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18. Dezember: In der Weihnachtsbäckerei


Als ich Kind war, wurde bei uns zu Hause nicht viel gebacken. Angeblich weil wir Kinder nicht so auf Kuchen standen und meine Mutter einen ganzen Kuchen nicht alleine aufessen wollte. Da staut sich dann natürlich eine ganze Menge Backenergie auf, die irgendwann abgelassen werden muss. Das geschah jedes Jahr in einer der ersten Adventswochen. Da wurde dann die Küche, das Esszimmer und der Wintergarten in eine Konditorei umgewandelt und der Ofen stand die komplette Woche über quasi niemals still. Zwanzig unterschiedliche Plätzchensorten und mehr waren Standard und das Gebäck stand dabei den besten Konditorplätzchen in nichts nach, weder geschmacklich noch optisch. Es wurden Nüsse gemahlen, Teig geknetet, ausgerollt, ausgestochen, gebacken, gefüllt und verziert. Bis heute freue ich mich jedes Jahr auf das Care-Paket im Advent, auch wenn die Anzahl der Sorten mittlerweile deutlich zurückgegangen ist – oder so. „Ich mach dieses Jahr nicht so viele“ heißt nur, dass bei den Sorten die Zwanzigermarke knapp verfehlt wird.

Den perfektionistischen Ehrgeiz meiner Mutter, wenn es um Kochen und Backen geht, habe ich zwar nicht geerbt, aber ich koche und backe gerne und angeblich auch nicht ganz schlecht. In der Adventszeit bleibt für Extravaganzen wie Sonntagsbraten oder Kuchen allerdings wenig Zeit. Trotzdem haben wir es in den letzten Jahren eigentlich immer geschafft, wenigstens zwei oder drei Plätzchensorten zu backen. Dieses Jahr war an solcherlei Zeitverschwendung allerdings überhaupt so gar nicht zu denken. Immerhin, gestern Abend haben wir ein paar Äpfel geschält und mit Zucker, getrockneten Früchten, Nüssen und Mandeln über Nacht ziehen lassen. Heute morgen ist daraus ein sehr leckeres Früchtebrot entstanden. Leider keine Plätzchen, aber heutzutage habe ich auch nichts mehr gegen Kuchen; und das Care-Paket aus Deutschland ist auch noch nicht ganz leer.

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Die Äpfel haben Saft gezogen und werden jetzt mit Mehl zu einem Teig vermischt.

 


EDIT: Dem aufmerksamen Leser ist vielleicht aufgefallen, dass dieser Artikel ursprünglich unter Annikas Namen veröffentlicht wurde, was natürlich Blödsinn war. Spätestens beim Satz „Ich backe und koche gerne“ dürfte allen, die uns kennen, aufgefallen sein, dass hier definitiv nicht Annika, sondern Jonas am Schreiben war…

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Ofenfrisch


Am Freitag war kanelbullens dag, der Tag der Zimtschnecke. Damit hat dieser Artikel aber überhaupt nichts zu tun. Trotzdem habe ich gestern kanelbullar gebacken, aber nur, weil ich im Internet durch Zufall ein unheimlich appetitliches Bild von Schweizer Wecken gesehen hatte. Ich backe eigentlich nicht so sehr gerne und die riesigen Mengen Gebäck müssen dann ja auch noch verputzt werden, aber manchmal packt es mich dann doch.

Kurzentschlossen flog dieses Mal also ein Würfel Hefe in den Einkaufswagen und zu Hause habe ich dann überlegt, was ich damit machen könnte. Die kanelbullar-Flut der letzten Tage in Radio, Zeitung, Werbung und bei den Blogkollegen scheint dann doch auch bei mir gewirkt zu haben, denn gute eineinhalb Stunden später holte ich die ersten Hefeschnecken mit Zimtfüllung aus dem Ofen.

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Ein paar kanelbullar sind schon in unseren Bäuchen verschwunden, zwei sind zum Nachmittagstee fällig und der Rest wartet jetzt in der Truhe auf seinen Auf (und Ab-)tritt.

12. Dezember 2012 – Lussebullar


Hopp, hopp! Teig kneten! Den Ofen anheizen! Morgen ist schon Lucia, und da dürfen doch die traditionellen lussebullar nicht fehlen. Obwohl ich das mit Safran aromatisierte Hefegebäck geschmacklich gar nicht so aufregend finde. Zum Glück gibt es aber eine leckere Variante, bei der man die Teilchen wie kanelbullar (Zimtschnecken) mit Zucker und Butter füllt. Dann ist es mir auch völlig egal, ob ich jetzt lussekatter (Luciakatzen), julgaltar (Weihnachtseber), gullvagnar (Goldwagen) oder liljor (Lilien) vorgesetzt bekomme. Hauptsache, für Annika sind ein paar ohne Rosinen dabei. Deshalb lasse ich sie jetzt gleich weg.

Goldwagen, Weihnachtswagen, zwei Varianten der Luciakatze, Junge, Lilie, Weihnachtseber und Weihnachtsbrot.
Goldwagen, Weihnachtswagen, zwei Varianten der Luciakatze, Junge, Lilie, Weihnachtseber und Weihnachtsbrot.

Zutaten

50 g Hefe (frisch)
100 g Butter
1/2 l Milch
250 g Quark (nicht den ganz mageren nehmen)
2 Döschen Safran (à 0,1 g, glaube ich)
1 1/2 dl Zucker
1/2 Teelöffel Salz
15 dl Weizenmehl

Für die Füllung:
abgeriebene Schale einer Orange
2 Esslöffel Vanillezucker
1/2 dl Puderzucker
100 g weiche Butter

Für die Glasur:
1 Ei
Hagelzucker

  1. Hefe in eine Schüssel bröseln
  2. Die Butter in einem Topf schmelzen. Milch hinzugeben und handwarm werden lassen. Milch-Butter-Gemisch über die Hefe geben und so lange rühren, bis sich die Hefe gelöst hat.
  3. Quark, Safran, Zucker, Salz und einen Großteil des Mehls hinzufügen. Kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht, der sich von den Rändern der Schüssel löst. Ca. 30 min. gehen lassen.
  4. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche nochmals durchkneten und dann in zwei Hälften teilen. Jeweils zu einer ca. 1/2 cm dicken Platte ausrollen.
  5. Die Orangenschale mit dem Vanillezucker und dem Puderzucker vermengen. Die Teigplatten mit jeweils der Hälfte der Butter bestreichen und die Zuckermischung darauf verteilen. Dann die Teigplatte in der Mitte falten und zuklappen.
  6. Aus dem Teig Streifen schneiden und diese nach Lust und Laune wie auf dem Bild in Form brigen (am häufigsten sieht man heute den julgalt). Noch einmal 20–30 min. gehen lassen.
  7. Den Ofen auf 250°C vorheizen. Die lussebullar mit dem gequirlten Ei bepinseln und Hagelzucker darüberstreuen. In der Mitte des Ofens ca. 5–7 min. backen.