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TV-Tipp: Molanders


Nachdem unser Fernsehtipp mit dem Adventskalender ja bei vielen unserer Leser ziemlich gut ankam, können wir euch jetzt einen neuen TV-Tipp liefern: Molanders.

Die Molanders sind eine vierköpfige, vielbeschäftige Familie aus Stockholm. Papa Olof ist Konzertpianist und viel unterwegs, Mama Fanny erfolgreiche Kardiologin und der Stundenplan der musizierenden Kinder ist ebenfalls gut gefüllt. Als die Mutter einen Burnout erleidet und der Vater ein Jobangebot als Leiter einer Kulturschule erhält, beschließt man, in die tiefste Provinz zu ziehen – nach Alingsås (nur eine halbe Stunde von uns entfernt :-)).

Ab sofort ist das gemeinsame Abendessen heilig und „man braucht schon mindestens ein Attest vom Arzt, um der gemeinsamen Familienzeit fernzubleiben“ – so umschreibt es der 18jährige Linus. Auch Schwester Alva (13) fällt die Umstellung aufs Landleben nicht ganz leicht: „Hier leben 95% Dorftrottel und 5% Idioten“ schreibt sie der Freundin in Stockholm.

Dass Olofs Eltern nunmehr in der Nähe wohnen und sich auf gemeinsame Angelausflüge und Sonntagsbraten freuen, macht die Situation nicht einfacher – insbesondere nicht für Fanny, die nach ihrem Nervenzusammenbruch erst mal anderes im Kopf hat, als frische Handtücher im Gästeklo aufzuhängen. Der Schwiegermutter missfällt das.

Großartig fanden wir die Szenen, die in der Kulturschule spielen. Olof möchte eigentlich gleich ein großes Projekt (kABBAré, höhö) auf die Beine stellen, muss sich aber stattdessen erstmal mit der russischstämmigen Geigenlehrerin rumschlagen, die nicht im Raum neben dem gepiercten, angeblich schwerhörigen E-Gitarrenlehrer unterrichten will. Natürlich völlig realitetsfern, sowas…

Molanders ist eine in sich abgeschlossene Serie mit zwölf Folgen à 45 Minuten, die jeweils montags ausgestrahlt werden. Laut SVT sind die Folgen weltweit online abrufbar. Ein Klick aufs Bild bringt euch zur ersten Folge (neues Fenster), Untertitel kann man sich dazuklicken (das „T“ unten in der Leiste).

Molanders - Quelle: SVT
Molanders – Quelle: SVT

2. Dezember 2012 – SVTs julkalender


Öfters schon wurden wir nach Empfehlungen gefragt, wo und wie man in Deutschland Schwedisch lernen könne. Wir überspringen jetzt mal das Kapitel Sprachkurse und kommen mit einem ganz praktischen Tipp: Fernsehen! Auf dem öffentlich-rechtlichen Sender SVT 1 läuft jetzt wieder der Adventskalender – eine Geschichte in 24 Episoden à 15 Minuten. Macht 15 Minuten kostenlosen Sprachkurs am Tag.

Obwohl die Episoden auf schwedisch sind – dieses Faktum ist tatsächlich eine Erwähnung wert, denn die meisten Filme und Serien im schwedischen Fernsehen sind auf englisch mit schwedischen Untertiteln – kann man sich zusätzlich noch schwedische Untertitel dazuklicken, die der Lesefreundlichkeit halber den gesprochenen Text auf das Wichtigste reduzieren und so das Verständnis erleichtern. (Wer neugierig auf schwedische Gebärdensprache ist, wird ebenfalls fündig.)

In der gestrigen ersten Folge von Mysteriet på Greveholm (Das Geheimnis von Greveholm) besichtigt Familie Söderlund – bestehend aus einer Schicki-Micki-Mutter in der Midlife-Crisis, einem krimischreibenden Vater mit Rattenphobie, einer vampirbegeisterten Tochter, einem Sohn mit Angst vor Gespenstern und einer Wüstenratte mit Rückenproblemen – ein altes Schloss vom Typ „romantisches Mittelalter mit einem Touch Rokoko, Barock und Empire“, wie es die ehrgeizige Maklerin beschreibt.
Nachdem die Wüstenratte bei der Besichtigung schnell aufdeckt, was sich hinter der Formulierung „für den geschickten Handwerker“ verbirgt und die Tochter den verklemmten Vertreter der Kommune, der das Objekt schnellstmöglich loswerden möchte, mit der Entdeckung von „Gespensterrotze“ in die Ohnmacht treibt, wittert die Mutter ihre große Stunde, das Gemäuer, in dem möglicherweise einmal königliche Herrschaften residiert haben, zum sagenhaften Preis von einer Krone zu erwerben.
Nun, die Gespenster freut’s, denn endlich schmeißt mal wieder jemand den Kamin an. Kein Wunder, dass man sich in dem ollen Kasten erkältet – Hatschi! (Oder Atjo!, wie das auf schwedisch heißt.)…

Wer sich die täglichen Folgen auf einem Smartphone oder Tablet-PC anschauen möchte, braucht erst noch die kostenlose App von SVTplay. Es funktioniert definitiv auch in Deutschland, wir haben es bereits getestet testen lassen.

Alle anderen können sich die erste Folge per Klick auf das Bild sofort anschauen (neues Fenster):

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Nachdem man auf den Play-Knopf gedrückt hat, kann man rechts unten im Player auf ein „T“ klicken und wählen, ob man die Folge mit Untertiteln (Textning på) oder ohne (Textning av) sehen möchte.

Verständnis- und Vokabelfragen beantworten wir gerne – einfach einen Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen!

Königskind


Prinsesstorta war heute knapp (Bild: Wikipedia)

Heute morgen kurz vor halb fünf war es soweit: Eine neue Generation der Bernadottes, des schwedischen Königshauses, hat das Licht der Welt erblickt. Am Hof ist hektisches Treiben ausgebrochen: Zunächst muss Staatsminister Fredrik Reinfeldt zusammen mit einigen anderen Offiziellen bezeugen, dass das Kind auch wirklich Victorias ist und nicht vertauscht wurde… wie auch immer die das rausfinden wollen. Dann muss der König die Geburt der Thronfolgerin sowie deren Namen und  Titel verkünden, außerdem wird ein Dankgottesdienst vorbereitet. Man erwartet Rekordanstürme auf die königliche Facebook-Seite.

Die Medien sind natürlich auch dabei, Zeitungen, Fernsehen, Radio, alles dreht sich nur um die Geburt. Auf SVT („ARD“) läuft eine Dauernachrichtensendung, allerdings mit der Anmerkung: »OBS! Ibland bryts sändningen för andra inslag än från den kungliga födseln.« (Achtung! Manchmal wird die Sendung für andere Themen als die königliche Geburt unterbrochen.)

Nachtrag aus den Abendnachrichten:

Prinsesstårta (Prinzessinnentorte), die schwedische Zu-allen-feierlichen-Anlässen-Torte ist fast überall ausverkauft.
An irgendeiner Tankstelle gab es pro Liter 50 Öre Prinzessinnengeburtstag-Rabatt.
Die königliche Garde, die heute 2 mal 21 Salutschüsse abgefeuert hat, war beim Schießen mit Ohrenschützern ausgestattet – Sicherheit am Arbeitsplatz gilt natürlich immer, auch wenn’s dämlich aussieht.