Örebro, das uns immerhin eine kurze Regenpause gönnte. Vermutlich lohnt sich die Stadt mit mehr Ruhe, aber an einem Sonntagnachmittag mit dunklen Regenwolken im Nacken wirkte sie doch etwas trostlos, daran konnte auch das nette Altstadtviertel-Freilichtmuseum Wadköping nicht viel ändern. Auf der Weiterfahrt durch Västerås kamen wir in einen riesigen Stau (unser erster in Schweden!), da die Autobahn aufgrund des Regens gesperrt werden musste. Das war dann auch das spektakulärste, was wir an diesem Tag erlebten.

Unsere Fähre auf die Ålands ging erst am Montagabend, genug Zeit also, um am nächsten Tag einen längeren Stopp im sonnigen und belebteren (Montag eben) Uppsala einzulegen und „im Vorbeigehen“ noch schnell ein spätnachmittägliches Bad zu nehmen, bevor wir auf die Fähre fuhren.

Nach kurzer Überfahrt (<2 Stunden) mit der MS Eckerö von Grisslehamn nach Eckerö kamen wir spät auf den Ålands an, zumal uns die Zeitverschiebung eine Stunde geklaut hatte. Aber dadurch, dass wir uns jetzt ganz westlich in der neuen Zeitzone befanden, war es bis weit nach Mitternacht noch „lesehell“ (ob es überhaupt noch dunkler geworden ist, wissen wir leider nicht, irgendwann muss der Mensch ja auch mal schlafen). Es reichte noch zu einem kurzen Begrüßungstrunk mit Annikas Mutter und Lebensgefährten, die aus der anderen Richtung die Ålands erreicht hatten. (Mehr über deren zweimonatige Reise um die Ostsee: Bonjourelfie.)

(Alle Karten sind von eniro.se.)