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Schülergespräch…


…am Freitag Nachmittag in der Unterwäscheabteilung bei H&M. Annika sucht das Weite.

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Endlich hip!


Seit heute morgen bin ich endlich auch ein hipper Social-Media-Junkie. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich mir Instagram heruntergeladen und jetzt können alle meinem Alltag folgen. Zum Glück aber nur auf Zeit, denn ich instagramme nicht privat, sondern für meinen Job. Folgen kann man mir unter boras_kulturskola und #boraskulturskola.

Wen’s interessiert…

Skulpturschock


Neulich in einer ersten Klasse. Mein Auftrag dort ist – neben der Vorstellung der Streichinstrumente – auch allgemeiner Natur, die Kulturschule im Bewusstsein der Kinder zu verankern. Anfangs klopfe ich immer etwas ab, wieviel sie schon wissen.

Ich: „Wisst ihr denn, was man an der Kulturschule so alles machen kann?“

Kind: „Jaaaa! Skulpturen und so.“

Ich: „Mhm… du denkst wahrscheinlich an unsere Abteilung „Bild“. Da malt und zeichnet man vor allem.“

Kind (entrüstet): „Aber warum heißt es denn dann Skulpturschule?“

När det lider mot jul


När det lider mot jul – wenn man sich auf Weihnachten zuquält – ist eines der beliebtsten Adventslieder in Schweden. Der Titel beschreibt ziemlich gut meinen aktuellen Gemütszustand: Seit den Herbstferien hieß es: raus mit den Weihnachtsliedern und mit den Kindern üben, üben, üben, denn das erste große Weihnachtskonzert stand schon am 23. November an.

Neben sechs großen Weihnachtskonzerten mit Musikschule, Kulturschule und Chören stehen noch diverse andere Auftritte in unserem Kalender: eine Feier zum ersten Advent, zwei Luciafeiern, drei Schulabschlussfeiern, die musikalische Umrahmung eines Weihnachtsmarktes, das erste Anknipsen der Lichterkette an Fristads Weihnachtsbaum, die Weihnachtsshow eines Boråser Eiskunstlaufvereins und außerdem fünf Gigs mit Borås Vokalensemble im First Grand Hotel für die Gäste des julbords (ein großes Weihnachtsbuffet, zu dem viele Firmen ihre Angestellten einladen).

Irgendwas habe ich bestimmt noch vergessen, aber auf jeden Fall bleibt da wenig Zeit für Ruhe und Besinnung. Manchmal haben die vielen Aktivitäten haben aber auch ihre Vorteile. So konnten wir beispielsweise bei dem Weihnachtsmarktgig kostenlos einen Weihnachtsbaum abstauben, weil der Baumhändler seine letzten Tannen und Fichten loswerden werden wollte, anstatt sie wieder mit nach Hause nehmen.

Obwohl ich Jingle Bells schon lange nicht mehr hören kann und mir Nu tändas tusen juleljus mittlerweile ziemlich auf den Wecker geht, kommt mit WeihnachtsAdventsbaum und neuem Ljusstake, den ich spontan gekauft habe, als ein Schüler nicht kam und ich eine ungeplante Pause hatte, trotzdem ein wenig Weihnachtsvorfreude auf.

Dementsprechend gilt für uns natürlich auch der eigentliche Sinn des Liedes När det lider mot jul: Att lida heißt nämlich nicht nur leiden, in diesem Fall bedeutet es ungefähr verfließen von Zeit. Die Übersetzung muss daher eher Wenn es auf Weihnachten zugeht lauten. Es handelt ja auch nicht von gestressten Musiklehrern, sondern von der sich langsam aufbauenden Vorfreude, wenn die Nächte lang und kalt sind, der erste Schnee fällt und die Sterne besonders hell leuchten. Zum Glück ist das Lied etwas zu schwer für meine Kontrabassschüler und daher höre ich es immer noch gerne:

TV-Tipp: Molanders


Nachdem unser Fernsehtipp mit dem Adventskalender ja bei vielen unserer Leser ziemlich gut ankam, können wir euch jetzt einen neuen TV-Tipp liefern: Molanders.

Die Molanders sind eine vierköpfige, vielbeschäftige Familie aus Stockholm. Papa Olof ist Konzertpianist und viel unterwegs, Mama Fanny erfolgreiche Kardiologin und der Stundenplan der musizierenden Kinder ist ebenfalls gut gefüllt. Als die Mutter einen Burnout erleidet und der Vater ein Jobangebot als Leiter einer Kulturschule erhält, beschließt man, in die tiefste Provinz zu ziehen – nach Alingsås (nur eine halbe Stunde von uns entfernt :-)).

Ab sofort ist das gemeinsame Abendessen heilig und „man braucht schon mindestens ein Attest vom Arzt, um der gemeinsamen Familienzeit fernzubleiben“ – so umschreibt es der 18jährige Linus. Auch Schwester Alva (13) fällt die Umstellung aufs Landleben nicht ganz leicht: „Hier leben 95% Dorftrottel und 5% Idioten“ schreibt sie der Freundin in Stockholm.

Dass Olofs Eltern nunmehr in der Nähe wohnen und sich auf gemeinsame Angelausflüge und Sonntagsbraten freuen, macht die Situation nicht einfacher – insbesondere nicht für Fanny, die nach ihrem Nervenzusammenbruch erst mal anderes im Kopf hat, als frische Handtücher im Gästeklo aufzuhängen. Der Schwiegermutter missfällt das.

Großartig fanden wir die Szenen, die in der Kulturschule spielen. Olof möchte eigentlich gleich ein großes Projekt (kABBAré, höhö) auf die Beine stellen, muss sich aber stattdessen erstmal mit der russischstämmigen Geigenlehrerin rumschlagen, die nicht im Raum neben dem gepiercten, angeblich schwerhörigen E-Gitarrenlehrer unterrichten will. Natürlich völlig realitetsfern, sowas…

Molanders ist eine in sich abgeschlossene Serie mit zwölf Folgen à 45 Minuten, die jeweils montags ausgestrahlt werden. Laut SVT sind die Folgen weltweit online abrufbar. Ein Klick aufs Bild bringt euch zur ersten Folge (neues Fenster), Untertitel kann man sich dazuklicken (das „T“ unten in der Leiste).

Molanders - Quelle: SVT
Molanders – Quelle: SVT

Ein Weihnachtskonzert und der erste Schnee


Wenn die Blogkollegen aus Örebro und Skelleftehamn über ihre ersten Schneeflocken schreiben, dann will ich auch…

Jonas hatte gestern Weihnachtskonzert der Kulturschule mit gefühlten 300 Kulturschulkindern (wahrscheinlich waren’s nur 150, aber wenn jedes Kind noch einen Kontrabass oder ein Einrad mit sich rumträgt, ist die Bühne gleich doppelt so voll). Der Saal mit 800 Plätzen war ebenfalls knackevoll.

Nix da popeliges Weihnachtsvorspiel mit 5 Blockflöten… was eine ordentliche Kulturschule ist, da fährt man schon die ganz große Lightshow und einen ganzen LKW für die Soundanlage auf. Im übrigen war das bereits das dritte Weihnachtskonzert in diesem Jahr – alle Bläser, der Großteil der Rockmusikabteilung, die Zeichentrickfilmer sowie die Tänzer waren bereits in den letzten Tagen zugange gewesen, sodass jetzt nur noch vier Streichorchester, 15 Pianisten, die Zirkuskinder, vier Chöre und natürlich die Lucia-Zeremonie ausstanden. Wäre doch gelacht, wenn man das nicht in drei Stunden über die Bühne kriegen würde!

Ich war übrigens nicht nur als Schlachtenbummler dabei, sondern habe auch ehr(enamt)lich gearbeitet und Jonas‘ Streichorchester vom Klavier aus bei der Titelmusik von The Simpsons und We will rock you unterstützt. Bei den zwei Sätzen aus der Peer-Gynt-Suite wollte er mich und das stylische Stagepiano nicht dabei haben – ich weiß auch nicht, wieso.

Als Organisatorin von diversen AStA-Festen graute mir schon vor dem Abbau der ganzen Bühnentechnik, aber meine Befürchtungen erfüllten sich zum Glück nicht: wirklich alle Kollegen, die an diesem Abend beteiligt waren, blieben bis zum Schluss beim Abbau – wer schon mal eine LKW-Ladung Verstärker und Schlagzeug-Equipment quer durch eine Schule zum Parkplatz raus- und hinterher wieder aus dem LKW in eine Musikschule reingeschleppt hat, weiß was ich meine. Mit 15 Leuten war das jedoch in gut 90 Minuten geschafft.

Gegen 11 waren wir dann soweit, dass wir heimfahren konnten. Der Flüssignebel hatte sich inzwischen in dickflüssige Schneetropfen verwandelt, aber wir waren ja noch unten in Borås. Unser Heimweg führt jedoch über zwei Höhenzüge und dafür müssen wir jeweils knapp 200 Höhenmeter überwinden. Und dort oben war dann munteres Schneegestöber angesagt. Unten in Alingsås wieder Regen, oben auf dem Alefjäll wieder Schnee, zuhause wieder Regen. Fünf Klimazonen in sieben schwedischen Meilen, nicht schlecht für einen Abend. Wenigstens musste ich nur 5 Mal wegen Gegenverkehrs abblenden (soll ja Leute geben, die sowas zählen, ne, Olaf?) und den einen statistischen Elch, den wir pro Monat auf der Strecke sehen, hatten wir auch kürzlich schon abgegolten. Trotzdem waren wir froh, als wir um halb eins daheim waren.

Noch 9 Mal die Strecke. Und der gute Vorsatz: Im neuen Jahr verfahren wir keine vier Tankfüllungen pro Monat mehr.