Schlagwort-Archive: Katze

Sommer 2018: Mit Katze im Wohnmobil nach Ostfriesland


Siebeneinhalb Wochen Sommerferien neigen sich dem Ende zu, morgen ist unser erster Arbeitstag. Die Schulkinder hier haben sogar noch zwei Wochen länger frei, da wir Lehrer im Juni und im August jeweils eine Woche Planungs- und Konferenzzeit haben.

Orchesterreise nach Heidenheim

Die Planungswoche im Juni (will heißen: die erste Ferienwoche der Schüler) habe ich auf Orchesterreise in meine alte Heimat Heidenheim auf der Ostalb verbracht. Bereits zum 5. Mal hat dieses Jahr die Jugendbegegnung zwischen den beiden Musikschulen stattgefunden. Und es wird nicht langweilig, weder den Erwachsenen noch den Jugendlichen. Zum einen, weil ja in einem Jugendorchester immer eine natürliche Fluktuation herrscht, zum anderen, weil für die Älteren, die schon ein paar Mal dabei waren, die Vorfreude fast noch größer ist, alte Bekannte wiederzutreffen.

P1090514.jpeg
Drei Dirigenten, zwei Orchester beim Konzert in meinem ehemaligen Gymnasium.

Weil wir seit 2011 alle Sommer bis auf einen in Skandinavien verbracht haben, war uns dieses Jahr mal danach, mal wieder etwas Neues zu entdecken. Zusammen mit dem Lieblingskollegen und seiner Frau war der Plan, gemeinsam mit Wohnmobil und Zelt nach Holland und Amsterdam – was wegen eines vollgelaufenen Kellers leider kurzfristig nicht zustande kam. Aber Jonas und ich hatten uns schon so auf Holland gefreut, dass wir nach langem Hin und Her schließlich alleine fuhren.

Bei Orchesterkollegen in Rendsburg und Schleswig-Holstein Musikfestival

Nach einer Nacht am menschenleeren Strand von Ängelholm

20180707_180517.jpg
5 Kilometer Sand – (fast) ganz für uns alleine

war die erste Station in Deutschland Rendsburg, wo Jonas im Juni mit seinem Orchester zu Besuch gewesen war – und dem Schleswig-Holstein Musikfestival. Großartig das Festivalorchester unter Christoph Eschenbach mit Mahlers „Erster“ – die Konzerte waren schon seit Monaten ausverkauft, aber dank Jonas‘ Kontakten kamen wir in den Genuss einer dreistündigen Probe mit Partitur im Schoß, das war eigentlich noch besser als Konzert.

Weiter via Ratzeburg, Glückstadt (beides sehr hübsche Städtchen) und Bremerhaven (Auswandererhaus unbedingt lohnenswert) und Cuxhaven (urx…) Richtung (Ost)friesland.

Zwei Nächte in den Dünen bei Hooksiel, sich über skurrile deutsche Campingplätze wundern:

Hübsch wars trotzdem, vor allem deshalb:

Nach einer Nacht auf dem grausigen Wohnmobilstellplatz von Cuxhaven (zu unserer Entschuldigung: es war spät und wir waren sehr müde, aber nie wieder im Sommer nach Cuxhaven. Ich wollte das betonierte Elend – auch „die Platte“ genannt – noch nicht mal fotografieren. Googelt selber.) fühlte sich Hooksiel beinahe leer an.

20180716_214221.jpg
„Hunde sind an der Leine zu führen“ – wenn sie das Rätsel Sphinx lösen können…

Pulcinella war natürlich auch mit. Wir sind uns inzwischen nicht mehr sicher, ob sie wirklich eine Katze ist, oder nicht doch ein Hund, so brav, wie sie an der Leine mit uns überall hintapst und unser Wohnmobil bewacht – wir haben uns schließlich auf Hutze geeinigt.

IMG-20180709-WA0009.jpg
Lieblingsplatz mit Katzenfernseher (aka Fenster)
Im Herzen des Deutschland-Tourismus: Ostfriesland

Weiter über Norddeich (die Seehunde waren niedlich und die Drachen am Strand beeindruckend, aber auch wieder viiiiel zu viele Menschen),

20180717_175335.jpg
Drachen am Strand von Norddeich

Aurich (hübsch!), Greetsiel (auch ganz nett), die Knock (herrlich, weil fast keine Sau)

20180718_204802.jpg
Camperidyll: Komponist und Katze auf Kuhweide an der Knock

in die Heimatstadt meiner Mutter, Emden. Konnte ja keiner ahnen, dass ausgerechnet, wenn wir da sind, Otto dort seinen 70. feiern muss und die halbe Bundesrepublik vor dem Ottohaus für ein Selfie Schlange steht. Dafür hatten wir die Duckomenta quasi für uns allein.

Jetzt waren wir also endlich an der holländischen Grenze angelangt. Wegen der Hitze waren wir träger als geplant und wir hatten von anderen Wohnmobilisten Horrorstories von überfüllten holländischen Campingplätzen und drakonischen Strafen fürs Freistehen gehört, dass uns irgendwie die Lust auf Holland vergangen war. Und eigentlich wollten wir nichts lieber als an einen ruhigen, kalten, schwedischen Süßwassersee.

Der Rückweg

Also traten wir die Heimreise an, ohne auch nur einen Fuß auf holländischen Boden gesetzt zu haben. Via Leer, wo wir beinahe in einem Secondhandladen ein ostfriesisches Teeservice erstanden hätten, Bremen (nur durchgefahren, dafür brauchen wir mehr Zeit und einen ortskundigen Führer…), das Teufelsmoor bei Worpswede und Hamburg

IMG-20180722-WA0000.jpg
Familienfoto mit Katze

(Gruß an meine liebe Tante I. und Onkel W., die ich dort zum ersten mal seit 15 Jahren wieder besucht habe!) gings nach Plön. Nicht Schweden, dafür wenigstens ein See. Und das Schleswig-Holsteinische Binnenland war zwar auch voll, aber nicht so schlimm wie die niedersächsische Nordseeküste. Dass wir uns im Plöner See Zerkarien einfangen würden, konnte man ja auch nicht ahnen. Wieder was gelernt. Es juckt mich schon, wenn ich das Wort Zerkarien nur schreibe.

Via Kiel (ein Gewitterschauer! Herrlich! Und ein Teeservice!) fuhren wir weiter nach Dänemark, wo wir dachten, wir würden am Ar* Ende der Welt ein wenig ruhiger als in Deutschland stehen,

img-20180726-wa0000.jpeg
Eine Stunde südlich von Grenå am Strand

aber prompt in ein Oldtimertreffen hinein stolperten,

20180725_205131.jpg
Zum Glück nur am Abend mit Oldtimern, nach Sonnenuntergang wurde es schnell ruhig.

ging es dann zügig wieder Richtung Heimat. Die Fähre Grenå-Varberg hätte ohne den grölenden Junggesellenabschied auch ganz nett sein können.

Wieder daheim…

Endlich wieder in Schweden, steuerten wir schnurstrax den erstbesten abgelegensten Badeplatz an, der sich zwischen Varberg und Borås anbot. In Schweden war der Sommer ja auch keinen Deut kühler als in Deutschland und obwohl wir die heißesten Tage immer am Wasser mit ein wenig Wind verbracht haben, so half an diesem Tag nur noch baden. Und wer nicht baden mochte, verbrachte den Tag unter einem nassen Handtuch.

20180727_155820.jpg
Wegen Hitze: Hutze mit Handtuch (nass!)

Ich glaube, ich bin echt nicht mehr kompatibel mit Deutschland und seinen Menschenmassen. Wobei… Nordseeküste im Juli ist ja eigentlich auch ein bisschen behämmert, wenn man mal drüber nachdenkt.

img-20180717-wa0001.jpeg

Seis drum. Wir haben auch viel Schönes erlebt, Neues gesehen, nette Menschen getroffen, alte Bekanntschaften aufgefrischt, neue Bekanntschaften geschlossen, gut gegessen, exzellente (und bezahlbare!) Cocktails geschlüft, ein echtes ostfriesisches Teeservice erstanden, uns durch deutsche Konditoreien gefuttert, uns über vieles gewundert,

img-20180715-wa0000.jpeg
In Bremerhaven am Hafen

eine Gratisgarantiereparatur an unserem Wohnmobil machen lassen, einen Vormittag lang Mahler live gehört, uns viele hübsche norddeutsche Städtchen erlaufen, zwei große Brücken überfahren,

riesige Eisbecher gelöffelt, wie es sie in Schweden nicht gibt, und viele Menschen durch den Anblick unserer Wohnmobilhutze erfreut.

20180713_100322.jpg
Im Rucksack nehmen wir Pulcinella nur ausnahmsweise mit – wie hier, als unser Wohnmobil gerade in der Werkstatt steht.

Das waren also unsere Sommerreisen 2018: dreimal nach Deutschland. Jeweils eine Dienstreise mit Orchester und einmal mit Katze statt Kindern.

Die letzten zwei Ferienwochen waren wir zuhause und haben mit lieben Gästen aus Deutschland hier mit sportlichem Ehrgeiz mindestens einmal täglich in den Seen der Umgebung geplanscht. Das war fast noch schöner.

Advertisements

Bücherwurm… ääh… Bücherkatze


Wenn es jetzt im November gefühlt gar nicht mehr hell wird, mag man sich eigentlich nur noch hinter einem Buch verkriechen. Und wo gibts die meisten Bücher? Klar, im Bücherregal. Tschaikowski weiß das auch…

imgp1936„Oh, die Rowohlt-Biografie vom Kollegen Schostakowitsch, die wollte ich ja schon lange mal lesen.“

Meistens findet er irgendwann von allein wieder raus.

imgp1928

Meistens. Manchmal aber auch nicht…

imgp19343… 2… 1…

Dann fällt schon mal was runter…

imgp1932„Upps, war ich das? Ich versteck mich mal lieber wieder, bevor sie es merken…“

imgp1940„Merkt bestimmt keiner… oder? Ach, jetzt isses eh schon zu spät, jetzt kann ichs mir hier auch richtig gemütlich machen…“

imgp1952„Aaah, viel besser! Soviel Beinfreiheit!“

imgp1954„Meeensch, wie siehts hier denn wieder aus? Kann man ja echt nicht mit angucken, ich geh jetzt schlafen! Gute Nacht!“

img_20161124_212742

Das Badezimmer. Ein Drama in 3 Akten.


Ich stelle mir gerne vor, wie Mitte der 60er Jahre ein frisch vermähltes Paar durch die Badezimmerkataloge blätterte und die Badezimmereinrichtung für seinen Neubau auswählte. Wir sind in Schweden und man gibt sich modern und gleichberechtigt.

1. Akt:

Er: „Schatz, wollen wir lieber eine Dusche oder ein Bidet? Für beides zusammen ist kein Platz.“

Sie: „Was wollen wir denn mit einer Dusche? Wir baden doch jeden Samstag! Ein Bidet ist viel wichtiger, außerdem hat deine Schwester jetzt auch ein Bidet. Eine Dusche braucht doch kein Mensch. Wenn ich Regen will, gehe ich raus – wozu wohnen wir denn in Borås, Schwedens regenreichster Stadt?!“

Er: „Dachte ich mir schon, mit einem Bidet kann man sich ja dann auch unter der Woche mal schnell die Füße waschen, dann ist das nicht so eine Wasserverschwendung wie beim Baden. Und es sind ja eh nur 5 Minuten von unserem neuen Haus bis zum Badplatz, da können wir im Sommer richtig viel Geld sparen… Was findest du besser: die Badewanne längs oder quer einbauen?“

Sie: „Längs, unters Fenster. Dann kann man beim Baden rausgucken.“

Er: „Stimmt, das ist gut. Der Wasserdampf macht den Holzfensterrahmen auch bestimmt nichts aus, da kommt ja so moderne wasserabweisende Farbe drauf. ‚Hält ewig‘ schreiben die hier im Katalog. Außer beim Duschen, da würden die Fensterrahmen zuviel Wasser abbekommen. Aber wir baden ja nur. Und das bisschen Kondenswasser kann dann ja an den Wänden runterlaufen, schließlich ist rund um die Badewanne ein zwei Zentimeter breiter Spalt, das ist genug zum Ablaufen, aber klein genug, dass man nicht dahinter kommt zum Putzen. Dann hast du schon weniger Arbeit.“ Sieht seine Frau liebevoll an.

Sie: „Aber man muss doch unter der Wanne putzen können!“

Er: „Ja, kann man ja auch. Unter der Wanne ist ein Spalt von 7 cm, das reicht doch für deine kleinen Hände.“

Sie guckt skeptisch.

Er: „Und zur Not lassen wir das die Katze machen, die passt auf jeden Fall unter die Wanne und kann dort die Staubmäuse fangen.“ Lacht über seinen eigenen Witz.

2. Akt:

Er: „Du brauchst doch morgens immer so lange im Bad… Was hältst du davon, wenn wir eine Extrawand zwischen Toilette und Badezimmer einziehen, dann kann man Badezimmer und Toilette gleichzeitig benutzen.“

Sie: „Aber wir haben doch noch die Gästetoilette.“

Er: „Ja, aber… das ist so weit weg vom Schlafzimmer.“

Sie: „Aber das Bad ist doch nur 5 m2 groß; meinst du nicht, dass eine extra Trennwand das Ganze ein bisschen sehr eng macht?“

Er: „Nein, glaub mir, das ist eine echt knorke Idee!“

Sie: „Aber dann sitzt man doch völlig im Dunkeln!“

Er: „Kein Problem, dann machen wir halt noch ne extra Lampe rein. So eine hübsche, die so gemütliches gelbliches Licht macht, du weißt schon, so wie bei meiner Schwester…“

Sie: „Also ich weiß nicht… da bei der Toilette sind doch auch schon die beiden riesen Einbauschränke, das wird glaub ich wirklich sehr eng.“

Er: „Man könnte die Wand zu einer tragenden Wand machen, wenn dann die Russen kommen und ganz Schweden bombardieren, dann bleibt auf jeden Fall unser Badezimmer ganz.“

Sie: „Hm, das klingt natürlich vernünftig. Aber trotzdem, wird das nicht sehr eng und dunkel…? “

Er: „Also gut, wie wäre es mit einem Kompromiss: wir ziehen die extra Wand zwischen Toilette und Badezimmer ein und überlegen uns dann später, ob wir da eine Tür einsetzen oder ob wir die Tür weglassen.“

Sie: „Na gut, aber die Lampe mit dem gelblichen Licht will ich in jedem Fall!“

3. Akt

Sie: „Liebling, wir haben noch gar nicht über die Wände und den Boden gesprochen. Da gibt es jetzt dieses ganz moderne Zeug, plastmatta heißt das, das ist viel besser als diese ollen Kacheln. Das dichtet ganz toll ab und man kann es ganz einfach verlegen, wie Teppichboden. Und hält ewig, schreiben die hier. Gibts auch für die Wände.“

Er: „Das klingt gut. Wenn das ewig hält, dann sollten wir aber auch was nehmen, was wirklich zeitlos modern ist. Gibt es diese schicke Plastikmatte nicht sogar in verschiedenen Farben?“

Er nimmt den Katalog, blättert zu den Farbkarten und studiert die daumennagelgroßen Farbproben.

„Die Bodenplastikmatte gibt es in vier Farben: senfgelb, moosgrün, kotzbeige und kackbraun.“

Sie: „Und die Wände?“

Er: „Das sind so Plastikpanele, 2×1 m, die werden dann mit andersfarbigen Plastikleisten zusammengesteckt. Blättert. Gibts in matschschneeweiß, kotzbeige, schlachthofrosa und seekrankgrün. Optional auch mit eingearbeiteten Zahnpastaspritzern.“

Sie: „Moosgrüne Plastikmatte am Boden find ich schick, das ist modern, aber trotzdem noch so naturnah. Und an den Wänden was helles…“

Er: „Auf keinen Fall weiß, das hatten meine Eltern, das sah furchtbar aus. So steril. Wie wärs mit schlachthofrosa? Das hat sowas deftiges.“

Sie sieht unentschlossen aus. „Meinst du nicht, das beißt sich? Was hältst du denn von kotzbeige? Beige ist jetzt supermodern!“

Er: „Nein, beige ist doch keine Farbe, beige wirds von allein.“

Sie: „Dann doch dieses Matschweiß, das sieht dann trotzdem ganz anders aus als bei deinen Eltern, schon allein durch dieses moderne Plastik und die eingearbeiteten Zahnpastaspritzer. Das wird dufte, glaub mir!“

Er: „Stimmt, dann brauchen wir nur noch die Plastikleisten für die Panele. Gibts in nachtschwarz und reinweiß.“

Sie: „Schwarz ist jetzt total in, das gibt so eine schöne Struktur.“

Er: „Nee, das sieht doch aus wie Gitterstäbe, ich will mir doch nicht im Gefängnis die Zähne putzen. Neinnein, wir nehmen die reinweißen Leisten, das fällt auch bestimmt gar nicht auf zwischen den schneematschweißen Panelen.“

Sie: „Ok, Liebling, da hast du bestimmt recht! Zu sich selbst: Und beige wirds dann ja von ganz allein…“

Vorhang.

________

Nachspiel:

IMGP988550 Jahre später:

Badezimmer und Haus haben den Kalten Krieg nicht zuletzt dank der zusätzlichen tragenden Trennwand im Bad überstanden, das Badezimmer ist nahezu unverändert, das Bidet unbenutzt und quasi wie neu. Wie der Katalog versprochen hatte, hält die Plastikmatte ewig und die Hoffnung auf beige Wände hat sich mehr als erfüllt, auch dank der gelben Lampen. Die eingearbeiteten Zahnpastaspritzer verbergen notdürftig, dass die Plastikpanele nicht sauber zu kriegen sind. Unter der Badewanne ist putzen quasi unmöglich, die neuen Besitzer nehmen dazu die Katze.

Das (fast noch) frisch vermählte Paar, das das Haus gerade gekauft hat, wälzt Onlinekataloge mit Badezimmermöbeln, kämpft sich durch Badezimmerausstellungen und Fliesenstudios. Die Geschichte wiederholt sich…

 

Katze und Kekse


„Puh… Kekse wegbringen ist immer so ein Nervenkitzel!“

Ein Satz aus Jonas‘ Mund, der so schön ist und so absurd, dass man ihn in Stein meißeln möchte. Und so wahr.

Zur Erklärung: Unsere Wohnküche ist meistens recht warm und gemütlich und Jonas meint, es sei nicht gut, Weihnachtsplätzchen bei 23°C zu lagern. Der Kühlschrank scheidet als Plätzchenlager aus, weil voll (mit halbvollen Senf- und Sauren-Gurken-Gläsern), ebenso der Keller, weil zu weit weg. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir vor dem exzessiven Konsum von Kalorien erst noch Kalorien beim Plätzchenholen verbrennen würden??

Der Aufgang zum Dachboden liegt da viel näher und weil unser Dachboden nicht isoliert ist, herrschen dort zu dieser Jahreszeit plätzchenfreundliche (weil einstellige) Temperaturen. Leider liiiiebt unser kleiner felliger Mitbewohner das Geräusch sich öffnender Türen und egal wo er sich gerade befindet, kommt Tschaikowski immer wie ein Irrer angesaust, wenn er eine Türklinke hört, um durch die gerade geöffnete Tür zu witschen. Ist er dann einmal auf dem Dachboden, kriegt man ihn von dort nur schwer wieder weg, schließlich ist da oben ein Abenteuerspielplatz unser Lager für alte Umzugskartons und sonstige leere Schachteln und Kisten. Gleichzeitig möchten wir die isolierte Tür zum schweinekalten Dachboden gerne zügig wieder schließen, ohne den kleinen Herrn auf dem Dachboden einzuschließen, auch weil wir dem Gedanken nicht trauen, Plätzchendosen und Kater ohne Aufsicht miteinander spielen zu lassen.

Möchte man also die Keksdosen von der Dachbodentreppe holen oder dorthin zurückbringen, muss man daher entweder schneller sein als der Kater (unmöglich) oder ihn vorher mit Spielzeug ablenken. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Kater gewisse Züge eines Hundes hat und sehr gerne „bei Fuß“ läuft, wenn wir durch die Wohnung gehen. (Außer natürlich, man lässt Keller- oder Dachbodentür offen stehen, dann wird er plötzlich ganz selbstständig.)

Man lenkt den Kater also mit einem Spielzeug irgendwo am anderen Ende der Wohnung ab, entfernt sich unauffällig, schnappt sich dann zügig und möglichst geräuschlos die Keksdosen, öffnet die Dachbodentür, vernimmt das fft-fft fft-fft des Katzengalopps auf Laminatboden, schließt schnell die Tür hinter sich, stellt die Keksdosen ab und wartet auf der kalten Treppe, bis das Fellpaket auf der anderen Seite das Interesse an der geschlossen Tür verloren hat und sich nach einer neuen Beschäftigung umgesehen hat, bevor man versucht, lautlos die Türklinke herunterzudrücken (unmöglich in einem alten Haus) und sich unbemerkt durch die Tür zurück in die Wohnung zu schleichen.

Ja, Plätzchendosen wegbringen ist bei uns jetzt tatsächlich ein Abenteuer…

Kistenkater
Diese Filzkiste (für 5 Kronen vom Flohmarkt) dient wahlweise als Beuteersatz, Schlafplatz, Versteck oder Spielzeug für unseren Kistenkater.