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Silvester 2018


Den Silvesterabend werden wir heute Abend sehr gemütlich mit dem Lieblingskollegen und der Lieblingskollegenfrau feiern. Draußen regnets, aber wir haben eh keine Ambitionen zum Knallern. Ab nächstem Jahr ist Böllern dann auch in ganz Schweden verboten nur noch mit polizeilicher Sondergenehmigung gestattet.

Der erste Abend mit Gästen in unserem neuen Draußenzimmer!

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Euch allen einen Guten Rutsch!

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God fortsättning!


Für lange oder gar sentimentale Jahresrückblicke fehlt uns gerade definitiv die Muße, denn bei uns ist zur Zeit wesentlich mehr neu als nur die letzte Ziffer im Datum.

Unser Umzug ist dank enormer Hilfe von Jonas‘ Eltern und seinem Bruder erfreulich geschmeidig über die Bühne gegangen und zwei Drittel der Kartons sind auch schon wieder ausgepackt.
Silvester fiel dieses Jahr in jeder Hinsicht ins Wasser. Gegen 23 Uhr beschlossen wir, keine neuen Kartons mehr aus dem Keller zu holen und auszupacken, denn unsere Arme hingen inzwischen bis zum Boden. Mindestens.
Als der Blick aus dem Fenster auch nur die Erkenntnis zuließ, dass bei dem Wetter vermutlich kein vernünftiger Mensch eine Rakete abfeuern würde, war die Entscheidung gefallen, dass das Bett trotz der frühen Uhrzeit vermutlich die bessere Wahl war.

Allerdings inspirierten mich die Wassermassen vom Himmel dann doch noch, dieses Silvester ein wenig zu zelebrieren. So hässlich und unmodern unser beige-braunes 70er-Jahre-Bad auch sein mag – es hat eine Badewanne! Und so lag ich dann zum Jahreswechsel in lavendelduftendem Muskelentspannungsbad, das Fenster sperrangelweit offen, und beguckte die fünf Raketen, die trotz Weltuntergangsregen und 4°C aufstiegen.

Morgen früh (viel zu früh) werden wir dann unsere zukünftige ehemalige Pendelstrecke zwar zur gewohnten Uhrzeit, aber in umgekehrter Richtung fahren, denn wir müssen um halb neun in der alten Wohnung sein, wenn sich unser Herr Schiedmayer auf die Reise macht… Haltet uns die Daumen, dass auch dieser letzte Akt noch unfallfrei vonstatten geht.

Wir haben schon mehrere Anfragen nach Bildern vom neuen Heim bekommen, aber im Moment sieht es hier zwischen den Kartons noch geringfügig unattraktiv aus. Gut Ding will Weile haben… Das gilt übrigens auch für unser Internet, zur Zeit haben wir nur einen Internetstick, mit dem das Hochladen der Bilder ohnehin nicht denkbar wäre.

Trotz Umzugsstress möchten wir dann doch noch kurz die Gelegenheit nutzen und uns bei euch, unseren Lesern, bedanken, dass ihr uns auch 2012 die Treue gehalten habt. Unser Leserkreis scheint zu wachsen, wenn wir die Zahl der Besucher und Klicks auf unserem Blog richtig deuten. Dafür spricht auch die wachsende Zahl unserer Stammleser, die unseren Blog abonniert haben (wer das jetzt nachholen will: oben rechts – prenumerera). Vielen Dank für eure Kommentare, Anregungen, Links und Mails, die uns immer wieder erreichen. Es freut und motiviert uns, wenn wir eure Reaktionen auf unsere Artikel lesen und wir hoffen, dass das auch im neuen Jahr so weitergeht. Und in diesem Sinne wünschen wir dann auch euch: God fortsättning!

Weihnachten, Neujahr und ein bisschen Winter


So, das war’s also: der erste Weihnachts-Neujahr-Familienbesuch in der neuen Heimat. Da in unseren zwei Zimmern natürlich kein Schlafplatz für die ganze Mannschaft ist, kamen meine Mutter und ihr Freund im eigenen Wohnmobil, Jonas‘ Eltern und Brüder hatten sich ein Ferienhaus in der Nähe gemietet und nur mein Bruder schlief während seines Kurzbesuchs hier in unserem Wohnzimmer. Platz ist ja aber bekanntlich in der kleinsten Hütte und so konnten wir wenigstens zu den Mahlzeiten alle hier bei uns an einer langen Tafel unterbringen.

Heiligabend: 9 Menschen und ein Weihnachtsbaum in unserem kleinen Wohnzimmer

Das Ferienhaus können wir übrigens allen zukünftigen Gästen, die hier aufkreuzen sollten, wärmstens empfehlen: auf einem kleinen Hügel direkt am See gelegen, mit eigenem Steg (der um diese Jahreszeit allerdings eine eher untergeordnete Rolle spielt), Kaminofen (im Moment wesentlich wichtiger) und fantastischer Aussicht, bietet es Platz für vier Personen – und nein, ich werde nicht für die Werbung bezahlt…
Trotzdem: Hier kann man das Haus mieten…

Das Ferienhaus am leicht angefrorenen See

Das Wetter war zwar insgesamt eher durchwachsen und leider immer noch schneefrei, dennoch hatten wir immer mal wieder ein paar Stunden Sonne für diverse Unternehmungen. Die Fahrt mit dem Göteborgshjulet, dem Riesenrad im Göteborger Hafen z.B., um das wir bisher immer einen großen Bogen gemacht haben („wir sind doch keine Touris“) hat sich trotz des stolzen Preises von rund 10 Euro wirklich gelohnt, schon deshalb, weil man eine Viertelstunde im Warmen sitzt :-) Und die Aussicht ist wirklich fantastisch. Wir waren um die Mittagszeit drin, als die Sonne am höchsten stand…
Übrigens dürften wir zu den letzten gehört haben, die an diesem Platz im Riesenrad waren (was wir zu diesem Zeitpunkt gar nicht wussten). Seit gestern wird das Riesenrad abgebaut und zieht nach Liseberg um, dem Göteborger Vergnügungspark, wo es zur Saisoneröffnung im Frühjahr wieder in Betrieb genommen werden soll.

Göteborgshjulet
Aussicht über den Hafen, rechts im Bild Läppstiftet (der Lippenstift); der Viermaster ist ein ***Hotel, Liseberg Barken Viking
Rund 60 m hoch und mit 42 beheizten Gondeln
Mittagssonnenstand in Göteborg, sechs Tage nach dem kürzesten Tag des Jahres

Am 30. waren bis auf meine Mutter und Freund alle bereits wieder abgereist, sodass wir in kleiner Runde einen Ausflug nach Marstrand machten. Wir waren ja im Sommer schon mal dort gewesen, aber an einem sonnigen Wintertag hat das Inselchen auch was. Was es zur Zeit jedenfalls nicht hat: Touristen. Wir hatten die Insel quasi für uns allein.

Carlstens Festung auf Marstrand - mitten im Winter...
Auch im Winter schön: die Schären vor Marstrand - mittags um zwei.

Von Dagmar, dem Sturm, der an Weihnachten halb Schweden lahmgelegt hat, haben wir übrigens nur wenig mitbekommen. Klar, gestürmt und geschüttet hats hier auch, aber wir hatten weder Stromausfall noch sind unsere Dachziegel weggeflogen oder der (nicht vorhandene) Keller vollgelaufen.

Jetzt im (astronomischen) Mittwinter kommt die Sonne selbst zur Mittagszeit nur mit Mühe über den Horizont und scheint einem dann gerade so in die Kniekehlen. Das führt dazu, dass eigentlich den ganzen Tag lang Sonnenuntergangslicht ist – zumindest bei klarem Wetter. Dicke Regenwolken oder gar Nebel hingegen bewirken, dass ich mich an manchen Tagen wie eine Schlafwandlerin fühle. Denn wenn es draußen dunkel ist, gehört man schließlich ins Bett – oder wenigstens mit Buch, Wolldecke und einem Becher Kakao aufs Sofa…

Silvester wurde es dann wenigstens etwas kälter (wenn schon kein Schnee), sodass über Nacht der See zufror und wir am Silvesternachmittag eine wunderschöne Seerundwanderung machen konnen und uns das Elchfondue zum Jahreswechsel auch ordentlich verdient hatten.

Bei Kilanda kyrka
Friedhof Kilanda Kyrka