Schlagwort-Archive: Julbock

Schwedische Weihnachtstradition: Der Gävlebock


Ebenso wie Lucia, Ljusstake und Glögg ist er fester Bestandteil schwedischer Weihnachtstradition: Julbocken, der Weihnachtsbock. Meist aus Stroh gefertigt, hängt er am Weihnachtsbaum oder steht neben anderem julpynt auf Fenstersimsen und Wohnzimmertischen.

Der Ziegenbock, der früher für das Überbringen der Weihnachtsgeschenke zuständig war, bevor der Weihnachtsmann ihm diesen Job streitig machte, ist auch das Wahrzeichen der Stadt Gävle. Immer am ersten Advent wird dort ein 13 Meter hoher Strohbock aufgestellt, doch leider ist sein Schicksal jedes Jahr aufs Neue ungewiss; 3,5 Tonnen Stroh wecken Fantasien bei pyromanisch veranlagten Mitmenschen. Und so kommt es, dass der Julbock seit 1966 nur zwölfmal die Weihnachtszeit überlebt hat. In den anderen Jahren wurde er meist von Unbekannten angezündet, einmal aber auch mit einem Auto angefahren und 2010 gab es angeblich sogar Pläne, den Bock mit einem Helikopter zu entführen.

Ein amerikanischer Tourist erlag 2001 dem Irrglauben, einer harmlosen schwedischen Tradition beizuwohnen, als er den Bock anzündete – ein Monat Gefängnis und 100 000 Kronen Schadensersatz belehrten ihn wohl eines Besseren.

Dem Ansehen der Stadt schadet das alljährliche Zittern um das Schicksal des Bockes jedoch nicht – im Gegenteil! Der Bock ist mit eigenem Blog, Twitter- und Instagramkonto inzwischen ein richtiger Medienprofi.

Doch permanente Überwachung per Webcam, eine ehrenamtliche Leibgarde und Brandschutzimprägnierung konnten auch in diesem Jahr nicht verhindern, dass der Gävlebock vorzeitig in Rauch aufging. Noch aus dem Bockhimmel twitterte er: „Tut mir leid Freunde, dass ich euch jetzt verlassen muss. Vielen Dank für die gemeinsame Zeit. Passt auf euch auf, habt frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!“

Letzterem können wir uns nur anschließen.

Julbock

Werbeanzeigen

21. Dezember 2011 – Julbocken


Angeblich hat der allmächtige Coca Cola-Konzern 1931 den Weihnachtsmann mit rotem Mantel und Rauschebart erfunden – das behauptet der Konzern zumindest von sich, auch wenn diese Tradition offensichtlich einige Jahre älter ist und auf noch viel ältere Bräuche zurückgeht. Selbst die Frage, ob Coca Cola mit seinen alljährlichen Werbekampagnen einen entscheidenden Anteil an der Verbreitung des Weihnachtsmanns hatte, ist umstritten. Eins ist aber sicher: Bevor der dicke, alte Mann mit Bart, Mantel und Mütze die Geschenke brachte, war die Welt der Gabenbringer wesentlich bunter. Während in Deutschland das Christkind kam, waren in Spanien die Heiligen Drei Könige für Geschenke zuständig, in Italien gab es die Hexe Befana.

Auch Schweden hatte früher seinen eigenen Lieferanten schöner Dinge. Wie in vielen anderen Ländern ist Julbocken (der Weihnachtsbock) aber mittlerweile vom Weihnachtsmann abgelöst worden. Heute findet man ihn in erster Linie aus Stroh geflochten (sogenanntes halmslöjd) als kleinen Weihnachtsbaumschmuck, aber auch als überlebensgroßes Wahrzeichen der Stadt Gävle. Übrigens geht auch diese Tradition auf heidnische Rituale zurück: Der Bock steht für die jährlich wiederkehrende Fruchtbarkeit der Erde und symbolisiert den Donnergott Thor.

En jul när mor var liten
hörde hon hur någon en kväll
stod där ute och stampa
och gav dörr’n en smäll.
In där klev en julebock,
skäggig och med luden rock.
Han tog ur en påse
små paketer opp.

Mor, hon fick en docka,
mycket söt och riktigt klädd.
Men när bocken hoppa,
oj vad hon blev rädd.
Mor, hon har en bror du vet,
han fick också sitt paket
och i det han fann en
trumma och trumpet.

Nu är bocken gammal.
Han är nog båd’halt och grå.
Men han kanske hittar
hit till oss ändå.
Stiger in med påsen stor,
ser sig kring och frågar mor:
”Ar det här, de glada,
snälla barnen bor?“

Vorgezogener Nachtrag

Da das Video oben in Deutschland bestimmt wieder nicht funktioniert, hier direkt eine Alternative:

4. Dezember 2011 – Tre pepparkaksgubbar


Nach der schweren Kost von gestern heute ein bisschen leichte Unterhaltung mit Tre pepparkaksgubbar (Drei Pfefferkuchenmännchen), wieder aus der Feder von Alice Tegnér. Pepparkaka kriegt man gerade überall hinterhergeschmissen: man stelle sich darunter Spekulatius vor, je nach Qualität noch mit Zuckerguss verziert, wie hier in diesem kurzen Video.

Der äußere Rahmen in diesem Video ist, wie unschwer zu erkennen, eine Luciafeier. Die wichtigsten Protagonisten des Luciafestes sind natürlich die Lucia mit dem Kerzenkranz auf dem Kopf – traditionellerweise das hübscheste, blondeste Mädchen des Dorfes im heiratsfähigen Alter mit der schönsten Stimme – außerdem die tärnor (alle hübschen Mädchen, die auch schön singen und die eigentlich viel lieber Lucia wären) und vielleicht noch ein paar stjärngossar, Sternenjungen. Weil die meistens keine langen blonden Haare haben, kriegen sie weiße Spitzhüte.

Die drei Pfefferkuchenmännchen in diesem Lied kommen aus dem Pfefferkuchenland (woher auch sonst…), sind braun, haben Augen aus Korinthen und schiefe Hüte. Wie man halt so aussieht als Pfefferkuchenmann. Den Weihnachtsmann und den Weihnachtsbock (mehr dazu an anderer Stelle) haben sie jedoch zuhause gelassen, die wollten nämlich lieber beim Pfefferkuchenschwein bleiben.

Vi kommer, vi kommer från Pepparkakeland
och vägen vi vandrat tillsammans hand i hand.
Så bruna, så bruna vi äro alla tre,
korinter till ögon och hattarna på sne‘.

Tre gubbar, tre gubbar från Pepparkakeland,
till julen, till julen vi kommer hand i hand.
Men tomten och bocken vi lämnat vid vår spis,
de ville inte resa från vår pepparkakegris.