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Katerdialoge (II)


Tschaikowski ist jetzt fünf Monate alt und wir tun unser Bestes um ihn ordentlich zu erziehen. Der Esstisch und die Küchenanrichte sind zum Beispiel Tabuzonen und schon sehnsüchtige Blicke in diese Richtung haben wir von Anfang an mit sofortigem Händeklatschen und einem sehr lauten „NEIN!“ unterbunden, was ihn jedesmal zutiefst beeindruckt. In unserer Anwesenheit ist er nie (!) auf der Küchenzeile, er versucht es inzwischen noch nicht einmal. Wir haben also keinen Grund anzunehmen, dass das sich unser Katerkind nicht an die vereinbarten Regeln hält. Oder doch…? In letzter Zeit hören wir uns immer immer wieder so seltsame Dinge sagen…

Vor dem Frühstück:

– Hast Du gestern abend noch den Boden gewischt und den Lappen dann auf den Fernseher gelegt?
– Nö, wieso?
– Ach, nur so.


Jonas hat gekocht und möchte die großen Töpfe schnell von Hand abspülen.

– Weißt du wo der Gummistopfen fürs die Spüle ist?
– Am Küchenwaschbecken natürlich, mach die Augen auf!
– Nee, da isser nicht.
– Hmpf…

Abends auf dem Sofa:

– Gibt es einen Grund, wieso der Gummistopfen vom Küchenwaschbecken angenagt in der Sofaritze steckt?
– Nö, wieso?
– Ach, nur so.


– Warum hast du den Spülschwamm auf die Zimmerpalme gelegt und überall grüne Schaumstoffkrümel auf dem Teppich verteilt?
– Warum fragst du mich das?
– Och, ich dachte bloß…

Auf Droge


Zwei Wochen mit Unterricht nach Stundenplan (mehr oder weniger) liegen hinter mir und ich fühle mich wie auf Droge.

Permanentes Kommunizieren mit Schülern, Eltern, Musikschulkollegen und Lehrern an fünf Grundschulen, permanenter Austausch von Information, ständiges „auf Zack sein“. Konferenzen, Weiterbildungen, Elternabende, Sitzungen mit dem Elternverein. Kaum kommunikativer Leerlauf in Form von Kaffeepausen. In den seltenen Hohlstunden minuten Emails beantworten, Schulhomepage aktualisieren, SMS schicken, Mailbox abhören, Rückrufe tätigen. Gestern zwischendurch eine zweistündige Fortbildung für eine weitere Plattform, die angeblich die Kommunikation mit Schülern, Eltern und Kollegen vereinfachen soll (, was wiederum sechs Telefonate mit sich zieht, um Unterricht abzusagen). In realiter ist es wohl doch nur noch ein weiterer Kommunikationskanal, der gefüttert und bewacht werden will.

(PingPong, kennt man das in Deutschland?)

Nebenher noch mal schnell drei Projektwochen für die Klassen 7-9 planen, weil der Musiklehrer dort gekündigt hat und zur Zeit kein Ersatz in Sicht ist. (Seit der letzten Schul- und Studienreform vor vier oder fünf Jahren herrscht in Schweden extremer Lehrermangel in Musik).

Kommunikation. Information aufnehmen. Kommunikation. Information bewerten und sortieren. Kommunikation. Information ausspucken. Kommunikation. Und dabei möglichst keinen Fehler machen, denn Gerüchte verbreiten sich schnell. Das erfordert von mir gerade eine tunnelartige Disziplin und enorme Ausdauer im Hantieren aller täglichen realen und virtuellen Unterhaltungen.

Wenn ich dann abends immer noch „high“ bin von all den verschiedenen Begegnungen des Tages und mit dem Laptop auf dem Schoß wie im Rausch bin und gar nicht aufhören kann zu kommunizieren, hilft mir unser kleiner Mitbewohner beim cvxhjg908e34 io87q faioufa980q cI7R77ZFFFfIOPÖ–≤…

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Tschaikowski


Seit gut einer Woche sind wir aus unserem Sommerurlaub zurück und fast ebensolange wohnt jetzt auch Tschaikowski bei uns. Die ersten Tage hat er eigentlich nur auf meinem Schoß gelegen und gepennt, aber inzwischen ist er sehr munter und entdeckungsfreudig. Kratzbaum, Bücherregale, Klavier… kein Ort ist vor ihm sicher, auch wenn wir streng versuchen, ihn vom Esstisch fern zu halten. (Mit welchem Erfolg, das sehen wir dann morgens, wenn wir die Esssets vom Boden aufsammeln…)

Stubenrein war er vom ersten Tag, obwohl es in dem Pferdestall, in dem er seine ersten 15 Wochen verbracht hat, kein Katzenklo gab. Den ersten Besuch beim Tierarzt mit Impfung und „chippen“ hat er gut verkraftet – auch Katzen kriegen in Schweden eine Personennummer und die kann man jetzt mit einem Scanner an der Supermarktkasse auslesen. Naja, jedenfalls fast.

Hier ein paar Impressionen aus der ersten Woche:

 

Nachwuchs!


Bald sind wir in unserem trauten Heim nicht mehr unter uns, denn ein kleiner Junge namens Tschaikowski zieht bald bei uns ein.

So sah er Mitte Mai mit vier Wochen aus. Als wir ihn dann das erste Mal nach der Hochzeit besucht haben, war er schon ganz schön gewachsen.

Seit neustem dürfen die Katzen auch unter mütterlicher Aufsicht draußen herumtoben. Aber wehe, eines der beiden Katzenkinder verschwindet außer Sichtweite, dann ruft die Mama sofort und macht sich auf die Suche.