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Doch lieber nach Tschechien? Oder in die Slowakei?


Meine Bewerbung beim DAAD hat doch noch Früchte getragen: Über das Nachrückverfahren wurden mir jetzt zwei Stellen als Sprachassistentin angeboten. Und zwar entweder in České Budějovice (Budweis in Südtschechien) oder in Košice (Kaschau, Ostslowakei). Klingt beides spannend, aber – mann, bin ich unflexibel – liegt leider in der falschen Himmelsrichtung. Und ach leider, mein Tschechisch ist ziemlich eingerostet und Slowakisch war in der Schule nie meine Stärke…

Spannenderweise ist das Sprechen der jeweiligen Landessprache für die Sprachassistenzen tatsächlich keine formale Voraussetzung, sondern allenfalls „vorteilhaft“, so der Ausschreibungstext des DAAD. Vor Ort arbeitet man ja hauptsächlich mit Studierenden, die deutsche Sprach-, Literatur- oder Kulturwissenschaft studieren. Aber trotzdem möchte ich nicht in einem Land leben, dessen Sprache ich so überhaupt nicht beherrsche, auch wenn ich dort einen Job hätte.

Apropos Job: kürzlich bekam ich eine positive Antwort auf eine Bewerbung, die ich im September an eine Schule in Luleå (etwa eine Dreiviertelstunde von Piteå) geschickt hatte. Damals wurde die Stelle zwar anderweitig vergeben, aber jetzt ist an dieser Schule wieder eine Stelle frei. Ironie des Schicksals: diese Mail kam just einen Tag, nachdem Jonas die Absagen aus Piteå und Stockholm bekommen hatte und Göteborg als Ziel endlich feststand. Nichtsdestotrotz ermutigt mich eine solche Zusage, selbst wenn sie buchstäblich „zur falschen Zeit am falschen Ort“ kam.

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Ade, DAAD…


Der interessierte Leser wird sich vielleicht erinnern, dass ich seit Oktober ein Bewerbungsverfahren beim DAAD, dem Deutschen Akademischen Auslandsdienst, am Laufen habe. Konkret geht es dabei um ein einjähriges Stipendium als Sprachassistentin an einer schwedischen Uni. Nachdem ich im Februar eine von neun Bewerberinnen war, die zum Vorstellungsgespräch nach Bonn eingeladen wurden, kam Anfang März bereits die Nachricht, dass ich zu den Glücklichen gehöre, die den Unis in Stockholm, Göteborg und Uppsala vorgeschlagen wurden – allerdings waren zu diesem Zeitpunkt immer noch mehr Bewerber als Plätze im Rennen.

Seither wartete ich also tagtäglich auf eine Nachricht. Nun siegte schließlich die Ungeduld und ich habe beim DAAD angerufen. Die Überschrift mag die Pointe bereits vorweggenommen haben, aber die Auskunft war leider negativ. Das Verfahren ist jetzt abgeschlossen und ich gehöre nicht zu den dreien, denen eine solche Stelle vergönnt war. Es besteht zwar noch eine minimale Chance, dass jemand abspringt und ich dann nachrücke, aber davon kann man wohl nicht ausgehen, so hart umkämpft wie die Stellen sind.

Naja, eine positive Seite hat diese Absage jedoch: zumindest der unbequeme Fall, dass ich in einer anderen Stadt angenommen werde als Jonas und wir uns mit der unangenehmen Entscheidung herumschlagen müssen, wohin wir ziehen, kann jetzt nicht mehr eintreten. Jetzt wird also Jonas‘ Studienplatzzusage entscheiden, ob es Stockholm, Göteborg oder Piteå wird. Im Mai erfahren wir mehr…

Und ich werde jetzt eben auf dem klassischen Weg nach einem Job suchen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung lag heute im Briefkasten, aber davon später…

Was bisher geschah…


Da wir auf unserem Weg nach Schweden ja schon Stück zurückgelegt haben, bevor die Idee zu diesem Blog entstand, hier ein kurzer Rückblick:

Vor 2008: Wir träumen beide davon, irgendwann mal eine längere Zeit im Ausland zu verbringen.

08/2008: Jonas betritt zum ersten Mal schwedischen Boden. Aus „Ausland“ wird „Schweden“. Als frühestmöglichen realistischen Termin für einen Umzug sehen wir Jonas‘ Bachelorabschluss, also Sommer 2011.

10/2008: Wir belegen Schwedisch I an der Uni.

04/2009: Schwedisch II

08/2009: Rundreise durch Südschweden

10/2009: Schwedisch III

Jonas beginnt, Universitäten für seinen Master zu suchen. Die Hochschulen in Stockholm, Göteborg und Piteå klingen spannend und bieten passende Studiengänge in Komposition an.

09/2010: Erste Vorstellungsgespräche bei den Profs in Schweden und jeweils einwöchiger Aufenthalt in den drei Städten. Außerdem Besuch bei verschiedenen EURES-Beratern. Besonders Piteå (A) überzeugt uns in Sachen Studien- und Wohnqualität.

10/2010: Ich schicke dem DAAD meine Bewerbung für eine Stelle als Sprachassistentin ab Herbst 2011.

12/2010: Der DAAD antwortet mit einer Einladung zum Bewerbungsgespräch.

01/2011: Jonas schickt seine Bewerbungsunterlagen an die Hochschulen und studera.nu, die zentrale Seite für alle schwedischen Hochschulen, Studiengänge und Gasthörerkurse. (Wenn ich daran denke, dass die Uni Karlsruhe seinerzeit bis zu drei verschiedene Plattformen unterhalten hat, auf denen man sich zu den Seminaren anmelden musste…)

02/2011: Ich fahre zum Vorstellungsgespräch beim DAAD in Bonn. Für die drei Stellen in Schweden (Stockholm, Göteborg, Uppsala) gibt es noch 9 weitere Bewerber.

03/2011: Post vom DAAD: Ich habe zwar keine Stelle bekommen, bin aber auch noch nicht aus dem Rennen. Es gibt nämlich mehr geeignete Bewerber als Stellen. Das Warten geht also weiter…