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Alkoholkontrolle(n)


Jetzt bin ich schon seit über einem Monat in meiner ersten festen Anstellung. Insgesamt geht es bisher sehr gut, mit meinen Schülern werde ich langsam warm und die ersten zwei Wochen bestanden sowieso erstmal aus ganz vielen Konferenzen und Verwaltungsaufgaben. Am anstrengendsten waren bisher eigentlich die Autofahrten, denn die 70 Kilometer pro Strecke sind doch ein Stück…

Letzte Woche Montag wurde diese eher eintönige Fahrt, die ich vor allem mit Hörbüchern überstehe, aber unerwartet unterbrochen: Mitten in Alingsås stand plötzlich die Polizei auf der Sraße und winkte alle Autos auf den Seitenstreifen. Alkoholkontrolle war angesagt. Ich durfte in meinem Leben noch nie ins Röhrchen blasen und fand die ganze Sache relativ unterhaltsam – was Neues halt.

Bei der Arbeit angekommen, musste ich dann zum Unterricht in eine der Vorortschulen. Da ich gleich mehrere Geigen und Kontrabässe aus dem Instrumentenvorrat der Musikschule dorthin schaffen musste, nahm ich nicht unseren kleinen Twingo, denn die Stadtverwaltung hat für solche Fälle einen Fahrzeugpool für ihre Angestellten.

Ich ging also los, um den Autoschlüssel abzuholen. Die nette Dame an der Ausgabestelle drückte mir zusätzlich noch ein kleines Plastikding in die Hand: »För alkolåset.« Die Autos der Stadt sind mit einer zusätzlichen elektronischen Alkohol-Wegfahrsperre ausgestattet, die ähnlich wie die Alkoholkontrolle der Polizei funktioniert – bloß ohne Polizisten. Wenn man etwas getrunken hat, startet der Motor einfach nicht. Am Tag meiner ersten Alkoholkontrolle durfte ich daher gleich dreimal pusten…

Unnützes Partywissen über Schweden: Autos


Das Auto der Zukunft?

Schweden ist ein Autoland. Das ist auch verständlich, lebt doch ein großer Teil der Bevölkerung fernab von Straßen, U- und Eisenbahn und häufig kommt auch der Bus nur zweimal am Tag – wenn überhaupt. Die großen Distanzen auf dem Land tun ihr übriges, so dass für viele Schweden das Auto eine schiere Notwendigkeit darstellt.

Die langen Anfahrtswege in Schweden – allein die Grundstückszufahrt kann ja schon mal mehrere Kilometer lang sein – lassen eigentlich erwarten, dass die jährliche Fahrleistung hier besonders hoch ist. Kurioserweise legt ein schwedisches Auto durchschnittlich aber nur 14.500 km im Jahr zurück, während es ein deutsches auf 18.500 km bringt. Und auch innerhalb Schwedens ist eine Tendenz zu erkennen, dass dichte Besiedelung, kurze Distanzen und ein gutes Nahverkehrsangebot nicht zu geringeren Fahrstrecken führen: Die Stockholmer bewegen ihre Autos im Landesvergleich nämlich am meisten (15.960 km), während Norrbotten, wo auf einen Quadratkilometer drei Menschen kommen, mit 13.720 Durchschnittskilometern auf einem der letzten Plätz liegt. Trotz allem bringen es die Schweden damit aber auf eine Gesamtfahrleistung, mit der sie 216 mal zur Sonne und wieder zurück fliegen könnten.

Insgesamt gibt es hier 4,3 Millionen PKW, was bedeutet, dass fast jeder zweite Schwede motorisiert ist. Von diesen PKW sind knapp 32% silber und jeweils 17 % rot oder blau. Bei der Wahl ihrer Autos vertrauen die Schweden natürlich – wie die Deutschen auch – auf heimische Marken: Jeder vierte fährt einen Volvo, zusammen mit Saab machen schwedische Fabrikate ein Drittel des Straßenverkehrs aus (In Deutschland ist der Anteil von VW, BMW, Opel und co. aber sogar zwei Drittel). Die Vorherrschaft von Volvo ist dabei alles andere als gefährdet. 2009 wurden fast doppelt so viele neue Volvos angemeldet wie Volkswagen, die auf Platz zwei der beliebtesten Autos in Schweden stehen. Saab hingegen ist auf dem Rückzug, aber da weiß man ja eh nicht, wie es mit denen weitergeht

Alle Daten stammen von Statistiska centralbyrån.