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Mehr Geld!


Dass Schweden in absehbarer Zeit nicht der Eurozone beitreten will, wurde gestern klar, als die Serie neuer Scheine vorgestellt wurde, die 2015 in Umlauf gehen soll. Mit seiner Serie „Kulturresan“ (Kulturreise) hat der Entwurf des Designers Göran Österlund den Wettbewerb gewonnen:

Quelle: Riksbanken

Auf den Scheinen sieht man Portraits von Astrid Lindgren, Evert Taube, Greta Garbo, Ingmar Bergman, Birgit Nilsson und Dag Hammarskjöld und auf der Rückseite jeweils eine zur Person passende schwedische Landschaft. Auch wenn sich in der Tagespresse heute einige pseudofeministische Leserbriefe darüber mokierten, dass „mal wieder“ auf dem kleinsten Schein ein Frau und auf dem größten Schein ein Mann ist, finde ich den Gedanken ziemlich süß, auf den kleinsten, den „Kinderschein“, wieder eine Person zu drucken, die einen gewissen Wiedererkennungseffekt für Kinder bietet. Seit 25 Jahren ist auf diesem Schein übrigens Selma Lagerlöf und auf der Rückseite Nils Holgersson abgebildet.

Auffällig ist auch, dass sich nun kein König mehr auf den Scheinen findet, während aktuell auf den beiden größten Scheinen noch schwedische Könige zu sehen sind. In der o.g. Zeitung las ich heute außerdem, dass der erhoffte „Estelle-Effekt“ bisher anscheinend ausgeblieben ist und das Königshaus nach wie vor an Sympathie verliert. Aber das nur am Rande.

Um nun auf den Titel zurückzukommen: es ist tatsächlich auch ein Schein mehr, denn im Moment gibt es keinen 200-Kronen-Schein, was anscheinend viele Schweden stört, mir aber tatsächlich noch gar nicht aufgefallen war…

…, denn sonderlich viel Geld hatten wir ja in letzter Zeit eh nicht…ähöm… :-) Das wird sich aber nun hoffentlich bald ändern, denn seit einer Woche habe ich einen neuen Job. Vollzeit. Und nach der Probezeit von sechs Monaten soll ich eine unbefristete Anstellung übernommen werden.
Nachdem ich nun über zwei Jahre in mehreren meist sehr spannenden, interessanten und abwechslungsreichen Anstellungsverhältnissen gearbeitet habe, die überwiegend auch entsprechend unsicher und lausig bezahlt waren, habe ich jetzt einen vergleichsweise üppig entlohnten Job. („Vergleichsweise“ in Relation zu dem, was ich vorher hatte, nicht unbedingt bezogen auf den schwedischen Durchschnitt.)

Daher pendle ich jetzt jeden Tag über 70km (einfache Strecke), um für ein internationales Unternehmen den Webauftritt ins Deutsche zu übersetzen. Die Fahrt geht überwiegend durch den Wald, sodass ich knapp 90 Minuten für eine Fahrt rechnen muss. Wir werden sehen, wie lange das machbar ist. Für den Moment freue ich ich mich erst mal über mehr Geld mit alten schwedischen Männern drauf…

14. Dezember 2011 – Knalle juls vals


Knalle jul, der fahrende Weihnachtsbaumverkäufer, ist zurück. Dass die Folk-Formation Triakel, die wir schon am 3. Dezember vorgestellt haben, sich dieses Liedes angenommen hat, kann wohl als Beweis dafür gesehen werden, dass Knalle juls vals ein echtes Volkslied geworden ist.

Nett ist übrigens auch der Text des dritten Refrains:

Meine kleine Frau, du bist so süß!
Jetzt ist es Weihnachten… du kochst Grütze!
Du hast zum knalle mit den lustigen Liedern gehalten
als alle dachten, er wäre ein Rindvieh!
Meine kleine Frau, wir kommen bald!
Jetzt fahr ich heim, ich will was zu Essen haben
und hier ist der Baum, wenn du ihn haben willst
und hier sind dreihundert Kronen, die ich gespart habe!

Här va det gran! Här va det gran!
Den finaste i stan te dopparedan!
Ensam ho står! Sista som går!
Hundra hoggde jag i år!
Pengar blir det! Nu ska vi se:
Jo nittinie ga mig trehundratre
kronor i år! Sista som går!
Här drar kallt om ben och lår.

Mi lella gran, så grön och fin,
du luktar gott som terpentin!
Vell ingen ha dig får jag la ta dig
som rövat bort dig ur skogen din.
Mi lella gran, så smal och ful,
kom ta en vals med Knalle Jul!
Här har du knallen med glada trallen
och han har penningar och häst i skjul!

Kylan är svår! Vintern i år
han kommer la te jul så vitt jag förstår!
Här va det gran! Sista i stan
dagen före doppardan!
Natten blir kall…bra i så fall
att märra står i Pelle Jannesa stall!
Hästen mår gott! Hö har ho fått.
Jag la dit en extra tott!

Mi lella gran, så grön och fin…

Snart kör la vi hem till Sofi,
här ble det längre än det brukar å bli,
jag har fått nog, slutar mitt knog,
hinner inte gå på krog!
Nu, tror Sofi, sitter han i
mjuka soffan och serverader blir
av servitris, men som surpris
kör jag nykter hem precis.

Mi lella fru, du är så söt!
Nu är dä jul… du kokar gröt!
Du höll på knallen med glada trallen
när alla trodde han va ett nöt!
Mi lella fru, vi kommer snart!
Nu kör jag hem, jag vell ha mat
Och här är grana, om du vell ha’na
och här trehundra kroner som jag spart!

Mi lella fru, du är så söt!…

8. Dezember 2011 – Knalle juls vals


Was genau einen Schriftsteller zum Nationaldichter macht, ist wohl kaum in eine Definition zu pressen. Zu vielen Ländern kommen einem aber Künstler in den Sinn, die dieses Attribut tragen: William Shakespeare in England, Victor Hugo in Frankreich, Dante in Italien, Cervantes in Spanien, Puschkin in Russland, Goethe in Deutschland…

Auch Schweden hat seine Nationaldichter. Einer davon ist der 1890 in Göteborg geborene Evert Taube. Er wurde nicht nur als Verfasser einer großen Zahl von Prosatexten, Theaterstücken und Gedichten bekannt, sondern vor allem als Sänger seiner über 200 eigenen Lieder. Dabei sah er sich in der Tradition eines anderen schwedischen Nationaldichters, Carl Michael Bellman, sowie den mittelalterlichen Troubadouren.

Zu diesen Liedern gehört Knalle juls vals (Weihnachtswalzer des fahrenden Händlers): In der Stadt hat der knalle (fliegender Händler) 99 Weihnachtsbäume verkauft und nur noch einen einzigen – hässlichen – übrig. Und anstatt nun in die Kneipe zu gehen und das gesparte Geld zu versaufen, macht er sich direkt auf den Weg nach Hause zu seiner Frau, den letzten Baum im Gepäck. Dabei trällert er sein Lied, voller Vorfreude darauf, bald nach Hause zu kommen:

Mein kleiner Baum, so grün und schön,
du riechst so gut wie Terpentin.
Wenn dich keiner haben will, kann ich dich mitnehmen
ich, der ich dich aus deinem Wald geraubt habe.
Mein kleiner Baum, so dünn und hässlich,
komm, tanz mit Knalle Jul!
Hier ist der Knalle mit dem lustigen Lied
und er hat Geld und ein Pferd im Schuppen.

Die Aufnahme stammt von 1953, es singt Evert Taube persönlich.

Här va det gran! Här va det gran!
Den finaste i stan te dopparedan!
Ensam ho står! Sista som går!
Hundra hoggde jag i år!
Pengar blir det! Nu ska vi se:
Jo nittinie ga mig trehundratre
kronor i år! Sista som går!
Här drar kallt om ben och lår.

Mi lella gran, så grön och fin,
du luktar gott som terpentin!
Vell ingen ha dig får jag la ta dig
som rövat bort dig ur skogen din.
Mi lella gran, så smal och ful,
kom ta en vals med Knalle Jul!
Här har du knallen med glada trallen
och han har penningar och häst i skjul!

Kylan är svår! Vintern i år
han kommer la te jul så vitt jag förstår!
Här va det gran! Sista i stan
dagen före doppardan!
Natten blir kall…bra i så fall
att märra står i Pelle Jannesa stall!
Hästen mår gott! Hö har ho fått.
Jag la dit en extra tott!

Mi lella gran, så grön och fin…

Snart kör la vi hem till Sofi,
här ble det längre än det brukar å bli,
jag har fått nog, slutar mitt knog,
hinner inte gå på krog!
Nu, tror Sofi, sitter han i
mjuka soffan och serverader blir
av servitris, men som surpris
kör jag nykter hem precis.

Mi lella fru, du är så söt!
Nu är dä jul… du kokar gröt!
Du höll på knallen med glada trallen
när alla trodde han va ett nöt!
Mi lella fru, vi kommer snart!
Nu kör jag hem, jag vell ha mat
Och här är grana, om du vell ha’na
och här trehundra kroner som jag spart!

Mi lella fru, du är så söt!…