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Was die Schweden bewegt: Blingon


Blaubeeren sind in Schweden bekanntlich keine Seltenheit. Und wenn ich jetzt schreibe, dass es hier auch viele Preiselbeeren gibt, wird das auch keinen überraschen. Zu jedem ordentlichen IKEA-Essen gehört schließlich ein ordentlicher Löffel Preiselbeerkompott. Die Waldböden sind zwar mit Preiselbeeren nicht ganz so überwuchert wie mit Blaubeeren, lange suchen muss man aber weder die einen noch die anderen.

Sowohl Preisel- als auch Blaubeeren wachsen gerne in lichten Kiefernwäldern, was wohl daher rührt, dass beide derselben Gattung angehören, nämlich den Heidelbeeren. Und da sie gerne dicht beieinander wachsen und manchmal gleichzeitig blühen, kann es passieren, dass eine Biene oder Hummel erst eine Blüte der einen und dann – vollgepackt mit Pollen – die der anderen anfliegt. Das passiert zwar nicht häufig, und der so entstehende Hybrid trägt auch noch seltener Früchte, aber neulich wurden in Bohuslän tatsächlich Beeren tragende Blingon entdeckt (aus blåbär = Blaubeere und lingon = Preiselbeere). Das schwedische Kofferwort finde ich übrigens wesentlich schöner als den deutschen Namen: Bastard-Heidelbeere. Die Alternative Mittlere Heidelbeere ist auch nicht viel besser. Die deutsche Seite von Radio Schweden war da mit Heiselbeere doch wesentlich kreativer. Schwedische Botaniker machen sich indes Sorgen um die Gleichberechtigung und schlagen als Namen Blågon vor.

Blühende Heiselbeere (Quelle: Sveriges Radio)

Und zum Schluss noch die schlechten Nachrichten: Blingon sind anscheinend kein großes Geschmackserlebnis und die Samen treiben so gut wie nie aus. Es wird also nichts mit einer neuen Lieblingsbeere beim Waldspaziergang in ein paar Jahren.