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Diskriminierung am Arbeitsplatz


Gestern kam ich um die Mittagszeit in unsere Lehrerzimmerküche, wo bereits zwei meiner Kollegen saßen.

Kollege A: „Annika, ich muss mich bei Dir entschuldigen.“
Ich: ?
Kollege A: „Ich habe Dich diskriminiert.“
Ich: ???
Kollege A: „Da im Kühlschrank stand ein Glas Sauerkraut und ich habe vorhin zu Kollegin B gesagt: ‚Guck mal, wir haben ne Deutsche im Haus, da steht Sauerkraut im Kühlschrank.‘ In diesem Augenblick kam aber Kollege C (finnischer Abstammung), holte sich das Sauerkraut aus dem Kühlschrank und wärmte es auf. Es war sein Sauerkraut.“
Kollegin B: „Ich dachte auch es wäre Deins. Ich dachte halt… Sauerkraut und Deutschland, das gehört doch zusammen. Tut mir leid.“

So wird man also hier am Arbeitsplatz diskriminiert. Heute habe ich zurückgeschlagen und finska pinnar zur Kaffepause mitgebracht und sie alle damit endgültig verwirrt. HA!

Geschenktipp…


Schwedenstube: Schwedenkalender 2013

…für alle, die noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen Schwedenfan sind: Der Schwedenkalender 2013 von der Schwedenstube. Nur echt mit dem Schreibfehler im Namen der August-Fotografin!

Treue Leser werden sich vielleicht noch an den Fotowettbewerb im Sommer erinnern. Und bevor die Frage kommt: Nein, ich verdiene weder an dem Kalender, noch an der Werbung für denselbigen auch nur einen Cent. Aber ich finde wirklich, es gibt hässlichere, unpraktischere und teurere Schwedenkalender.

(Ich merke gerade beim Durchlesen: Das war ein typisches Annika-Lob.*)
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*(Als Jonas sich kürzlich in Deutschland eine neue Brille aussuchte und mir drei Bilder schickte, um meine Meinung einzuholen, antwortete ich, dass er mit keiner der drei Brillen etwas falsch machen würde. Nagut, die genaue Formulierung war glaub ich „Jonas, ich finde, du siehst mit keiner der Brillen sch***e aus.“ Was Jonas‘ Eltern durchaus erheitert und mich zum Grübeln gebracht hat, wie tief sich eigentlich die schwäbische Mentalität – gegen meinen Willen – in mir festgesetzt hat. Schließlich sagt man ja im Ländle „Net g’schimpft isch g’lobt g’nug.“… Ach quatsch, das ist bestimmt nur meine vornehme nordische Zurückhaltung. Glaub ich.)

Pettersson in Freiberg


Der Name Pettersson dürfte den meisten nur in Verbindung mit „und Findus“ geläufig sein – auch wenn dieser Pettersson in Schweden eigentlich Pettson heißt. Was nur wenige wissen, ist, dass es auch einen schwedischen Komponisten namens Allan Pettersson gibt. Dieser hätte im September seinen 100. Geburtstag gefeiert und das hat die Internationale Allan Pettersson Gesellschaft zum Anlass genommen, ein dreitägiges Symposion in Freiberg/Sachsen zu veranstalten.
Da ich diesen Komponisten seinerzeit zum Thema meiner mündlichen Abschlussprüfung in Musiktheorie gemacht hatte und in diesem Zuge damals Kontakt mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft aufgenommen hatte, war ich nun als Referentin zu diesem Symposion eingeladen worden.
Neben vielen wissenschaftlichen Vorträgen zu Allan Pettersson und seinem Werk fanden im Rahmen des Symposions aber auch drei Konzerte statt. Besonders eines hat mich schwer beeindruckt: Petterssons 24 Barfotasånger (Barfußlieder) im Wechsel mit den 24 Liedern aus der Winterreise von Schubert. Ganz, ganz großartig! Bei youtube gibts das Lied Herren går på ängen auch für Violine und Klavier. Unbedingt mal reinhören!

Da ich weiß, dass hier auch viele Musiker mitlesen, die selbst Einfluss auf Spielpläne und Konzertprogramme haben, kann ich Pettersson als großartigen Symphoniker – er steht hier in der Tradition Mahlers – und Liedkomponisten empfehlen. Hier gibts mehr aktuelle Informationen zu Konzerten etc.
Die oben erwähnten Barfußlieder gibt es übrigens auch in einer Bearbeitung für Chor und Petterssons Kantate Vox humana wurde kürzlich in Berlin von einem semiprofessionellen Chor aufgeführt. So, genug mit Zaunpfählen gewunken…

Zeitreise: So herbstlich war es hier vor vier Wochen auch noch

Abgesehen davon, dass ich es genossen habe, mal wieder eine volle Ladung geistigen Input zu kriegen, war die ganze Sache natürlich auch deshalb schön, weil ich Freunde aus Karlsruhe treffen konnte und weil meine Mutter als „Groupie“ angereist war. Heimatgefühle haben sich aber irgendwie so gar nicht einstellen wollen, denn schließlich war Freiberg eine ganz fremde Stadt für mich. Und von dem, was die Stadt wirklich nett macht – viele kleine gruschtelige Läden in engen Gässchen – habe ich nicht wirklich was gehabt, denn als der Kongress vorbei war, war es auch schon Samstagabend und alles zu. Dafür dann am Sonntag ein langer Spaziergang und ein noch längerer Besuch im Spaßbad mit Bubbelbad und Rutsche…