Schlagwort-Archive: Kammermusik

5. Dezember: So gemüüütlich!


„Das ist so gemütlich, wenn man bei euch reinkommt und hinter jeder Tür hört man ein anderes Weihnachtslied.“

Sagte eine Klavierschülerin, die heute zu einer Sonderprobe mit einer Gesangsschülerin in die Musikschule kam. Die beiden sind eines von drei Kammermusikprojekten, die ich fürs erste Weihnachtskonzert nächsten Dienstag zusammengestellt habe.

Pianisten kriegen ja sonst immer eher wenig Ensemblespiel ab, es gibt einfach zu viele davon, um alle in irgendwelchen Ensembles unterzubringen. Manche Kollegen experimentieren deshalb mit Projekten wie „Synthesizerorchester“ rum, aber da rollen sich mir die Fußnägel hoch.

Dann doch lieber Überstunden sammeln mit vielen kleinen Projekten. So wie z.B. den beiden Teeniemädels, die auf eigenen Wunsch ein freikirchliches Kirchenlied spielen und singen werden. Jesus-Pop ist jetzt ja nicht so meins, aber wenn die Schüler dafür üben, solls mir recht sein. Und eine schöne Abwechslung zu Jinglebells, dessen Refrain im anfängerfreundlichen Fünftonraum mir aller Gemütlichkeit zum Trotz zu den Ohren rauskommt, ist es allemal.

Advertisements

Duo Clariano


20171110_160326.jpg

Seit gut zwei Jahren spiele ich mit dem Lieblingskollegen Kammermusik. Anfangs nur gelegentlich, hier mal ein Musikgottesdienst, da mal ein bisschen Cafémusik. Ein Stück, das aber bereits seit unserer Anfangszeit im Hintergrund mitlief, ist Claude Debussys Première Rhapsodie für Klarinette und Klavier; ein musikalischer Brocken, den man nicht mal eben irgendwo nebenher spielt. Und so wuchs über die Zeit der Gedanke, dass wir eigentlich mal ein Konzert zusammen machen sollten.

Nun habe ich seit meinem Examen durchaus das eine oder andere Konzert gespielt, allerdings meist als Korrepetitor für fortgeschrittene Schüler oder bei Konzerten mit meinen Kollegen. Das Konzept mit dem Lieblingskollegen war und ist aber ganz dezidiert ein ganz anderes: keine Solokonzerte mit Orchesterersatz, keine Bravourstücke für Solist und Klaviergedudel, sondern echte, gleichberechtigte Kammermusik.

Dass 2018 sich der Todestag von Debussy zum 100. Mal jährt, war ein willkommener Anlass, sich jetzt mal einen Ruck zu geben und die Sache ernsthaft in Angriff zu nehmen. Und so ist daraus ein ganz hübsches einstündiges Programm geworden, mit Debussy, Saint-Saëns, Brahms, Gade und einem zeitgenössischen Komponisten, der mir ganz besonders am Herzen liegt. Nein, nicht Jonas. Sondern der allerbeste Klavierlehrer.

Noch eine Woche… Noch lässt das Lampenfieber auf sich warten. Dafür ist aber auch eigentlich keine Zeit, denn im Moment besteht mein Leben im Wesentlichen aus unterrichten, üben, proben und schlafen. Der Lieblingskollege ist da erfreulicherweise ähnlich ehrgeizig wie ich und hat ebenso hohe Ansprüche an ein gelungenes Konzert.