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Frühlingsgefühle


Pünktlich zur Tag- und Nachtgleiche und damit zum Frühlingsanfang lud das Wetter endlich mal wieder zu einem Spaziergang ein. Weiter als bis zum Vogelturm haben wir es aber nicht geschafft, denn einen Tag zuvor lag ich noch mit Fieber im Bett und Annika war auch nicht ganz fit. Stattdessen haben wir uns im Windschatten in die Sonne gelegt und einfach nur das Licht genossen.

Die Sonne wärmt jetzt schon wieder richtig, es herrscht auch nicht die ganze Zeit Sonnenauf-/-untergangsstimmung und selbst um sieben Uhr abends ist es nicht mehr stockfinster. Der See ist, bis auf in einigen Buchten, wieder komplett offen und überhaupt sieht man Eis und Schnee nur noch selten. In der Stadt hat man sogar schon angefangen, den Split zusammenzukehren.

Seit einigen Wochen hört man immer öfter Gänse, die aus dem Süden heimkehren, am Hornborgasjön haben sich schon wieder mehrere tausend Kraniche versammelt und an den Bäumen fangen die Knospen an, dicker zu werden. Jedes Jahr ist es wieder schön, die Natur beim langsamen Erwachen aus dem Winterschlaf zu beobachten.

Und da die Natur bekanntermaßen gezähmt werden muss, konnten wir es uns dann nicht verkneifen, eine erste Spritztour mit unserem neuesten Gartenspielzeug zu machen, das wir vor ein paar Tagen abgeholt haben. Über den Winter liegengebliebenes Laub kann man ja auch einfach zerhäckseln, statt es einzusammeln…

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Schon Frühling?


Während in Deutschland zum Teil noch tiefster Winter herrscht und die Schneedecke nicht einmal daran denkt zu schmilzen, kann man bei uns schon Frühlingsgefühle bekommen. Überhaupt war es dieses Jahr noch überhaupt nicht richtig kalt und Schnee hatten wir vielleicht zwei Wochen lang. Diese Woche hat mehrfach die Sonne geschienen und gestern war es so warm, dass wir uns einfach auf den Vogelturm stellen und in die Sonne gucken konnten, ohne zu frieren. Dabei sind uns dann auch noch ein paar Vögel und andere schöne Motive vor die Kamera geflogen.

Da es in der Sonne so schön war, entschieden wir uns gegen einen längeren Spaziergang, denn dann geht man hauptsächlich durch schattigen Wald – oder langweilige Wohngebiete. Stattdessen zogen wir nur bis zum Badplatz weiter und setzten uns wieder in die Sonne. Zwischendurch musste ich allerdings doch testen, ob das Eis am Ufer noch trägt.

Jetzt wollen wir mal sehen, was das Wetter die nächsten Tage macht. Eigentlich ist es noch deutlich zu früh für Frühling, aber an einen späten Wintereinbruch glauben wir mittlerweile auch nicht mehr.

Bombenwetter


Högsommar (Hochsommer) – so lautete die Überschrift für den heutigen Wetterbericht. Und das war definitiv nicht übertrieben bei Temperaturen bis 30°C und Gewitterluft.

„Was ein Bombenwetter“ dachte sich daher wohl ein Spaßvogel mit einem etwas kranken Sinn für Humor, als er gegen neun Uhr per E-Mail eine Bombendrohung an das Boråser Tingsrätt (Gericht) schickte und damit kurzerhand die ganze Innenstadt lahm legte. Die ganze Region schickte Polizisten zur Verstärkung und aus Göteborg kam ein Spezialtrupp, um die Bombe vor der angekündigten Detonation um drei Uhr nachmittags zu finden. Mittlerweile sieht es aber so aus, als ob es nie eine Bombe gegeben hätte, denn weder hat man etwas gefunden, noch gab es eine Explosion. Auch die Hintergründe der Drohung bleiben bisher schleierhaft, da heute noch nicht einmal ein kontroverser Prozess im Gericht stattfinden sollte.

Das Sperrgebiet rund um das Gerichtsgebäude mitten in der Boråser Innenstadt. (Quelle: Borås Tidning)

Seltsam ist auch, wie manche Leute auf so eine Bombendrohung reagieren: In der Musikschule, die nur wenige hundert Meter vom Gericht entfernt liegt, herrschte eine etwas nervöse Anspannung, als es auf drei Uhr zuging, die durch flapsige Bemerkungen („in drei Minuten knallt’s“) verdrängt wurde – das fand ich irgendwie verständlich. Warum man aber unbedingt auf die Straße gehen muss, um auch wirklich hautnah mit dabei zu sein, ist mir ein ziemliches Rätsel.

„Det här är ju det första bombhotet i Borås på säkert 40 år, det vill man ju inte missa så vi bestämde oss för att gå ut på gatan i stället för att sitta inne.“
Das ist ja das erste Mal seit 40 Jahren, dass wir hier in Borås eine Bombendrohung haben. Das will man ja nicht verpassen, deshalb sind wir raus gegangen anstatt drinnen in der Bude zu hocken.
(Quelle: Borås Tidning)

Seit halb fünf ist die Innenstadt wieder freigegeben und Wochenendshopping oder Feierabendbier steht nichts mehr im Wege. Die Polizei hat eine Untersuchungen wegen olagligt hot (illegale Drohung) eingeleitet. Wir hingegen nutzen das Bombenwetter für etwas sinnvolleres: Jetzt wird nämlich die Badesaison eröffnet.

Mehr Licht!


Wir wohnen in einem wunderschönen Haus mit nach Süden hin offenem Grundstück und nur wenigen Metern bis zum See. Leider heißt das aber nicht, dass wir auf unserem Grundstück bisher besonders viel von See oder Sonne gesehen hätten, denn zwischen uns und dem See liegt ein Wald und am Zaun zu unserem Nachbarn O. ist seit vielen Jahren nicht mehr gemäht worden, so dass eine ungefähr 10 Meter hohe „Hecke“ aus Birken, Kiefern und anderen Bäumen den Blick nach Süden versperrt. Am Seeblick können wir leider nicht viel ändern, denn der Wald ist ein Naturschutzgebiet und wird wohl so schnell nicht gerodet, aber die Hecke wurde nun ordentlich gestutzt. (Annika nennt die „Hecke“ übrigens hartnäckig „Wald“.)

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Die Einfahrt zu unserem Haus im letzten Jahr. Links die etwas überdimensionierte Hecke.

Angefangen hat das ganze vor ein paar Wochen, als wir nach Hause kamen und O.s bislang völlig eingewachsenes Haus auf einmal von der Straße aus sichtbar war. Wir trafen O. in voller Motorsägemontur einige Äste auf ein großes Feuer werfend. Bisher haben wir O. nur selten gesehen und noch weniger mit ihm geredet, die Bäume wirkten irgendwie auch wie eine Kontaktsperre. Nun stellte sich heraus, dass er noch nicht besonders viel länger in seinem Haus wohnt als wir in unserem und dass er es von seinem Großvater geerbt hat. Der hatte sich schon lange nicht mehr um den Garten gekümmert und nun will O. endlich mal wieder aufräumen – was auch die Bäume zwischen unseren Häusern mit einschloss.

Beflügelt von der Aussicht auf mehr Licht habe ich dann am vorletzten Wochenende angefangen, einige kleine Bäume zu fällen und Triebe abzuscheneiden. Da ich weder eine Motorsäge habe noch damit umgehen kann, musste ich alles von Hand machen, so dass die wirklich großen Lichträuber erst noch stehen blieben. Auf das Ergebnis war ich trotzdem ein wenig stolz und Muskelkater hatte ich einige Tage.

Ergebnis eines halben Tags mit Säge und Astschere – Danach hatte ich Muskelkater.
Ergebnis eines halben Tags mit Handsäge und Astschere.

Als wir dann gestern von unserem Ausflug nach Ulricehamn zurückkamen, qualmte es in O.s Garten und einige Bäume waren nicht mehr da. Heute sollte es weitergehen, und so sind wir direkt nach dem Frühstück rausgegangen, um O. zu helfen. Der war aber noch nicht zu sehen und so machten wir uns erst einmal daran, die Böschungen der Einfahrt von Birkentrieben und den Weg vom liegengebliebenen Herbstlaub zu befreien. Irgendwann tauchte er dann auf und jetzt steht auf der Grundstücksgrenze nur noch eine Eiche, die auch bleiben soll, und eine Kiefer, die völlig in den Zaun eingewachsen ist und erst davon befreit werden muss, bevor sie gefällt werden kann.

Auch wenn wir beim Fällen und Entasten nicht so viel machen konnten, war O. sehr froh über die Hilfe beim Aufräumen und Verbrennen der kleineren Äste und wir sind überglücklich, dass wir jetzt viel mehr Sonne kriegen und es hoffentlich spürbar heller im Haus wird.

Das vollbrachte Tagwerk. Gestern morgen standen
Das vollbrachte Tagwerk. Gestern morgen stand rechts im Bild  noch ein halber Wald.

Frühlingstag in Ulricehamn


Und plötzlich war alles anders. Freitag abend war noch alles beim Alten. Und dann kam der Samstagmorgen. Als könnte ich nicht endlich mal ausschlafen, war ich um halb acht hellwach. Und was sehen meine müden Augen? Einen riesigen Feuerball! (Danke Olaf für den Link!)

Mindestens seit Weihnachten, aber eigentlich schon seit Oktober hatten wir keinen Sonnentag mehr. Wir hatten auch nur selten Schnee und wenn doch, dann war er pappig und nach drei Tagen wieder weg. Stattdessen hatten wir Regen. Viel. Regen. Und jetzt einfach so: blauer Himmel. Also nicht: „Guck mal Jonas, heute ist es draußen hellgrau statt dunkelgrau“ sondern so richtig blau. Unfassbar.

Und wie ich noch so im Schlafanzug am Fenster stand und fasziniert den blauen Himmel anstarrte, tummelte sich in unserer Eiche das Geflügel:

Wir hoffen, dass sich einer der kleinen Gesellen in unserem neuen Vogelhäuschen niederlassen möchte, mit meinem ebenfalls neuen Teleobjektiv kann man so wunderbar aus unserem Schlafzimmerfenster fotografieren…
Die drei Bilder sind aus der Hand geschossen und nochmal stark ausschnittsvergrößert, aber ich bin trotzdem ganz zufrieden mit meinen ersten Gehversuchen in Sachen Kleinvogelfotografie…

An Weiterschlafen war trotz der einigermaßen frühen Stunde nicht zu denken – wer weiß, wann das nächste Tiefdruckgebiet heranrollt. Stattdessen machten wir uns auf den Weg nach Ulricehamn, etwa eine halbe Stunde von uns entfernt. Dort gibt es ein „kallbadhus“, ein Kaltbadehaus, das wir schon länger mal ausprobieren wollten. Das ist eine Sauna, die von einem Verein in den See gebaut wurde und nach der Sauna springt man direkt in den See – auch bei Eis, denn rund um den Steg wird das Wasser durch eine Sprudelanlage eisfrei gehalten (was dieses Jahr aber nicht vonnöten war – grummel…).

Kallbadet in Ulricehamn
Links im See: Das Kallbadet in Ulricehamn

Zum Vergleich: letztes Jahr waren wir einen ganzen Monat später in Ulricehamn und da sah der See noch so aus: Klick.

Dort angekommen, wollten wir aber erstmal durch Ulricehamn bummeln. Borås meiden wir inzwischen an Samstagen, weil einer von uns immer irgendwelche Schüler samt deren Eltern trifft und wir nicht so viel Lust auf Elterngespräche in der Fußgängerzone hatten. (Hat aber nicht geklappt, Ulricehamn ist noch zu nah.)
Ulricehamn ist ein richtiges Bilderbuchstädtchen mit vielen bunten Holzhäuschen, kleinen Künstlerlädchen und Hinterhof-Second-Hand-Läden.

Ulricehamn
Ulricehamn

Und gemütlichen Cafés. Und Günthers brödstuga.
Günther ist so deutsch wie das tysk ü in seinem Namen vermuten lässt und er hat schon Silvias und Carl Gustavs als auch Victorias und Daniels Hochzeitstorte gebacken (öööh… „backt“ man Torten?) und hat – deutsche Brotjunkies aufgepasst! – eine große Auswahl an „ordentlichem“ Brot. Nicht, dass wir uns nicht längst an gesüßtes Gummibrot gewöhnt hätten, aber ab und zu darfs dann auch mal ein Roggenvollkornbrot für den Feinschmecker sein. Oder auch eine rosa Marzipantorte zum Weltfrauentag…

Auf der Suche nach einem Lunch stießen wir auf die Pizzeria Jamaica, die heute Schnitzel med Pommes och stor stark öl  im Angebot hatte. Wir entschieden uns dann doch für den Torgstallet, ein sehr gemütliches Café mit schwedischer Hausmannskost.

Nach einem deftigen Lunch stellten wir fest, dass uns bei Sonnenschein und zweistelligen Plusgraden der Sinn so gar nicht mehr nach Sauna stand. Stattdessen juckelten wir von der Sonne beseelt die Uferstraße entlang, einmal um den halben See herum zu einem Aussichtspunkt, wo wir stilecht mit Wollmütze und Winterjacke die Eis-am-Stil-Saison eröffneten.

Der Schwede an sich begrüßt den Frühling jedoch mit einem anderen Ritual, das uns auf der Rückfahrt auffiel: in nahezu jedem Garten brannte ein Feuer. Also nicht so ein bisschen Lagerfeuer oder zum Grillen, neenee – da werden ganze Bäume, Gartenmöbel, alte Reifen und was sich sonst noch so das Jahr über angesammelt hat, auf einen Haufen geworfen, ein bisschen Benzin dran gekippt und schon hat man das Osterfeuer Marke Eigenbau. Und aus jedem Garten steigt eine im besten Falle weiße, ansonsten auch eine gelbe, braune oder schwarze Rauchsäule auf.

Es riecht nach Frühling


…wenn das fritidsfröken (Hortbetreuerin), von dem man sich immer den Musiksaalschlüssel leiht, wieder mit den Kindern rausgeht.

…wenn man seit Wochen endlich wieder mal die Sonne sieht.

…wenn man um halb sechs aus der Kulturschule kommt und es noch nicht stockfinster ist.

…wenn beim Nachbarn aus der Treckerspur vom letzten Jahr ganz frisches Gras sprießt.

Aber eigentlich ist es erst Februar und damit immer noch mitten im Winter. Da der bisher aber dieses Jahr ausgefallen ist, kann der Frühling dann bitte ein wenig früher anfangen?

Wochenend und (kein) Sonnenschein


Pünktlich zum Wochenende hat sich der Himmel dann auch wieder zugezogen, nachdem er sich die ganze Woche über wunderbar blau gehalten hatte… na toll! Hoffen wir mal, dass der schwedische Wetterdienst recht hat und dass es morgen wieder aufklart.

Dann nutze ich die Zeit jetzt halt dafür, einige Fotos vom letzten Sonntag online zu stellen, als uns die gefühlt ersten Sonnenstrahlen des Jahres nach draußen lockten. Da haben wir nämlich entdeckt, dass sich unser Vogelturm ganz ausgezeichnet zum Beobachten von Vögeln eignet – welche Überraschung – und um Menschen bei diversen Aktivitäten auf dem Eis zuzuschauen.

Winterlich(t)


Erst kam die Kälte, dann der Schnee, wie sich das gehört. Von dem extremen Schneechaos in Stockholm und an der Ostküste haben wir hier jedoch nichts mitbekommen, die Schneemengen waren lagom. Und heute dann die Sonne dazu… Nicht lange, nicht hoch, dafür umso schöner.

Risveden


Man könnte es einen Tick nennen, aber wenn ich draußen bin, habe ich immer das Bedürfnis, irgendwo hinaufzugehen. – Warum? Um runterzuschauen natürlich, was für eine Frage…

Weil die Zeit, in der die Sonne im Moment theoretisch scheinen könnte, doch ziemlich kurz ist, sodass der klassische Nachmittagsspaziergang diesbezüglich eine eher sinnfreie Angelegenheit ist, haben wir uns heute gleich nach dem Frühstück auf die Socken gemacht. Nur ein paar Kilometer hinter Skepplanda beginnt das Naturreservat Risveden, das uns schon länger gelockt hat. Das Risveden als solches gibt es aber eigentlich gar nicht, denn Risveden besteht aus vielen kleinen Naturreservaten. Eine wunderschöne Gegend und wir waren bestimmt nicht das letzte mal dort.

Schon die Anfahrt war spannend: der längste Teil war das, was ich gerne als „dreidimensional kurvig“ bezeichne. Und die Schneestangen, die inzwischen überall an den Straßenrändern stehen, machen Hoffnung auf den Winter – ich meine, Jonas ist ja nicht gerade der Kleinste…

Die Sonne kommt inzwischen auch mittags kaum noch richtig hoch und gegen halb fünf ist es dann auch stockfinster. Das führt dazu, dass man irgendwie den ganzen Tag lang – also dann, wenn es hell ist – das Gefühl hat, dass gerade Sonnenuntergang ist. Und das führt dann schonmal zu wundervollen Lichteffekten…
Leider lässt der echte Winter noch auf sich warten, es ist wohl der wärmste November seit einigen Jahrzehnten. Unsere Winterjacken ruhen auch noch im „Sommerschlaf“. Hach, was freu ich mich auf den ersten Schnee…

Jonas ist 1,85m - aber wie hoch wird der Schnee im Winter wohl liegen...?

Auf solchen Wegen könnte ich stundenlang wandern... Und das beste: es geht bergauf...!

Die Sonne kommt kaum noch bis zum Waldboden.

Geschafft! Der höchste Punkt (184 müM) in unserer Kommun!

Schöne Aussicht!

Das abendliche Licht täuscht, es ist ein Uhr mittags.

Gegen zwei Uhr: Nachmittagslicht

Halb drei: Abendstimmung am Kroksjön