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20. Dezember – Ein kurzer Besuch und ein unerwarteter Anruf


Pirrigt – nervös, aufgeregt, Bauchkribbeln haben. So habe ich mich heute morgen gefühlt, als um zehn Uhr der Mann vom Bauamt vorfuhr, um unseren Wintergarten abzusegnen; um zu prüfen, ob der Bau mit der Baugenehmigung übereinstimmt, ob alle Vorschriften eingehalten wurden und alle Installationen korrekt vorgenommen wurden. Ich hatte mir dafür bis zum Mittagessen frei genommen. Wer weiß schon, in welche Ecken so ein Baubeamter gucken will, wie lange genau er das Dach von oben begutachtet oder ob er auf den Zentimeter oder den Millimeter genau nachmisst.

Nach zehn Minuter war er dann wieder weg. Vielleicht waren es auch nur fünf. Kurzer Blick von außen: „Ach stimmt, ich erinnere mich, so sah das auf der Zeichnung aus. Passt ja.“ Blick von innen: „Das sieht ja gemütlich aus. Und mit dem Kamin… Schließt nur die Schiebetüren ab, bis die Grube aufgefüllt ist. Nicht das ein Besucher aus Versehen runter fällt.“ Kurzer Zwischenstopp in der Küche: „Ah, gut, die Betriebsgenehmigungen von Schornsteinfeger und Elektriker und der Kontrollplan. Dann noch frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!“ Und weg war er.

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Unser fertiger Wintergarten heute morgen – inklusive Weihnachtsbaum. Fehlt nur noch etwas Farbe an den Wänden.

Ich sah uns schon heute Abend putzen und die Möbel reintragen. Aber zuerst musste ich noch einmal in die Kulturschule, einer Kollegin mit einem Notensatzprogramm helfen und meinen Unterrichtsraum aufräumen. Dort angekommen klingelte mein Telefon: Der Maler fragte, ob er morgen bei uns weitermachen könnte, die grob gespachtelten Wände schleifen und einmal malen – Erste Reaktion: Na toll, dann wird das ja doch nichts mit Weihnachten im Wintergarten. Die decken den Boden wieder ab, stellen ein Gerüst auf, machen den Raum unbewohnbar. Nächster Gedanke: Obwohl, dann kann ich ja am Wochenende die Wände fertig malen. Dann können wir allen Baumüll wieder rechtzeitig rausschmeißen und die Möbel reinstellen. Weihnachten gerettet. Aber das Wochenende wird stressig… Hmm, ich hab ja morgen frei genommen, ich könnte beim Malen helfen, vielleicht schaffen wir dann doch alles… Ich könnte ja sogar schon heute Abend abkleben…

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Und die gleiche Perspektive heute Abend. Der Maler muss nur noch die Deckenleiste und die Oberlichter abkleben, auf dem Gerüst wollte ich heute um zehn nicht mehr herumturnen.

Ich bin ganz guter Dinge, dass wir morgen schon fertig werden. Die Farbe muss nur zwei Stunden trocknen; selbst wenn die Maler keine zwei Anstriche schaffen, kann ich abends noch einmal malen. Dann fehlen nur noch die Fensterrahmen und für die muss man den Wintergarten ja nicht komplett leer machen oder gar den Boden abdecken. Eigentlich gefällt mir diese Lösung jetzt viel besser, als nach Weihnachen noch einmal alles rauszuräumen. Ob das alles klappt? Det är pirrigt!

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