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Midsommar auf Schloss Läckö


Damit wäre ja eigentlich schon alles gesagt, midsommar haben wir auf – oder besser vor – Schloss Läckö verbracht. Aber es gibt natürlich noch ein wenig mehr zu berichten…

Letztes Jahr, nach unseren zwei Wochen Pfingstferien mit Wohnungssuche, ging unsere Rückfähre genau am Mittsommertag, der immer auf den ersten Samstag nach Sommeranfang fällt. Die eigentlichen Feierlichkeiten finden aber am Vortag statt und deshalb konnten wir damals schon unser erstes Mittsommer in Schweden feiern. Die Veranstaltung damals in Skepplanda war ja eher unspektakulär und deshalb wollten wir uns dieses Jahr etwas anderes anschauen.

Auf Göteborg hatten wir keine Lust – das war uns dann doch zu viel, und die Schweden zieht es zu Mittsommer ja sowieso eher aus als in die Stadt. Wir hatten auch keine Einladung für ein Fest erhalten, da alle unsere Freunde auf irgendwelche Schären gefahren sind. Und so fiel die Wahl dann auf Läckö, einem Schloss auf der Insel Kållandsö im Vänern, wo gleichzeitig zum großen Mittsommerfest auch noch ein Mittelaltermarkt stattfinden sollte.

Also habe ich am Donnerstag den Bus gepackt, während Annika ihren letzten Arbeitstag hinter sich brachte; so konnten wir noch am selben Abend losfahren und den ganzen Freitag vor Ort sein. Midsommarafton ist nämlich ein arbeitsfreier Tag und man beginnt schon am frühen Nachmittag mit Picknick, Maibaum aufstellen und Tanzen.

Glücklicher- und überrascherweise hatten wir noch kurz vorher auf einem nahegelegenen Campingplatz einen Stellplatz reservieren können, so dass wir nicht noch nach einer schönen Übernachtungsmöglichkeit suchen mussten. Außerdem konnten wir so den Bus auf dem Campingplatz stehen lassen und zu Fuß zum Fest laufen. Was sich als Fehler herausstellte. Und dann auch wieder nicht…

Kinnekulle


Nach unserer Wanderung auf Hindens Rev ging’s via Lidköping weiter zum Kinnekulle, einem Tafelberg mit sensationellen 306 m. Da das Umland aber überwiegend aus Wasser und Pfannkuchenlandschaft besteht, machen die 306 m überraschend viel her.

An Ostern sind die meisten Campingplätze noch geschlossen, deshalb standen wir auch die zweite Nacht mit unserem Bus in freier Landschaft, was ja in Schweden dank Allemansrätt (Jedermannsrecht) mit gewissen Einschränkungen erlaubt ist. Ohne dass wir danach gesucht hätten, landeten wir abends auf diesem Platz in der Nähe von Hällekis:

Logenplatz

Einfach nur traumhaft… Der Platz war nach drei Himmelsrichtungen offen, und lag ein ganzes Stück oberhalb des Vänern, Schwedens größtem und Europas drittgrößtem See, sodass man eine sagenhafte Aussicht hatte. Schloss Läckö mit seinen schneeweißen Türmen, die Insel Kållandsö mit dem vorgelagerten Schärengarten von Eken und die Värmlandsnäs, aber auch die ganze Westküste zwischen Mellerud und Åmål konnten wir sehen, also über 70 km weit. Lediglich nach Norden war nur der blaue Horizont zu sehen. Zumindest solange, bis vor unserem Panoramahotel die Sonne unterging…


Die gängige schwedische Interpretation eines Osterfeuers scheint ein klassisches Feuerwerk zu sein. Und als es gegen halb 10 dann dunkel wurde, ging es los: Die komplette Küstenlinie war mit bunten Lichtern gesprenkelt und man konnte anhand der Raketen deutlich erkennen, wo Städte, Dörfer oder auch nur einzelne Häuser lagen.
Sogar Karlstad am nördlichen Vänernufer, das bei Tageslicht noch unter dem Horizont versteckt lag, ließ sich auf einmal erahnen, denn die Raketen kamen offensichtlich hoch genug, um die Erdkrümmung zu überwinden. Wenn ich dann mal ganz groß bin, habe ich vielleicht eine Kamera, die auch sowas einfangen kann…

Am Ostersonntag waren wir dann endlich oben auf dem Kinnekulle und haben eine schöne Schneewanderung gemacht. Schade nur, dass der Aussichtsturm noch geschlossen war. Aber das ist nur einer der Gründe, warum wir unbedingt nochmal in diese Ecke müssen.